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Marktgerechtes Angebot an ökologisch produzierten Lebensmitteln
Antrag der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN – Drs.16/1160

Landtag: Chancen der Bio-Landwirtschaft besser nutzen

Kiel (SHL/24.01.) Abgeordnete aller Couleur haben sich für eine Stärkung des Bio-Landbaus in Schleswig-Holstein ausgesprochen. Angesichts zweistelliger Wachstumsraten betonten Regierungsfraktionen und Oppositionsparteien die Chancen in diesem Bereich der Landwirtschaft. Gräben taten sich allerdings bei Art und Umfang eines Engagements des Landes im Biolandbau auf. Während SPD, Grüne und SSW eine stärkere finanzielle Unterstützung der Öko-Bauern anmahnten, forderte die CDU eine Qualitätsoffensive für ein einheitliches Biosiegel. Die FDP stimmte Anschubfinanzierungen für Landwirte zu, wandte sich aber gegen breite Subventionierungen. Anlass der Debatte war ein Antrag der Grünen, der an den Umwelt- und Agrarausschuss überwiesen wurde. Darin hatte die Oppositionspartei unter anderem ein Finanzkonzept des Landes zur Förderung des Biolandbaus gefordert.

"Die Biobauern können die Nachfrage nicht decken", begründete Detlef Matthiessen (Grüne) den Vorstoß seiner Partei. Der Anteil importierter Bio-Produkte nehme zu und an Schleswig-Holsteins Ökobauern würde das Wachstum vorbeigehen. Landwirtschaftsminister Christian von Boetticher (CDU) sah trotz der "erfreulichen Entwicklung" im Biolandbau ein grundsätzliches Problem für die Bio-Bauern: Wie bei ihren Kollegen aus der herkömmlichen Landwirtschaft profitiere bislang "nur der Einzelhandel von dem Boom", und nicht der Produzent.

"Die Entwicklung des Biolandbaus ist begrüßenswert", befand auch Claus Ehlers (CDU). Aber: Um konkurrenzfähig zu bleiben, bräuchten hiesige Bio-Bauern ein Gütesiegel, um sich von der ausländischen Konkurrenz abzugrenzen. "Zwei Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2000, geschätzte viereinhalb Milliarden im Jahr 2006: Diese Zahlen der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) belegen eindrücklich das Wachstum des Marktes mit Bio-Produkten in Deutschland", betonte Henning Höppner (SPD).

Etwa drei Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe in Schleswig-Holstein stellen Öko-Produkte her, rechnete Günther Hildebrand (FDP) vor. Diese Biobauern bewirtschafteten drei Prozent der Anbaufläche, sah der Liberale noch Steigerungschancen in diesem Bereich. In dieselbe Richtung zielte Lars Harms (SSW): "Das Land muss erkennen, dass in dem Markt Chancen liegen, die mit jetziger Förderung nicht ausgenutzt werden könnten."


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