Kiel (SHL). Nach Ansicht von Finanzminister Ralf Stegner
(SPD) profitiert Schleswig-Holstein vom Steuerkompromiss, den
Bundesrat und Bundestag in Berlin ausgehandelt haben. Bei der
Aufrechnung von Steuerentlastung auf der einen, gegen
Subventionsabbau auf der anderen Seite bleibt nach
Regierungsangaben für Schleswig-Holstein unterm Strich
voraussichtlich ein Plus von 109,3 Millionen Euro in den kommen
zwei Jahren. Auch die Gemeinden im Land ständen besser da, so
Stegner am Donnerstag, 22. Januar, in einem von der FDP
angeforderten Bericht zu den Auswirkungen des Kompromisses auf
den Landeshaushalt. Für die Kommunen ergeben sich durch die
Änderung der Gewerbesteuer-Umlage laut Stegner geschätzte
Mehreinnahmen von 231 Millionen Euro.
Die Opposition nutzte die Debatte erneut zur Kritik am
aktuellen Doppel-Haushalt für die Jahre 2004/05. FDP und CDU
hatten die Verabschiedung im Dezember vergangenen Jahr wegen der
Verhandlungen im Vermittlungsausschuss verschieben wollen. Die
neuen Zahlen bestätigten diese Forderung, so der Politiker der
Liberalen Heiner Garg. Angesichts der unsicheren gesetzlichen
Rahmenbedingungen und konjunkturellen Aussichten habe nicht die
Planungssicherheit bestanden, um "Einnahmen und Ausgaben
des Landes für zwei Jahre in ein Gesetz zu gießen."
"Ich glaube diesen Zahlen noch nicht so richtig",
so Rainer Wiegard (CDU) und zweifelte ebenfalls an, dass
Planungssicherheit inzwischen gegeben sei. Monika Heinold
(Grüne) wies die Vorwürfe zurück. Die neuen Zahlen des
Finanzministers zeigten, dass das Ergebnis des
Vermittlungsausschusses und der Doppelhaushalt durchaus zusammen
passten: "Es ist alles im Grünen Bereich", beschied
die Finanzexpertin der Grünen.
Günter Neugebauer von der SPD bedauerte, dass die Entlastung
für die Kommunen nicht höher ausgefallen sei. Schuld daran sei
"die Blockadepolitik" der CDU-geführten Länder im
Bundesrat. Zugleich sah er den Steuerkompromiss als Erfolg der
"Reformpolitik der Bundesregierung". Als
"minimales Ergebnis", bewertete hingegen Anke
Spoorendonk (SSW) den Steuerkompromiss. Positiv sei jedoch
hervorzuheben, dass dadurch 2004 "ein bisschen Luft"
für den Landeshaushalt geschaffen werde.
Der Bericht wurde zur abschließenden Beratung einstimmig an
den Finanzausschuss überwiesen.