Kiel (SHL). Regionale Fernsehprogramme sollen auch in der
Region produziert werden, über die sie berichten. Was auf den
ersten Blick selbstverständlich erscheint, will die CDU für
Schleswig-Holstein auch gesetzlich vorgeschrieben wissen.
Hintergrund sind angebliche Überlegungen der Privatsender RTL
und SAT 1, ihre Regionalfenster "Live aus Kiel" und
"Guten Abend RTL" aus Kostengründen künftig zentral
zu produzieren. Rot-Grün und SSW begrüßten am Mittwoch, 21.
Januar 2004, den Vorstoß der Union im Prinzip, meldeten jedoch
weiteren Klärungsbedarf im Innen- und Rechtsausschuss an.
Dort sollten unter anderem europa- und wettbewerbsrechtliche
Bedenken geklärt werden.
Mit eben diesen Bedenken begründete die FDP ihre
grundsätzliche Ablehnung einer Gesetzesänderung. Diese sei auf
Grund der aktuellen Dementis von RTL und SAT1 auch faktisch
nicht notwendig. Beide Sender haben nach Bekanntwerden der
Abwanderungsgerüchte versichert, dass es derzeit keine Pläne
zur Zentralisierung der Produktion ihrer Regionalprogramme gebe.
Stimmen aus den Fraktionen:
Martin Kayenburg (CDU): Der Grundsatz
"regionale Nachrichten für die Region" ist für mich
unabdingbar. Es kann doch nicht sein, dass alles nur noch in
Berlin produziert wird.
Gisela Böhrk (SPD): Die Frage müsste sein, wie
wir eine Gesetzesänderung hinbekommen, die auf die Sicherung
der regionalen Berichterstattung abhebt und nicht auf die
regionale Produktion schlechthin. Sonst befinden wir uns in den
Untiefen des europäischen Wettbewerbsrechts.
Wolfgang Kubicki (FDP): Man könnte dann über
eine Gesetzesänderung nachdenken, wenn es dafür Anzeichen
gibt, dass die Regionalfenster von RTL und SAT1 außerhalb
Schleswig-Holsteins produziert werden sollen. Das ist nicht der
Fall.
Irene Fröhlich (B´90/Grüne): Das Anliegen, das
mit dem Antrag der CDU verfolgt wird, ist mir durchaus
sympathisch. Wir stehen allerdings vor dem Problem, eine Lösung
zu finden, die sowohl den europa- als auch den
wettbewerbsrechtlichen Bedingungen gerecht wird.
Anke Spoorendonk (SSW): Die Richtung
stimmt. Es muss eine langfristige Absicherung der regionalen
Produktions-Standorte geben.
Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD): Regionalprogramme
sind authentisch, aber nur solange sie auch vor Ort hergestellt
werden. Der Schleswig-Holstein-Bezug kann nicht in München oder
Berlin hergestellt werden.