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Auf dieser
Seite: Schulreform
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Top 2:
a.) Entwurf eines Gesetzes zur Weiterentwicklung des
Schulwesens in Schleswig-Holstein Gesetzentwurf der Landesregierung – Drs. 16/1000
Änderungsantrag der Abgeordneten des SSW – Drs. 16/1029
Änderungsantrag der Fraktion B´90/Die Grünen – Drs. 16/1031
Antrag der Fraktionen von CDU und SPD – Drs. 16/1037
(Ausschussüberweisung am 11. Oktober 2006)
Änderungsantrag der Fraktionen von CDU und SPD – Drs. 16/1180neu
; 16/1199
Änderungsantrag der Fraktion der FDP – Drs. 16/1193
Änderungsantrag der Fraktion B´90/GRÜNE – Drs. 16/1194
b.) Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Schleswig-
Holsteinischen Schulgesetzes (Schulgesetz - SchulG)
Gesetzentwurf der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN – Drs. 16/391
(Ausschussüberweisung am 14. Dezember 2005)
c.) Vorgezogene Schuleingangsuntersuchung
Antrag der Fraktion B´90 / DIE GRÜNEN – Drs. 16/124
(Ausschussüberweisung am 16. Juni 2005)
d.) Eckpunkte für die Reform der Oberstufe und die Verkürzung
der Schulzeit
Antrag der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN - Drs. 16/313
(Ausschussüberweisung am 10. November 2005)
Bericht und Beschlussempfehlung des Bildungsausschusses |
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Aufruf gemeinsam mit: |
Top 19:
Minderheitenpolitische
Aspekte des Gesetzes zur Weiterentwicklung des
Schulwesens in Schleswig-Holstein
Antrag der
Abgeordneten des SSW |
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Zäsur in der schleswig-holsteinischen
Bildungslandschaft:
Schwarz-Rot legt dreigliedriges
Schulsystem ad acta
Kritik der Opposition auf verlorenem Posten
(siehe auch Änderungsvorschläge in Extra-Artikel
auf dieser Seite /
Details zu der Reform finden Sie im Hintergrund)
Kiel (SHL/24.01.) Die
umfassendste Änderung im schleswig-holsteinischen Schulsystem
seit Jahrzehnten ist beschlossene Sache: Trotz vehementer Proteste
von Schülern, Lehrern und Eltern wie auch der parlamentarischen
Opposition hat der Landtag mit den Stimmen der Großen Koalition
das neue von der Landesregierung vorgelegte Schulgesetz
verabschiedet. Damit wird bis 2010 die neue Regionalschule an die
Stelle der bisherigen Haupt- und Realschulen treten. Auf Antrag
der Schulträger können Gemeinschaftsschulen entstehen,
und der Weg zum Abitur wird auf zwölf Jahre verkürzt sowie durch
die Profiloberstufe neu gegliedert. Bildungsministerin Ute
Erdsiek-Rave (SPD/Foto) lobte im
Einklang mit den Rednern der Koalition, das Regelwerk führe zu
einem "guten Bildungsangebot, das sowohl den pädagogischen
als auch den demografischen Herausforderungen gerecht wird".
Demgegenüber übte die Opposition teils harsche
Kritik. Wie schon in der Ersten Lesung im Oktober vergangenen
Jahres forderten Grüne und SSW erneut die komplette Abschaffung
des dreigliedrigen Schulsystems und kritisierten, die
Regionalschulen würden sich zu "Restschulen"
entwickeln. Die Liberalen hingegen machten sich erneut für den
Erhalt der Haupt- und Realschulen stark: Nur so könnten Schüler
mit unterschiedlichen Voraussetzungen entsprechend ihrer Begabung
unterrichtet werden.
Die Gesellschaft befinde sich im Wandel,
betonte Ministerin Erdsiek-Rave mit Blick auf neue
Familienformen und einen stetig steigenden Anteil von Kindern mit
Migrationshintergrund. Dieser Entwicklung müsse sich das
Schulsystem anpassen. Sie warb für Vertrauen in die Reform.
Schüler, die sich hohen Hürden gegenübersähen, werde geholfen,
versprach sie. "Die Schule wird euch gut vorbereiten, aber
strengt euch auch an", appellierte sie an die Jugendlichen.
Lehrern und Eltern, die die Regionalschule ablehnten, warf sie
vor, nur an der "Verteidigung von Sozialprestige"
interessiert zu sein. Das sei gegenüber den Hauptschülern "nicht
akzeptabel".
Wadephul fordert Kritiker zu "mehr
Ehrlichkeit" auf
"Die Hauptschule hat keine Zukunft
mehr", verteidigte auch Henning Höppner (SPD) die
Abschaffung dieser Schulform. Demgegenüber werde die
Regionalschule "die Bildungspotentiale ausschöpfen".
Mehr Schüler würden einen höheren Abschluss erreichen, und die
Zahl der Schüler ohne Abschluss werde "auf ein Minimum
sinken", so Höppner. Die Verkürzung der Gymnasialzeit auf
acht Jahre sei zwar „nicht ohne Risiko". Es wäre aber
"unverantwortbar, wenn wir junge Menschen aus unserem
Bundesland ein Jahr später als ihre Altersgenossen an die
Hochschulen und auf den Arbeitsmarkt entlassen würden".
Susanne Herold (CDU) betonte, das neue Gesetz
setze viele CDU-Forderungen um. "Wir stehen zu gegliederten
Strukturen", sagte sie und verwies auf die unterschiedlichen
Regionalschul-Abschlüsse nach der 9. beziehungsweise der 10.
Klasse. Dies stelle eine "Antwort auf den Image-Verlust der
Hauptschulen" dar und rette "die Hauptschule vor dem
Zusammenbruch". Sie hob hervor, dass die künftig
vorgesehenen zentralen Abschlussprüfungen in allen Schularten
einer alten Forderung der Union entsprächen. CDU-Fraktionschef
Johann Wadephul stellte mit Blick auf die Proteste der
Realschullehrer heraus, dass es bereits 40 vereinigte Real- und
Hauptschulen im Lande gebe und dass ähnliche Schularten bereits
in anderen Bundesländern bestünden. Vor diesem Hintergrund
forderte er "mehr Ehrlichkeit" von den Kritikern.
Mit Blick auf die vielen öffentlichen Proteste
wiesen die Koalitionsredner unisono darauf hin, dass "kaum
ein Gesetz so intensiv beraten" worden sei wie dieses. So
habe der Bildungsausschuss 90 Änderungen eingearbeitet.
FDP: Reform zerstört " intakte Strukturen"
Karl-Martin Hentschel (Grüne) kritisierte, das
Gesetz enthalte eine einseitige Förderung der Gymnasien. So
führe die Schulzeitverkürzung auf acht Jahre dazu, dass dort
zusätzlicher Lehrerbedarf entstehe. Dies sei "ungerecht",
weil es zu Lasten anderer Schulformen gehe. Zusätzliche Stunden
müssten auf alle Schulen verteilt werden, forderte der
Grünen-Fraktionschef. Zudem bemängelte Hentschel, das Gesetz
führe zu mehr Bürokratie. Dies treibe die Lehrer in die "innere
Resignation". Stattdessen forderte er eine "Verlagerung
der Kompetenzen nach unten" sowie zusätzliche Angebote für
die Lehrerweiterbildung . Wie Hentschel befürchtete auch die
Grünen-Bildungsexpertin Angelika Birk, die Regionalschule werde
zu einer "Restschule". Denn: Eltern, die das beste für
ihre Kinder wollten, würden diese Schulform meiden, da sie eine
soziale Stigmatisierung fürchteten.
Als "zweischneidig" bezeichnete Anke
Spoorendonk (SSW) die Novelle. Einerseits sei die
Gemeinschaftsschule "ein Schritt voran hin zur ungeteilten
Schule" und damit ein "Signal zum Aufbruch".
Demgegenüber führten aber die Profile in der Oberstufe zu einer
Verringerung des Bildungsangebots: "Ohne grundlegende
Reformen, wie zum Beispiel die Bildung von Oberstufenzentren, bleibt
die Profilbildung ein Schritt zurück in die bildungspolitische
Vergangenheit der 60er Jahre", so Spoorendonk.
Ekkehard Klug (FDP) befürchtete, die Reform
"wird viele Kräfte binden, viel Geld kosten und intakte
Strukturen zerstören". Dies gelte insbesondere für die
flächendeckende Regionalschule. Sie sollte nur dort entstehen, wo
es aufgrund der Schülerzahlen erforderlich sei, etwa in dünn
besiedelten ländlichen Gegenden. Allgemein kritisierte Klug,
durch das Gesetz würden lernschwächere Schüler nicht richtig
gefördert. Er forderte stattdessen, den Hauptschulabschluss in seiner
Qualität zu stärken, denn: "Schulpolitik, die alle über
einen Kamm scheren will", sei "aberwitzig". Und:
"Wer jeden Sonderweg als Aussonderung interpretiert, ist
einer bornierten Integrationsideologie verhaftet."
Das Schulgesetz wurde schließlich mit den Stimmen
von CDU und SPD, gegen FDP und Grüne und bei Enthaltung des SSW
beschlossen.
Zusammenfassung:
Änderungsanträge der Opposition
Die Regierungsfraktionen haben diversen
Änderungsanträgen der Opposition zur Reform des Schulgesetzes
eine Absage erteilt. Die Grünen, die sich insgesamt vergeblich
für eine Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems einsetzten,
scheiterten gleich mehrfach mit ihren bildungspolitischen
Vorschlägen: So fand das Ansinnen der Oppositionspartei, auf die
vorgesehene Einrichtung einer Schülerdatei zu verzichten, keine
Mehrheit. Die Grünen hatten sich aus Gründen des Datenschutzes
gegen die Speicherung anonymisierter Daten wie soziale Herkunft,
Staatsangehörigkeit, Schulerfolg und Kursbelegung ausgesprochen.
Hier teilten die Liberalen und der SSW die Bedenken der
Grünen-Fraktion. Zurückgewiesen wurde zudem die
Forderung, die geplante Erhöhung der Elternbeteiligung an den
Kosten für die Schülerbeförderung zurückzunehmen. Ab dem Jahr
2008 müssen laut dem Gesetz die Eltern nunmehr 30 Prozent tragen.
Keine Mehrheit fand ferner die Forderung, den
Schulen über einen Schulvorstand und durch die Gewährung eines
Pauschalbudgets mehr Eigenverantwortung zuzubilligen. "Das
Land erstickt die Lehrer mit Vorschriften", wähnte
Karl-Martin Hentschel (Grüne) die Landesregierung deshalb auf dem
Holzweg. Auch der Vorstoß der
Grünen, die Schuleingangsuntersuchung auf mindestens ein Jahr vor
der Einschulung vorzuverlegen, fiel im Parlament durch. Damit
hatte die Oppositionspartei gewährleisten wollen, dass bei
Kindern motorische und sprachliche Defizite künftig
rechtzeitig bekämpft werden können.
Auch die FDP, die als einzige Landtagspartei
grundsätzlich am dreigliedrigen Schulsystem festhalten wollte,
und der SSW drangen mit ihren Änderungswünschen nicht durch: So
wurde der Vorstoß der Liberalen, am 10. Hauptschuljahr
festzuhalten, ebenso zurückgewiesen wie die Forderung, die
grundsätzliche Einschulung von sechsjährigen Kindern
zurückzunehmen. Laut den neuen Richtlinien müssen Jungen und
Mädchen, die in ihrer Entwicklung zurückgeblieben sind, das
erste Schuljahr notfalls bis zu dreimal absolvieren. Das
Aufschieben der Einschulung ist künftig nur noch aus
gesundheitlichen Gründen möglich. Ekkehard Klug (FDP) sprach
angesichts dessen von einer "starren Stichtagsregelung".
Das Ansinnen des SSW, die dänischen Schulen bei
der Erstattung der Beförderungskosten mit den allgemeinbildenden
Schulen bis zum Jahresanfang 2009 gleichzustellen, wurde in der
Sache nicht abgelehnt, sondern zur weiteren Erörterung an den
Bildungsausschuss überwiesen. Ebenfalls im Ausschuss beraten wird
ein SSW-Vorstoß zum Anrecht auf Friesisch-Unterricht im Kreis
Nordfriesland und auf der Insel Helgoland. Anke Spoorendonk (SSW)
zeigte sich in diesem Punkt optimistisch: Sie habe
"Signale" ausgemacht, dass die Forderungen seitens der
Großen Koalition noch nachträglich erfüllt werden könnten.
Hintergrund:
Der Landtag berät in Zweiter
Lesung über den Entwurf für ein neues Schulgesetz, den
die Landesregierung im vergangenen Oktober ins Parlament
eingebracht hat. Hierzu wurden dem Landtag auch
Änderungsanträge von SSW, Grünen und FDP vorgelegt, die
nun ebenfalls abschließend beraten werden. Gegenstand der
bildungspolitischen Debatte sind zudem drei
Änderungsanträge der Grünen zum Schulgesetz, die die
Oppositionsfraktion zwischen Juni und Dezember 2005 ins
Parlament eingebracht hat und ein Antrag des SSW. Hier
wird eine Sonderregelung für die Schüler an den Schulen
der dänischen Minderheit gefordert.

Mit den Stimmen von
CDU und SPD, gegen die FDP und bei Enthaltung der Grünen
empfiehlt der Ausschuss, den Regierungsentwurf weitgehend
unverändert anzunehmen. Demnach soll das
schleswig-holsteinische Schulsystem bis zum Beginn des
Unterrichtsjahres 2010/2011 in einigen zentralen Bereichen
umgestaltet werden. Unser Foto zeigt die
Landesschülervertretung der Realschulen bei der Anhörung
im Bildungsausschuss am 6. Dezember vergangenen Jahres.
Der Entwurf der
Landesregierung
Nach dem Willen der
Landesregierung soll Schleswig-Holstein als erstes
Bundesland die Gemeinschaftsschule als neue Schulart
erhalten. Hier sollen die Schüler bis zur 10. Klasse
gemeinsam lernen. Die Gemeinschaftsschulen
bieten die Abschlüsse von Haupt- und Realschule sowie den
Übergang zur gymnasialen Oberstufe an, die sie auch selbst
haben können. Bis 2010 sollen alle integrierten
Gesamtschulen zu Gemeinschaftsschulen entwickelt werden.
Diese können aber auch aus anderen Schularten hervorgehen,
wenn die Träger dies wollen. Zum Beginn des Schuljahres
2007/08 könnten die ersten Gemeinschaftsschulen in
Schleswig-Holstein starten.
Außerdem werden Haupt- und Realschulen zu so
genannten Regionalschulen zusammengeführt.
Dort wird es eine gemeinsame Orientierungsstufe (Klassen 5
und 6) geben, erst danach trennen sich die Bildungsgänge
Hauptschule (bis 9. Klasse) und Realschule (bis 10. Klasse).
Die Koalition will so Bildungschancen verbessern und auf
ständig sinkende Anmeldezahlen an Hauptschulen reagieren.
Für die Vorbereitung der Schulen auf die Zusammenführung
von Haupt- und Realschulen zu Regionalschulen will die
Landesregierung zusätzliche Fortbildungsmittel
bereitstellen. An den Gymnasien verkürzt sich die Schulzeit
bis zum Abitur vom Schuljahr 2008/09 an von neun auf acht
Jahre, an der Gesamtschule bleibt es bei neun.
In der gymnasialen Oberstufe soll das bisherige
Kurssystem ab 2008/2009 durch die so genannte Profiloberstufe
ersetzt werden. Demnach werden Abiturienten in drei
verpflichtende Kernfächern (Mathematik, Deutsch, eine
Fremdsprache) geprüft. Hinzu kommt ein vom Schüler
gewähltes Profil, bestehend aus einem Schwerpunktfach und
drei ergänzenden Fächern. Diese Profile können einen
naturwissenschaftlichen, einen sprachlichen, einen
gesellschaftswissenschaftlichen oder einen musischen
Schwerpunkt haben. Jede Schule muss mindestens ein
sprachliches und ein naturwissenschaftliches Profil
anbieten. Die Reform sieht außerdem vermehrt Unterricht im
Klassenverband vor.
Das Gesetz beinhaltet zudem die Einführung einer Schülerdatei.
Demnach sollen künftig Informationen über soziale
Herkunft, Staatsangehörigkeit, Sitzenbleiben oder
Schulerfolg sowie Kursbelegung anonym zentral gespeichert
werden. Dies soll der Erstellung von "Bildungsverlaufanalysen
auf wissenschaftlicher Grundlage" dienen.
Das fordern die Grünen:
Die Grünen fordern
in ihrem Änderungsantrag die Streichung dieser Regel. Auch
haben die Grünen im Vorhinein gegen die geplante
30-prozentige Elternbeteiligung an den Schüler-Fahrtkosten
protestiert. Sie wollen außerdem die Eigenverantwortung der
Schulen stärken und übernehmen hierfür Passagen aus dem
niedersächsischen Schulgesetz. So wird beispielsweise die
Einrichtung eines Schulvorstandes mit Vertretern der
Lehrkräfte, Eltern, Schüler und des Trägers
vorgeschlagen, der über wichtige Fragen des Schulbetriebs
entscheiden soll. Zudem sollen die Schulen im Rahmen eines
eigenen Budgets frei über ihre Finanzmittel verfügen
können. Darüber hinaus wollen die Grünen das
mehrgliedrige Schulsystem komplett abschaffen, gemeinsame
Oberstufenzentren bilden und auf das Sitzenbleiben ganz
verzichten. Mit den Stimmen der Koalition und der FDP
empfiehlt der Ausschuss, diesen Antrag abzulehnen.
Auf Ablehnung im Ausschuss ist auch ein Vorstoß der
Grünen aus dem Jahr 2005 gestoßen, der die Rechte
kinderreicher Eltern bei der Wahl von Klassen- und
Schulelternbeiräten stärken soll. Demnach sollen Eltern
für jedes ihrer Kinder, das die jeweilige Schule oder
Klasse besucht, in den Elternversammlungen eine Stimme
haben. Zurzeit haben alle Eltern das gleiche Stimmrecht,
unabhängig von der Zahl ihrer Kinder. CDU und SPD stimmten
im Ausschuss dagegen, die FDP enthielt sich.
Mit den gleichen Mehrheitsverhältnissen spricht sich
der Ausschuss gegen einen Vorstoß der Grünen zur
Vorverlegung der Schuleingangsuntersuchungen aus. Die
Oppositionsfraktion will diese Untersuchungen mindestens ein
Jahr vor der Einschulung abhalten. Damit soll gewährleistet
werden, dass motorische und sprachliche Defizite rechtzeitig
behoben werden können.
Und auch ein weiterer Grünen-Vorschlag ist im
Ausschuss bei CDU, SPD und FDP durchgefallen: Hierbei sollte
unter anderem der Realschulabschluss bereits nach neun
Jahren und das sogenannte "Turbo-Abi" bereits nach
elf Jahren möglich sein.
Das will der SSW:
Der SSW begrüßt in
seinem Antrag, dass die Schülerkostensätze, die die
Schulen der dänischen Minderheit für die Betreuung der
Kinder und Jugendlichen von den Kreisen fordern können, im
neuen Gesetz den allgemeinbildenden Schulen gleichgestellt
wurden. Er fordert jedoch auch eine Gleichstellung bei den
Beförderungskosten der Schüler des Dänischen Schulvereins
bis zum Jahresanfang 2009. Dies war auch Bestandteil eines
SSW-Antrags vom Oktober, der im Ausschuss jedoch an den
Gegenstimmen von CDU, SPD und FDP gescheitert ist. Die
Partei der dänischen Minderheit reagiert damit auf die
Diskussion der vergangenen Monate: Verschiedene Kreise im
Landesteil Schleswig hatten aufgrund knapper Kassen gedroht,
die Fahrtkostenzuschüsse für diese Schulen zu kürzen oder
zu streichen.
Zudem sollen nach Willen des SSW Schüler im Kreis
Nordfriesland und auf der Insel Helgoland auf Antrag
Friesisch-Unterricht erhalten und über die Geschichte und
Kultur der Friesen informiert werden. Die Kosten hierfür
soll das Land tragen.
Das fordern die
Liberalen:
Im FDP-Änderungsentwurf
wird die Einführung der Gemeinschaftsschule abgelehnt.
Stattdessen wird der Erhalt des 10. Hauptschuljahres
gefordert. Erstklässler, "die körperlich, geistig,
seelisch oder sozial nicht genügend entwickelt sind",
sollen nach Willen der Liberalen an den Kindergarten
zurückgewiesen werden können, wo sie intensiv gefördert
werden sollen. Damit reagiert die FDP auf die im
Regierungsentwurf vorgesehene grundsätzliche Einschulung
aller Sechsjährigen. Zudem fordert die FDP dir
Gleichstellung von Privatschulen "bei der Erfüllung
der allgemeinen öffentlichen Bildungsaufgaben", da
diese das Schulwesen "bereichern".
Verbände kündigen
Volksinitiative an:
Unterdessen haben mehrere Verbände
bereits angekündigt, im Kampf um das dreigliedrige Schulsystem das
Gesetz nach seiner Verabschiedung über eine Volksinitiative wieder kippen zu wollen. Zum Bündnis, das einen Volksentscheid
anstrebt, gehören Realschullehrer- und Philologenverband (Gymnasiallehrer), Elternverein und die Landesschülervertretung der
Realschulen. "Wir wollen dem Schulwesen im Land eine zukunftssichere
Struktur geben", sagte der Vorsitzende des Elternvereins, Ulrich
Kliegis einen Tag vor der Sitzung in Kiel. Er legte dem
Bildungsausschuss mehr als 4.300 Unterschriften für die Erhaltung
kleiner Grundschulen vor.
mehr Informationen: plenum-online,
1. Lesung: Dezember
2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/dezember2005/texte/12_schulgesetz.htm)
1. Lesung: Oktober
2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/oktober2006/texte/06_schulreform.htm)
Kostendiskussion: Dezember
2006
(www.sh-landtag.de/plenumonline/dezember2006/texte/19_schulreform.htm)
Schuleingangsuntersuchung:
Juni
2005
(www.sh-landtag.de/plenumonline/juni2005/
texte/08_17_kitagesetz_schuluntersuchung.htm)
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