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Auf
dieser Seite: Familienpolitik
– Kinder und Jugend
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Top 20:
Familienverträglichkeitsprüfung in Schleswig-Holstein
Antrag der Fraktion der FDP
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD – Drs. 16/541 |
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Top 30:
Aktionsplan Kinder und Jugend
(Landtagsbeschluss vom 29. September 2005 – Drs. 16/262neu)
Federführend ist das Ministerium für Soziales, Gesundheit,
Familie, Jugend und Senioren
Antrag der Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN – Drs. 16/537 |
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Familienpolitik:
Ministerin will
"Blick schärfen"
Landtag
mahnt Verträglichkeitsprüfung an
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Kiel (SHL/26.01.) Der Landtag hat von der
Landesregierung konkretere Ansätze zur Förderung von
Familien gefordert. Hierzu müsse die im Koalitionsvertrag
festgelegte Familienverträglichkeitsprüfung voran getrieben
werden, hieß es im Plenum. Und: Die Prüfung müsse mit festen
Kriterien durchgeführt werden, anhand derer die
Familienfreundlichkeit von Gesetzen und Verordnungen – etwa in
bezug auf Bauvorhaben oder Arbeitsregelungen – festegestellt
werden kann. Familienministerin Gitta Trauernicht (SPD)
versprach dies voranzutreiben, mahnte aber vor übereilten
Schritten: So habe eine ähnliche Prüfung im Saarland ein Mehr
an Bürokratie gebracht und so den Gesetzgebungsprozess
behindert. Sie betonte, man müsse den "Blick
schärfen", wenn es um die Familienverträglichkeit von
neuen Normen ginge.
Die FDP forderte die schnelle Erarbeitung von
"belastbaren Kriterien" zur Normenprüfung, um das
Ziel Familienfreundlichkeit möglichst bald zu erreichen. Von
allen Fraktionen wurde begrüßt, dass die Familienpolitik als
Schnittstelle zwischen Sozial- Bildungs- und Wirtschaftspolitik
wieder mehr in das Zentrum der öffentlichen Diskussion gerückt
sei. Grüne und SSW übten in der Debatte Kritik an dem Vorstoß
von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU), die die
Kinderbetreuung von Besserverdienenden steuerlich begünstigen
will: Dies sei sozial ungerecht.
Die Landesregierung wird im Früphjahr einen
schriftlichen Bericht vorlegen, in dem sie ausführlich über
den Stand der familienpolitischen Aktivitäten informieren wird.
Hauptredner:
Heiner Garg (FDP), Frauke Tengler
(CDU), Ulrike Rodust (SPD), Monika Heinold (Grüne), Lars Harms
(SSW)
Hintergrund:
Die FDP fordert die
Landesregierung auf, bis Ende Mai ein Konzept für eine
Familienverträglichkeitsprüfung für die
schleswig-holsteinische Verwaltung vorzulegen. Auch ein
nachgereichter Antrag von CDU und SPD befürwortet einen
solchen Bericht und bittet darum, laufende Projekte und
Programme einzubeziehen.
Eine solche Prüfung basiert auf dem im
Sozialgesetzbuch VIII formulierten Anspruch, dass sich
kommunale Planungen, etwa bei Stadtentwicklungs- und
Bauplanungsmaßnahmen, an den Bedürfnissen von Kindern,
Jugendlichen und jungen Familien orientieren müssen. Die
Prüfung wird unter anderem von Sozialverbänden und
Kirchen als Voraussetzung für ein kinderfreundliches
Umfeld und eine steigende Geburtenrate ins Gespräch
gebracht.
mehr
Informationen: plenum-online,
Januar
2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/januar2005/
texte/34_49_52_familie_pflege.htm)
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Diskussion um
Beteiligungspflicht
von Jugendlichen
Trauernicht stellt Kinder-
und Jugend-Aktionsplan vor
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Kiel (SHL/27.01.) Die gesetzlich verankerte
Beteiligungspflicht von Jugendlichen in der
schleswig-holsteinischen Gemeindeordnung hat im Landtag für
einen Schlagabtausch zwischen Regierungsfraktionen und
Opposition gesorgt: Die Grünen hatten in einem Antrag ein
Bekenntnis der Landesregierung zu der Beteiligungspflicht
gefordert. Die Oppositionspartei fürchtet, dass dieses Recht
der Jugendlichen im Zuge des Bürokratieabbaus entfallen
könnte. Die Christdemokraten stellten zwar die Wirksamkeit des
Rechts in Frage – in vielen Gemeinden werde das Gesetz
schlicht ignoriert . Eine Abschaffung des Mitwirkungsrechts sei
aber keineswegs geplant, betonten Redner von CDU und SPD.
Die Grünen würden "Freidenkeralarm" auslösen,
befand Niklas Herbst (CDU). Vielmehr stelle sich die Frage, wie
die Mitwirkungsrechte mit Leben gefüllt werden könnten. Seine
Koalitionskollegin Sandra Redmann (SPD) sprach von einer "albernen
Debatte". Niemand stelle die Beteiligungspflicht für
Jugendliche in Frage, auch die Sozialministerin nicht, betonte
Redmann. Die Liberalen zeigten hingegen Verständnis für den
Vorstoß der Grünen: Der Antrag sei nicht von ungefähr
eingebracht worden. Die Vorschläge zum Bürokratieabbau legten
solch einen Schritt nahe, so Heiner Garg (FDP).
Der SSW kritisierte die mangelhafte Umsetzung von Projekten
im Zuge des von der Landesregierung vorgestellten Kinder- und
Jugend-Aktionsplans Schleswig-Holstein. Beispielsweise solle das
Pogramm "Schutzengel", das jungen Müttern in
Flensburg Unterstützung bietet, künftig auf das ganze Land
ausgedehnt werden. Doch zumeist, so Lars Harms (SSW), gebe es
kein Geld für diese Ausdehnung: Dies sei an die Adresse der
Ehrenamtler ein "Aufruf zur Selbstausbeutung", sagte
er und forderte die Landesregierung auf, für die verschiedenen
Maßnahmen einen klaren Kostenplan aufzustellen.
Ministerin sieht positive Resonanz auf Aktionsplan
Zuvor hatte Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) den
Kinder- und Jugend-Aktionsplan als ein dynamisches System
bezeichnet, das einen Schneeballeffekt erzielen würde. Der
Aktionsplan sei "insgesamt auf positive Resonanz"
gestoßen. Derzeit sind 40 Projekte in Planung, die zum Teil
bereits angelaufen sind. Das Land hat beispielsweise ein
Programm zur Früherkennung und Bekämpfung von Übergewicht bei
Kindern aufgelegt. Außerdem gibt es eine Serviceagentur zur
Beratung von Schulen und deren außerschulischen Partnern bei
der Erarbeitung von Ganztagsangeboten. Ferner
wird gemeinsam mit der für Kulturfragen zuständigen
Staatskanzlei die Kinder- und Jugendkultur stärker gefördert.
Der Antrag der Grünen und der Bericht Landesregierung wurden
an den Sozialausschuss (federführend) und an alle anderen
Ausschüsse überwiesen.
Hintergrund:
Auf Initiative der Grünen
berichtet die Landeregierung über die Umsetzung des
Aktionsplanes "Kinder und Jugend für
Schleswig-Holstein".
Dieser Aktionsplan wurde im Juni 2005 von
Jugendministerin Gitta Trauernicht (SPD) der
Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel ist es, durch die
Kooperation von Land, Kommunen, Wirtschaft, Vereinen und
Verbänden den neuen Herausforderungen der Kinder- und
Jugendpolitik zu begegnen – etwa der im Armutsbericht
der Bundesregierung aufgezeigten wachsenden Kluft zwischen
Arm und Reich. Das Konzept der Ministerin ist eine
Reaktion auf die Bundeskampagne "Nationaler
Aktionsplan für Kinder und Jugend".
Der Aktionsplan hat sechs Schwerpunkte:
- Gesund aufwachsen
- Frühe Hilfe für
Familien
- Ganzheitliche Bildung
- Kinderrechte,
Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
- Bekämpfung von
Benachteiligung und sozialer Ausgrenzung
- Jugendkultur und
Jugendtourismus
Nach
Angaben der Landesregierung ist der Aktionsplan
"insgesamt auf positive Resonanz" gestoßen. 40
Projekte sind in Planung, die zum Teil bereits angelaufen
sind. Einige Beispiele:
- Über das Projekt
"mitWirkung Schleswig-Holstein" soll die
Beteiligung von Jugendlichen an kommunalen
Entscheidungen in ausgewählten Städten und Gemeinden
verbessert werden. Der Kinderschutzbund kritisiert in
diesem Zusammenhang die Pläne der Landesregierung, im
Rahmen des Bürokratieabbaus die Beteiligungspflicht
von Kindern und Jugendlichen bei kommunalen Vorhaben
in eine "Kann-Bestimmung" umzuwandeln.
- Das Land hat ein
Programm zur Früherkennung und Bekämpfung von
Übergewicht bei Kindern aufgelegt.
- Eine Serviceagentur
zur Beratung von Schulen und deren außerschulischen
Partnern bei der Erarbeitung von Ganztagsangeboten
wurde eingerichtet
- Gemeinsam mit der
für Kulturfragen zuständigen Staatskanzlei soll die
Kinder- und Jugendkultur stärker gefördert werden.
Per
Antrag fordern die Grünen auf Grundlage des Berichts von
der Landesregierung, die in der Gemeindeordnung (Paragraf
47f) verankerte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
weder abzuschaffen noch einzuschränken.
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