Auf dieser Seite: Bleiberecht  –  Investitionsprogramm

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Top 37: 
Bleiberechtsregelung für langjährig Geduldete
Landtagsbeschluss vom 14. Dezember 2005 – Drs. 16/440
Federführend ist das Innenministerium

Drucksache: 16/497
-Plenarprotokoll-
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Top 16: 
Investitionsprogramm der Bundesregierung
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD
Drucksache: 16/507
-Plenarprotokoll-
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Bleiberecht: Stegner lehnt Kettenduldung ab

Beschluss der Innenministerkonferenz stößt
im Plenum auf geteiltes Echo

Kiel (SHL/26.01.) Die Landesregierung will sich weiterhin für ein allgemeines Bleiberecht auf der Innenministerkonferenz aussprechen. Damit soll eine Lösung des Problems der so genannten "Kettenduldung" gefunden werden. Die Kettenduldung bedeutet für die Betroffenen, dass ihre Aufenthaltserlaubnis lediglich sechs Monate gültig ist und regelmäßig verlängert werden muss. Diese Personen haben aufgrund ihres Status nur geringen Anspruch auf Sozialleistungen und wegen des kurzfristigen Bleiberechts unsichere Zukunftsperspektiven. In seinem von den Grünen beantragten Bericht machte Innenminister Ralf Stegner (SPD) deutlich, dass die Kettenduldung "eine seit Jahren bekannte Fehlentwicklung in der Ausländerpolitik" sei. Der Bericht wurde zur abschließenden Beratung in den Innen- und Rechtsausschuss überwiesen.

Hintergrund der Debatte ist ein im Dezember getroffener Beschluss der Innenministerkonferenz. Die Innenminister der Länder hatten sich auf keine endgültige Regelung einigen können, sondern stattdessen eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die zunächst die Auswirkung des Zuwanderungsgesetzes in diesem Bereich untersuchen soll. Stegner bedauert dies und verwies darauf, dass Schleswig-Holstein während der Konferenz einen Kompromissvorschlag der hessischen Regierung unterstützt habe. Dieser sah vor, die Vergabe des Bleiberechts nicht an die Bedingung zu knüpfen, das der Bewerber einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgeht. Stattdessen sollte den Betroffenen eine halbjährige Frist zur Arbeitssuche eingeräumt werden.

Auch unter den Landtagsabgeordneten gingen die Meinungen über den Beschluss der Innenministerkonferenz auseinander: Die CDU hielt den Beschluss der Konferenz für "richtig und ausgewogen". So habe auch das Anfang 2005 in Kraft getretene Zuwanderungsgesetz "im ersten Jahr seiner Anwendung die Bewährungsprobe weitgehend bestanden". Die SPD stärkte Stegner den Rücken, in dem sie die Forderung nach einer "großzügigen Auslegung der Bleiberechtsregelung" unterstütze. 

Die Grünen nannten es "ein Armutszeugnis für ganz Deutschland", dass keine Lösung in der Kettenduldung gefunden wurde und der SSW hob hervor, er vermisse eine Lösung dieses Problems im Gesetz. Die FDP bedauerte, dass die Landesregierung keinen eigenen Gesetzesvorschlag für die Konferenz entwickelt habe.

Laut Angaben des Flüchtlinsbeauftragten des Schleswig-Holsteinischen Landtags leben rund 230.000 Menschen in Deutschland, die den rechtlichen Status der Duldung haben – darunter 3.000 in Schleswig-Holstein.
Für die Betroffenen bedeutet dies, dass ihre Aufenthaltserlaubnis lediglich sechs Monate gültig ist und regelmäßig verlängert werden muss – die so genannte Kettenduldung. Diese Personen haben aufgrund ihres Status nur geringen Anspruch auf Sozialleistungen und wegen des kurzfristigen Bleiberechts unsichere Zukunftsperspektiven.

Stimmen aus dem Plenum:

Ralf Stegner (SPD): Wir brauchen eine unideologische Ausländerpolitik, die auch Akzeptanz in der Bevölkerung findet.

Anne Lütkes (Grüne): Geduldete müssen jeden Tag damit rechnen, abgeschoben zu werden, obwohl sie schon lange Zeit in Deutschland leben.

Peter Lehnert (CDU): Der erzielte Kompromiss beinhaltet die Steuerung und Begrenzung der Zuwanderung unter Berücksichtigung der Aufnahme- und Integrationsfähigkeit.

Klaus-Peter Puls (SPD): Der Nachweis geregelter Erwerbstätigkeit gleicht einer Verhöhnung lange in Deutschland lebender Ausländer.

Wolfgang Kubicki (FDP): Der Vorschlag Hessens stellt einen gangbaren Kompromiss dar.

Anke Spoorendonk (SSW): Die Zahl der Menschen mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus muss so gering wie möglich gehalten werden. Ohne Perspektive kann Integration nicht gelingen.

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Hintergrund:
  Auf Antrag der Grünen berichtet die Landesregierung über ihren Standpunkt in der Diskussion um eine Bleiberechtsregelung für langjährig geduldete Ausländer. Aktueller Hintergrund ist der Beschluss der Innenministerkonferenz zu diesem Thema vom Dezember letzten Jahres.
  Die Innenminister der Länder hatten sich auf keine endgültige Regelung einigen können, sondern stattdessen eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die zunächst die Auswirkung des Zuwanderungsgesetzes in diesem Bereich untersuchen soll. Das Landes-Innenministerium bedauert dies und verweist in dem Bericht darauf, dass Schleswig-Holstein während der Konferenz einen Kompromissvorschlag der hessischen Regierung unterstützt habe. Dieser sah vor, die Vergabe des Bleiberechts nicht an die Bedingung zu knüpfen, das der Bewerber einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgeht. Stattdessen sollte den Betroffenen eine halbjährige Frist zur Arbeitssuche eingeräumt werden.
  Die Diskussion über langjährig geduldete Ausländer ist ein Dauerbrenner in der deutschen Innenpolitik. Es geht hierbei um abgelehnte Asyl-Bewerber, die aufgrund von Krieg und Verfolgung in ihrer Heimat aus humanitären Gründen nicht abgeschoben werden. Laut Angaben des Flüchtlinsbeauftragten des Schleswig-Holsteinischen Landtags leben rund 230.000 Menschen in Deutschland, die den rechtlichen Status der Duldung haben – darunter 3.000 in Schleswig-Holstein. Der größte Personenkreis stammt nach Angaben der Bundesbeauftragten für Ausländerfragen aus dem ehemaligen Jugoslawien beziehungsweise Bosnien (insgesamt gut 122.000). Weitere Herkunftsländer sind die Türkei (14.800), Afghanistan (11.000) oder Vietnam (9.450, Zahlen aus dem Jahr 2002).
  Für die Betroffenen bedeutet dies, dass ihre Aufenthaltserlaubnis lediglich sechs Monate gültig ist und regelmäßig verlängert werden muss – die so genannte Kettenduldung. Diese Personen haben aufgrund ihres Status nur geringen Anspruch auf Sozialleistungen und wegen des kurzfristigen Bleiberechts unsichere Zukunftsperspektiven.

mehr Informationen: plenum-online, Juni 2004
(www.sh-landtag.de/plenumonline/juni2004/
texte/19_20_kohaesion_bleiberecht.htm)

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Investitionsprogramm des Bundes unterschiedlich bewertet

Kiel (SHL/26.01.) Das jüngst aufgelegte Investitionsprogramm der Bundesregierung bietet große Chancen für die Wirtschaft Schleswig-Holsteins. Das stellte Wirtschaftminister Dietrich Austermann (CDU) in einem Bericht fest, der von der schwarz-roten Koalition beantragt wurde. Austermann gab an, dass das Land mit einer Summe von 750 Millionen bis einer Milliarde Euro für die nächsten vier Jahren rechnen könne. Zuspruch fand das Investitionsprogramm auf der Seite von Schwarz-Rot, während die Opposition dem Programm wenig Positives abgewinnen konnte. 

Das vom Bundes-Kabinett Anfang des Jahres vorgestellte Maßnahmen-Paket zur Belebung der Konjunktur soll durch Mehrausgaben sowie Steuer-Erleichterungen für Bürger und Wirtschaft ein Gesamtvolumen von 25 Milliarden Euro für die Jahre 2006 bis 2009 erreichen. Johannes Callsen (CDU) versprach sich von dem Programm eine ankurbelnde Wirkung für "die Forschung, Infrastruktur, Arbeit und Beschäftigung" im Land. Auch sei es zu begrüßen, dass sinnvolle Ansätze wie der Schleswig-Holstein-Fonds durch die Bundesregierung unterstützt werden. Auch Thomas Rother (SPD) beschwor, in Schleswig-Holstein den "Schwung aus Berlin" jetzt aufzunehmen". So trage die "politische Arbeit der letzten Jahre endlich Früchte."

Wenig angetan äußerte sich Oppositionsführer Wolfgang Kubicki (FDP), der zu hohe Staatsausgaben als Grund für die wirtschaftlichen Probleme sah. Problematisch erachtete er in dem Zusammenhang die geplante Mehrwertsteuererhöhung: "Was die Bundesregierung jetzt gibt, nimmt sie 2007 doppelt und dreifach wieder weg." Ähnlich äußerte auch Klaus Müller (Grüne): Von den Maßnahmen der Bundesregierung erwarte er "keine spürbaren Wachstumsimpulse". Allerdings sehe er in dem Programm auch positive Aspekte wie die "Aufstockung des ökologischen Gebäudesanierungsprogramms". Lars Harms (SSW) nannte die Maßnahmen "ein kurzes positives Strohfeuer auf dem Binnenmarkt", welches allerdings durch die Mehrwertsteuererhöhung zunichte gemacht werde.

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Hintergrund:
  Schwarz-Rot fordert die Landesregierung auf, im Plenum über die Auswirkungen des geplanten Investitionsprogramm der neuen CDU/SPD-Bundeskoalition zu berichten.
  Das Bundes-Kabinett hat Anfang des Jahres ein Maßnahmen-Paket zur Belebung der Konjunktur vorgestellt, das durch Mehrausgaben sowie Steuer-Erleichterungen für Bürger und Wirtschaft ein Gesamtvolumen von 25 Milliarden Euro für die Jahre 2006 bis 2009 erreichen soll. Im einzelnen ist folgendes geplant:
  • Bis 2010 sollen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung drei Prozent des Brutto-Inlandproduktes erreichen. Mehrkosten: 4 Milliarden.
  • Die Investitionen in die Verkehrs-Infrastruktur sollen aufgestockt werden. Mehrkosten: 4,3 Milliarden.
  • Ein Programm zur Energie-Gebäudesanierung ist geplant. Mehrkosten: 4 Milliarden.
  • Für Kinder, die ab dem 1. Januar 2007 geboren werden, soll das betreuende Elternteil im ersten Lebensjahr des Kindes 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens als Elterngeld erhalten, maximal 1.800 Euro. Mehrkosten: 3 Milliarden.
  • Unternehmen, die in ihren Maschinenpark investieren, sollen in den Jahren 2006 und 2007 statt bisher 20 nun 30 Prozent der Kaufsumme steuerlich absetzen können. Mindereinnahmen: 4,4 Milliarden.
  • Privathaushalte sollen künftig 20 Prozent ihrer Handwerker-Rechnungen von der Steuer absetzen können – bis zu einem Höchstbetrag von 600 Euro pro Jahr. Mindereinnahmen: 1,65 Milliarden.
  • Eltern sollen ihre Ausgaben für Kinder-Betreuung ab einer Summe von 1.000 Euro jährlich (bei bis zu Sechsjährigen) beziehungsweise vom ersten Cent an (bei Sieben- bis 14-jährigen) steuerlich absetzen können. Mindereinnahmen: 460 Millionen.
  • Für kleine Unternehmen soll die Ist-Besteuerung bei der Umsatzsteuer eingeführt werden. Das heißt: Die Steuer wird nicht mit der Rechnungsausstellung, sondern erst mit der Bezahlung durch den Kunden fällig. Mindereinnahmen: 750 Millionen.
  • Die Investitionszulage für "wachstumsrelevante" Arbeitsplätze in Ostdeutschland wird fortgesetzt. Mindereinnahmen: 450 Millionen.

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