Auf dieser Seite: HSH-Nordbank  –  Kommunale Finanzen

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Top 35: 
Konsequenzen aus dem Verkauf oder Teilverkauf von Anteilen des Landes Schleswig-Holstein an der HSH-Nordbank
Antrag der Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Drucksache: 15/3939
-Plenarprotokoll-
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Top 36: 
Kommunale Einnahme- und Ausgabeentwicklung

Antrag der Fraktion der CDU
Drucksache: 15/3946(neu)
-Plenarprotokoll-
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       Aufruf gemeinsam mit:
Top 65: 
Kommunale Einnahmeentwicklung

Landtagsbeschluss vom 17. Dezember 2004 – Drs. 15/3831
Bericht der Landesregierung
Drucksache: 
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 Stegner: Landesanteile an HSH-Nordbank werden nicht verkauft 
Opposition: Privatisierung eröffnet Chancen

Kiel (SHL). Unter einer SPD-geführten Landesregierung wird Schleswig-Holstein seine Landesanteile an der HSH-Nordbank nicht verkaufen. Dies bekräftigte Finanzminister Ralf Stegner (SPD) am Freitag, 28. Januar 2005, bei der Vorstellung eines von Rot-Grün beantragten Regierungsberichts. Damit, so Stegner weiter, bleibe auch die Sparkassen-Landschaft im Lande von den negativen Folgen einer möglichen Teil-Privatisierung der ehemaligen Landesbank verschont. Die Opposition zog die Glaubwürdigkeit der Ankündigung in Zweifel. CDU und FDP stellten zudem die wirtschaftlichen Chancen einer Privatisierung heraus und kündigten konkrete Schritte im Falle eines Wahlsiegs am 20. Februar an.

Die Anteilsrechte an der HSH-Nordbank sind für die Sparkassen im Lande von Bedeutung. Die Befürchtung: Durch einen Verkauf der Staatsanteile könnten die Kooperationen zwischen der HSH und dem Sparkassen- und Giroverband (SGV) mit seinen 22 Sparkassen gefährdet sein. Durch diese Kooperationen wollen sich die Sparkassen für den im Sommer dieses Jahres schärfer werdenden Wettbewerb rüsten. Die Kassen im Lande müssen sich neu ausrichten, da das deutsche System der staatlichen Absicherung ihrer Kapitalgeschäfte nach EU-Willen Mitte 2005 ausläuft.

SPD: Finanzplatz nicht in die "in die Grütze" fahren

Durch einen Verkauf, so Minister Stegner weiter, wären bis zu 2.000 Arbeitsplätze im Lande sowie die Kreditversorgung der mittelständischen Wirtschaft gefährdet. Der Finanzplatz Schleswig-Holstein würde "in die Grütze" gefahren, unterstrich Ursula Kähler (SPD). Zudem würde eine Privatisierung wegen der bis 2013 gültigen Haltevereinbarung einen Vertragsbruch darstellen.

Monika Heinold (Grüne) bemerkte, dass es auch in der Wirtschaft keine Unterstützung für die Privatisierungspläne der Opposition gebe. Und: Die Sparkassen garantierten, dass jeder Bürger ein eigenes Konto eröffnen könne – dies sei bei Großbanken nicht der Fall. Für den SSW erinnerte Anke Spoorendonk an die regionale Verankerung der Sparkassen im ländlichen Raum, insbesondere im Landesteil Schleswig. Sie betonte die Gemeinwohlorientierung der Kassen, der sie unter anderem durch Kultursponsoring nachkämen.

CDU: Rot-Grün auf Schlingerkurs

Demgegenüber hielt Rainer Wiegard (CDU) Rot-Grün einen Schlingerkurs in dieser Frage vor. Er erinnerte an Aussagen verschiedener Regierungsmitglieder aus den vergangenen Jahren, in denen diese einen Verkauf von 20 Prozent der Anteile angedeutet hätten. Wiegard stellte heraus, dass die Sparkassen durch eine Privatisierung mehr Eigenverantwortung bekämen und so ihre Kapitaldecke verbreitern könnten.

Auch Heiner Garg (FDP) plädierte für einen baldigen Verkauf der Landesanteile. Denn: In der jetzigen Situation verlören die Sparkassen ihre Wettbewerbsfähigkeit und zahlreiche Arbeitsplätze. Dies belegten auch die vielen Filialschließungen. Die Möglichkeit von Privatisierungen hingegen eröffne den Kassen neue Chancen. "Es ist nicht die Aufgabe der öffentlichen Hand, sich an einer Geschäftsbank zu beteiligen", fügte Garg hinzu.

Die HSH Nordbank ist im Juni 2003 aus der Fusion der Landesbanken von Schleswig-Holstein und Hamburg hervorgegangen. Das Unternehmen mit Sitz in Kiel und Hamburg hat rund 4.500 Mitarbeiter und weist eine Bilanzsumme von rund 180 Milliarden Euro auf. Anteilseigner sind neben dem Land Schleswig-Holstein (19,55 Prozent) und dem SGV (18,21 Prozent) das Land Hamburg (35,38 Prozent) sowie die West LB Beteiligungsholding aus Düsseldorf (28,86 Prozent). Die HSH ist weltweit der größte Schiffsbaufinanzierer. HSH Nordbank und die Sparkassen verfügen über einen Marktanteil von über 50 Prozent beim Kreditgeschäft in Schleswig-Holstein In jüngster Zeit haben verschiedene Kreissparkassen mit Blick auf die neuen Rahmenbedingungen Kooperationsverträge geschlossen.

Hintergrund:
  Auf Antrag von Rot-Grün berichtet die Landesregierung über den möglichen Verkauf der Landesanteile an der HSH Nordbank.
  Die Anteilsrechte an der HSH Nordbank sind vor allem für die Sparkassen im Lande von Bedeutung. Die Befürchtung: Durch eine Privatisierung der Staatsanteile könnten die Kooperationen zwischen der HSH und dem Sparkassen- und Giroverband (SGV) mit seinen 22 Sparkassen gefährdet sein. Durch diese Kooperationen wollen sich die Sparkassen für den im Sommer dieses Jahres schärfer werdenden Wettbewerb rüsten. Die Kassen im Lande müssen sich neu ausrichten, da das deutsche System der staatlichen Absicherung ihrer Kapitalgeschäfte nach EU-Willen Mitte 2005 ausläuft.
  Finanzminister Ralf Stegner (SPD) hat sich im Dezember gegen einen Verkauf der Landesanteile ausgesprochen. Er verwies unter anderem auf hierdurch drohende Arbeitsplatzverluste. Zudem befürchten Kritiker der Privatisierungspläne den Verlust von weniger profitablen Filialen in ländlichen Regionen sowie schlechtere Kreditbedingungen für kleinere Betriebe.
  Die HSH Nordbank ist im Juni 2003 aus der Fusion der Landesbanken von Schleswig-Holstein und Hamburg hervorgegangen. Das Unternehmen mit Sitz in Kiel und Hamburg hat rund 4.500 Mitarbeiter und weist eine Bilanzsumme von rund 180 Milliarden Euro auf. Anteilseigner sind neben dem Land Schleswig-Holstein (19,55 Prozent) und dem SGV (18,21 Prozent) das Land Hamburg (35,38 Prozent) sowie die West LB Beteiligungsholding aus Düsseldorf (28,86 Prozent).
  HSH Nordbank und die Sparkassen verfügen über einen Marktanteil von über 50 Prozent beim Kreditgeschäft in Schleswig-Holstein.

mehr Informationen: HSH-Nordbank
(www.hsh-nordbank.de/)

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Kommunale Finanzen: Minister
sieht Trendwende
Opposition spricht von Luftbuchungen

Kiel (SHL). Vor dem Hintergrund der angespannten Finanzlage der Kommunen in Schleswig-Holstein hofft Finanzminister Ralf Stegner (SPD)  angesichts aktueller Prognosen auf eine Trendwende. In seinem von Rot-Grün beantragten Bericht verwies der Minister am Freitag, 28. Januar, auf die steigenden Gewerbesteuereinnahmen seit 2002. Die Opposition warf der Landesregierung vor, die Kommunen in eine finanzpolitische Falle geführt zu haben.

Finanzminister Stegner betonte darüber hinaus, dass eine konkrete Einschätzung der Finanzlage für 2004 und 2005 noch nicht möglich sei. Für 2004 lägen noch nicht alle Daten vor, die Prognosen für 2005 basierten auf der Novemberschätzung. Erste Ist-Zahlen erwarte er im Frühjahr. Mit Blick auf Hartz IV hob die SPD-Abgeordnete Ursula Kähler den Einsatz der Landesregierung für die Entlastung der Kommunen hervor. So würden in Schleswig-Holstein alle Netto-Entlastungen aus Hartz IV an die Kommunen weitergeben. Monika Heinold (Grüne) schloss dem an: Die Gemeinden im Bund könnten fest mit 2,5 Milliarden Euro aus dem Budget des Bundesfinanzministers rechnen.

Die Kommunen hätten in den letzten Jahren vernünftig gewirtschaftet, befand Klaus Schlie (CDU). Sie könnten sich aber dem Sog der öffentlichen Haushalte nicht entziehen. "Die Gemeinden kriechen finanziell auf dem Zahnfleisch", konstatierte Günther Hildebrand (FDP). Und: Luftbuchungen bei der Steuerschätzung im Bund hätten dazu geführt, dass die Kommunen 89 Millionen Euro bis zum Jahr 2008 an das Land abführen müssen. Anke Spoorendonk (SSW) konstatierte eine verheerende Situation der kommunalen Finanzen. Die Landesregierung stünde deshalb in der Pflicht, die im Zuge von Hartz IV von der Bundesregierung versprochene Entlastung zu sichern.

Nach einer aktuellen Bundesschätzung müssen Schleswig-Holsteins Kommunen in den kommenden Jahren mit weniger Geld auskommen. Die regionale Prognose für das Land weist für das Jahr 2005 rund 470 Millionen Euro weniger als veranschlagt aus. Das Land will deshalb bereits an die Kommunen abgeflossene Gelder in Höhe von 89,1 Millionen Euro bis zum Jahr 2008 zurückverlangen.

Hintergrund:
  Die Landesregierung legt dem Landtag auf Anträgen von Rot-Grün und CDU einen Bericht über die voraussichtliche Entwicklung der kommunalen Einnahmen vor.
  In Schleswig-Holstein haben alle vier kreisfreien Städte (Kiel, Lübeck, Neumünster, Flensburg), neun der elf Kreise und acht der 16 Mittelstädte teils große Haushaltslöcher, die sich auf 315 Millionen Euro summieren. So hat Lübeck für dieses Jahr einen Etat mit einem Rekorddefizit von 86 Millionen Euro beschlossen. Das Gesamtvolumen beträgt knapp 600 Millionen. Kiel hat das vergangene Jahr mit einem Defizit von 88,1 Millionen abgeschlossen. Die Konsequenz vieler Kommunen: Leistungen wie Bücherei, Schwimmbäder oder Museen werden gekürzt, Personalstellen werden abgebaut.
  Etwas hoffen lässt dagegen die Gewerbesteuer. Nach dem Einbruch 2002 steigen hier die Einnahmen.

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