Auf dieser Seite: Sparkassengesetz - Fördermittel Motorola

xxx

Top 05: 
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Sparkassengesetzes für das Land Schleswig-Holstein
Gesetzentwurf der Fraktion der FDP

Drucksache: 15/3052
-Plenarprotokoll-
  zum Text


Top 19: 
Verwendung der zurück zu zahlenden Fördermittel von Motorola Flensburg
Antrag der Abgeordneten des SSW
Drucksache: 15/3157
-Plenarprotokoll-
  zum Text
t

Teilprivatisierung der
Sparkassen umstritten
Regierungskoalition lehnt Gesetzesinitiative der FDP ab

Kiel (SHL). Rot-Grün und SSW haben sich gegen eine Umwandlung der Sparkassen in Aktiengesellschaften ausgesprochen. Vertreter der Koalition reagierten damit am Mittwoch, 21. Januar, auf einen entsprechenden Gesetzentwurf der FDP. Die Liberalen möchten die öffentlichen Kreditinstitute mit mehr Eigenkapital versorgen und konkurrenzfähiger machen. Während die CDU den Vorschlag begrüßte, hielt Innenminister Klaus Buß (SPD) dem entgegen, dass die Sparkassenverbände selbst sich gegen eine Veränderung des eigenen Status ausgesprochen hätten. "Wir wollen nicht aufdrängen, was nicht gewünscht ist", schlussfolgerte der Minister und stellte klar: Am Drei-Säulen-System Privatbanken, Genossenschaftsbanken, öffentliche Banken werde nicht gerüttelt.

Die Sparkassen seien zunehmend unter Druck geraten, sah Heiner Garg (FDP/Foto) die öffentlichen Banken in der Krise. Eine geplante Teilprivatisierung gäbe den Kreditinstituten die Möglichkeit für Eigenkapitalbeschaffung an die Hand. "Fusionen verschieben das Problem", betonte Garg. Oppositionsführer Martin Kayenburg (CDU) begrüßte den Vorschlag der Liberalen. Die Sparkassen seien angesichts der wirtschaftlichen Situation nicht mehr in der Lage, die Versorgung der Bevölkerung mit Krediten sicherzustellen.

"Wir wollen ein Kreditinstitut, das sich nicht die Rosinen aus der Kundschaft herauspickt", kritisierte Andreas Beran (SPD). Die Sparkassen sollen auch künftig in der Fläche präsent sein. Diese Maßgabe sah Beran durch den Gesetzentwurf der Liberalen bedroht.  Auch Monika Heinold (Grüne) lehnte den Einstieg in die Privatisierung der Sparkassen ab. Stattdessen favorisierte sie die Fusionen von öffentlichen Kreditinstituten, um traditionelle Unterstützung der Betriebe vor Ort durch preiswerte Kredite aufrecht zu erhalten.

"Die Sparkassen-Landschaft ist in Bewegung", so Anke Spoorendonk (SSW) zur Wirtschaftslage auf dem Bankensektor. Vor dem Hintergrund des Konkurrenzdrucks begrüßte sie die Fusionsbestrebungen öffentlicher Kreditinstitute. Die Umwandlung der öffentlichen Kreditinstitute in Aktiengesellschaften lehnte sie jedoch ab.

Einig waren sich die Parteien darin, zwecks Kostenersparnis eine Fusion zu einem Norddeutschen Sparkassenverbund mit Hamburg oder Niedersachsen voranzutreiben. Die drei Sparkassenverbände Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sollten am besten "einen flotten Dreier" wagen, sagte Monika Heinold (Grüne).

Der Gesetzentwurf wurde an den Innen- und Rechtsausschuss sowie den Finanzausschuss überwiesen.

Die Pläne der Liberalen

Nach Willen der Liberalen soll der Gewährträger, also zum Beispiel der Kreis oder die Stadt, die Mehrheit der Anteile behalten. Kapitalbeteiligungen Dritter sollen zu 49 Prozent zugelassen werden. Dies hatte die Nord-FDP schon vor drei Jahren vorgeschlagen. Eine ähnliche Regelung ist bereits in Rheinland-Pfalz in Kraft.

Im vergangenen Dezember ist ein Vorstoß aus dem Bundesfinanzministerium, der auf eine vollständige Privatisierung der öffentlich-rechtlichen Sparkassen abzielte, in den Bundesländern überwiegend auf Ablehnung gestoßen. Die Sparkassenverbände sind auf Länderebene organisiert. Die Befürchtung: Privatisierte und vornehmlich an Rendite orientierte Sparkassen könnten die Versorgung der Bevölkerung in strukturschwachen Regionen und die Kreditvergabe an den Mittelstand vernachlässigen. Die Sparkassen müssen sich neu ausrichten, da das deutsche System der staatlichen Absicherung ihrer Kapitalgeschäfte nach EU-Willen bis 2005 ausläuft. So streben die Verbände Schleswig-Holstein und Niedersachsen eine Fusion an. SPD und CDU wollen hierbei auch Hamburg beteiligen. Auch die Kreissparkassen Ostholstein und Stormarn wollen gemeinsame Wege gehen. Auch die Sparkasse Stralsund sucht private Anteilseigner und stößt damit auf Widerstand bei der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern.


Führt der Weg der Sparkassen im Land 
in Richtung Teilprivatisierung? 

zurück zum Textanfang / Seitenanfang

tt
Motorola-Geld zurück in die Region
Minister Rohwer kündigt Hilfe für Standort Flensburg an

Kiel (SHL). Die vom Flensburger Handy-Hersteller Motorola zurückzuzahlenden Fördergelder sollen der Fördestadt an der dänischen Grenze zugute kommen. Das hat Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD) am Freitag, 23. Januar 2004, in einem vom SSW beantragten Regierungsbericht bestätigt, ohne die verhandelte Summe zu nennen. Laut Presseberichten beläuft sich die Summe, die Motorola im Zuge der "Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" an den Bund und das Land Schleswig-Holstein zurückzahlen muss, auf rund sieben Millionen Euro. Die Parteien begrüßten den Vorschlag des Ministers.

Eine Entscheidung über die Höhe der Rückzahlung falle in den nächsten Wochen, sagte Rohwer. SSW und Grüne forderten eine konkrete Lösung für die Entlassenen. Die Sozialdemokraten sprachen sich für eine Stärkung der krisengeschüttelten Region vor. Angesichts der katastrophalen Wirtschaftslage im Raum Flensburg schlug die Union eine Verteilung der öffentliche Mittel auf möglichst viele kreative Köpfe vor. Die Liberalen forderten, das Geld nur für erfolgversprechende Projekte zu investieren.

Bund und Land haben das Unternehmen seit 1994 mit jeweils zehn Millionen Euro unterstützt. Im Gegenzug sollte Motorola im Flensburger Werk den Erhalt von mindestens 2000 Arbeitsplätzen garantieren. Im September hatte das US-Unternehmen angekündigt, am Standort Flensburg 600 Stellen abzubauen und die Produktion nach China zu verlagern. Statt der von Motorola angekündigten mindestens 2.000 Jobs verbleiben somit nur noch 1.200 in der strukturschwachen Region im Norden Schleswig-Holsteins.

Für die von den Entlassungen betroffenen Mitarbeiter des Flensburger Motorola-Werkes haben Betriebsrat und IG Metall unterdessen Abfindungszahlungen und die Aufnahme in eine Qualifizierungsgesellschaft erreicht.

Hauptredner: Silke Hinrichsen (SSW), Ingrid Franzen (SPD), Brita Schmitz-Hübsch (CDU), Christel Aschmoneit-Lücke (FDP), Karl-Martin Hentschel (B`90/Grüne)

Hintergrund:
  Der Handy-Hersteller Motorola muss rund sieben Millionen Euro Fördermittel an den Bund und das Land Schleswig-Holstein zurückzahlen, weil der Konzern nicht die geforderte Anzahl an Arbeitsplätzen in der Region Flensburg geschaffen hat. Das US-Unternehmen hatte im September 2003 angekündigt, 600 Stellen im Flensburger Werk abzubauen und die Produktion nach China zu verlagern. Statt der von Motorola angekündigten mindestens 2.000 Jobs verbleiben somit nur noch 1.200 an der dänischen Grenze.
  Der SSW will von der Landesregierung wissen, wie diese zurück erstatteten Fördegelder verwendet werden sollen. Wirtschaftsminister Bernd Rohwer (SPD) hatte bereits angekündigt, diese Mittel in der Region Flensburg einzusetzen.

mehr Informationen: "plenum-online", September 2003 
(www..sh-landtag.de/plenumonline/september2003/
texte/aktuelle_stunde.htm)

zurück zum Textanfang / Seitenanfang

ttt

* * * * *

 

Themen-Übersicht

Aktuelles

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - - 

Am Rand notiert:
Ein Jahr "plenum-online"

Eine runde Sache:
Ursula Kähler feiert

Gesetzentwürfe

2. Lesungen:

Volksinitiativen (Verfassung)
Rundfunkstaatsvertrag
(Kurzmeldung)
Vertreter Amtsanwaltschaft
(Kurzmeldung)

1. Lesungen:

Sparkassengesetz
Innovationsstiftung S-H
Rundfunkgesetz
Friesisch-Gesetz
Landesbeamtengesetz

Wirtschaft / Verkehr / Technik

GA Wirtschaftsstruktur
GA Truppenreduzierung
Regionalis.-Mittel SPNV
Regionalprogramm 2000
Fördermittel Motorola
Wirtschaftsförderung
(Kurzmeldung)

Finanzen

Erg. Vermittlungsausschuss
Weihnachtsgeld für Minister
(Kurzmeldung)

Arbeit/Soziales / Gesundheit

Arbeitsmarktpolitik
Gender Mainstreaming
Gleichstellungsbericht
Öffentl. Gesundheitsdienst
Hospize
Arbeitszeiten Krankenhäuser
(Kurzmeldung)
Petitionsausschuss
(Kurzmeldung)

Bildung / Kultur / Forschung

Lehrerausbildung
Eliteförderung

Inneres / Recht

Strukturreform Finanzämter
Untersuchungsausschüsse
Küstenwache

Agrar / Tourismus / Landesentwicklung

Dt-dt Grenzweg
Radverkehr

Natur / Umwelt / Energie

- - -

Europa

- - -