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Kooperation von Jugendhilfe und Schule
Landtagsbeschluss vom 15. September 2006 – Drs. 16/958neu
Federführend ist das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren
Drucksache: 16/1072
-Plenarprotokoll-

Schule und Jugendhilfe
enger verzahnen

Mehr Geld für Projektarbeit gefordert

Kiel (SHL/25.01.) Die Kooperation von Jugendhilfe und Schule soll künftig noch stärker ausgebaut werden. In einem von den Grünen initiierten Bericht rückte Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) vor allem die Bildungschancen in den Mittelpunkt. Es sei die zentrale gesellschaftspolitische Zukunftsaufgabe des Landes, eine "ganzheitliche Bildung von Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen", vor allem auch jenen aus sozial benachteiligten Bevölkerungsschichten. Das Plenum nahm die Regierungspläne insgesamt positiv auf. Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass die jährliche Unterstützung von 26.000 Euro pro Kreis oder kreisfreier Stadt nicht ausreiche, um Kooperationsprojekte auf eine solide Basis zu stellen.

Trauernicht hob zudem die Bedeutung der Offenen Ganztagsschulen in diesem Bereich hervor. Sie würden einen großen Beitrag zur Familienfreundlichkeit leisten. Die einstige Zielgröße im Jahr 2004 von 200 Offenen Ganztagesschulen im Jahr 2007 sei mit derzeit 317 Schulen deutlich überschritten worden. Die Angebote der Jugendhilfe an den Schulen reichen von der Hausaufgabenhilfe über die Drogen-Aufklärung bis hin zu Sport- und Freizeitaktivitäten. 

Die Grünen-Abgeordneten Angelika Birk bemängelte in der Aussprache, dass durch eine zu hohe finanzielle Selbstbeteiligung der Eltern die Gefahr "der sozialen Spaltung im Ganztags-Schulprogramm" drohe. Durch mangelnde finanzielle Unterstützung habe die Regierung die Chance verpasst, Jugendhilfe und Schule weiter zusammen zu führen. Nun stehe „das Gesamtprojekt im Alltag auf wackeligen Füßen".  Der Liberale Heiner Garg schlug in die gleiche Kerbe: Zwar habe die Regierung die Probleme erkannt und die Kooperation von Schule und Jugendhilfe verbessert, doch würden die Schulen durch mangelnde Förderung allein gelassen. Lars Harms (SSW) warnte davor, die Schule nicht allein "für alle möglichen Angelegenheiten" einzuspannen.

Die SPD-Abgeordnete Sandra Redmann rückte die Gewaltprävention in den Mittelpunkt ihrer Rede. Auch in diesem Bereich wäre allein die Schule ohne externe Jugendhilfe überfordert. Zuvor hatte ihr Koalitionskollege Niclas Herbst (CDU) davor gewarnt, dass Thema Gewalt nur als Problem der Sozialschwachen zu sehen.

Der Bericht wurde an den Sozialausschuss überwiesen; Mitberatung ist im Bildungsausschuss vorgesehen.

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Hintergrund:
   Auf Initiative der Grünen berichtet die Landesregierung über die Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule. Zwischen diesen beiden Bereichen gibt es viele Schnittstellen: Kooperations-Projekte von Lehrern, Sozialarbeitern und Erziehungsberatern sind etwa bei Ganztagsangeboten in Schulen möglich. Laut dem Bericht wird diese Kooperation in Zukunft an Bedeutung gewinnen, denn die Landesregierung will die Zielgröße von 200 Offenen Ganztagsschulen in diesem Jahr deutlich überschreiten. Seit 2001 stellt das Sozialministerium zur Förderung dieser Zusammenarbeit jedem Kreis und jeder kreisfreien Stadt jährlich 26.000 Euro zur Verfügung.

Die Angebote reichen von der Hausaufgabenhilfe über die Drogen-Aufklärung bis hin zu Sport- und Freizeitaktivitäten. Einige Beispiele:

  • In Lübeck unterstützt das Lernhilfeprojekt "Eichholz" ein Ganztagsangebot für verhaltensauffällige Schüler. Dies beinhaltet unter anderem Mittagessen, Hausaufgabebetreuung und Freizeitangebote.
  • In Flensburg wird unter anderem das Projekt "Arbeit mit jugendlichen Sexualstraftätern", eine deutsch-dänische Kita-Zusammenarbeit und eine Spielmobil-Aktion für Grundschulen, gefördert.
  • In Dithmarschen ist ein Anti-Aggressionstraining im Angebot. Zudem werden Jugendliche zu "schulischen Suchtmultiplikatoren" weitergebildet, und es gibt Theater-Aufführungen zum Thema Aids.
  • Im Kreis Pinneberg biete das Unterrichtsprojekt "Mit mir spricht ja keiner" Hilfe bei psychischen Erkrankungen in der Familie. An Elmshorner Grundschulen ist die Gewaltprävention ein besonderes Thema.

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