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Schule und
Jugendhilfe
enger verzahnen
Mehr Geld für
Projektarbeit gefordert
Kiel (SHL/25.01.)
Die Kooperation von Jugendhilfe und Schule soll künftig noch
stärker ausgebaut werden. In einem von den Grünen initiierten
Bericht rückte Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) vor allem
die Bildungschancen in den Mittelpunkt. Es sei die zentrale
gesellschaftspolitische Zukunftsaufgabe des Landes, eine "ganzheitliche
Bildung von Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen", vor
allem auch jenen aus sozial benachteiligten
Bevölkerungsschichten. Das Plenum nahm die Regierungspläne
insgesamt positiv auf. Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass
die jährliche Unterstützung von 26.000 Euro pro Kreis oder
kreisfreier Stadt nicht ausreiche, um Kooperationsprojekte auf
eine solide Basis zu stellen.
Trauernicht hob zudem die
Bedeutung der Offenen Ganztagsschulen in diesem Bereich hervor.
Sie würden einen großen Beitrag zur Familienfreundlichkeit
leisten. Die einstige Zielgröße im Jahr 2004 von 200 Offenen
Ganztagesschulen im Jahr 2007 sei mit derzeit 317 Schulen deutlich
überschritten worden. Die Angebote der Jugendhilfe an den Schulen
reichen von der Hausaufgabenhilfe über die Drogen-Aufklärung bis
hin zu Sport- und Freizeitaktivitäten.
Die Grünen-Abgeordneten
Angelika Birk bemängelte in der Aussprache, dass durch eine zu
hohe finanzielle Selbstbeteiligung der Eltern die Gefahr "der
sozialen Spaltung im Ganztags-Schulprogramm" drohe. Durch
mangelnde finanzielle Unterstützung habe die Regierung die Chance
verpasst, Jugendhilfe und Schule weiter zusammen zu führen. Nun
stehe „das Gesamtprojekt im Alltag auf wackeligen
Füßen". Der Liberale Heiner Garg schlug in die
gleiche Kerbe: Zwar habe die Regierung die Probleme erkannt und
die Kooperation von Schule und Jugendhilfe verbessert, doch
würden die Schulen durch mangelnde Förderung allein gelassen. Lars Harms (SSW) warnte davor, die Schule nicht allein "für
alle möglichen Angelegenheiten" einzuspannen.
Die SPD-Abgeordnete Sandra Redmann rückte die
Gewaltprävention in den Mittelpunkt ihrer Rede. Auch in diesem
Bereich wäre allein die Schule ohne externe Jugendhilfe
überfordert. Zuvor hatte ihr Koalitionskollege Niclas Herbst
(CDU) davor gewarnt, dass Thema Gewalt nur als Problem der
Sozialschwachen zu sehen.
Der Bericht wurde an den Sozialausschuss
überwiesen; Mitberatung ist im Bildungsausschuss vorgesehen.
Hintergrund:
Auf Initiative der
Grünen berichtet die Landesregierung über die
Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule. Zwischen
diesen beiden Bereichen gibt es viele Schnittstellen:
Kooperations-Projekte von Lehrern, Sozialarbeitern und
Erziehungsberatern sind etwa bei Ganztagsangeboten in
Schulen möglich. Laut dem Bericht wird diese Kooperation
in Zukunft an Bedeutung gewinnen, denn die Landesregierung
will die Zielgröße von 200 Offenen Ganztagsschulen in
diesem Jahr deutlich überschreiten. Seit 2001 stellt das
Sozialministerium zur Förderung dieser Zusammenarbeit
jedem Kreis und jeder kreisfreien Stadt jährlich 26.000
Euro zur Verfügung.
Die
Angebote reichen von der Hausaufgabenhilfe über die
Drogen-Aufklärung bis hin zu Sport- und
Freizeitaktivitäten. Einige Beispiele:
- In Lübeck
unterstützt das Lernhilfeprojekt "Eichholz"
ein Ganztagsangebot für verhaltensauffällige
Schüler. Dies beinhaltet unter anderem Mittagessen,
Hausaufgabebetreuung und Freizeitangebote.
- In Flensburg wird
unter anderem das Projekt "Arbeit mit
jugendlichen Sexualstraftätern", eine
deutsch-dänische Kita-Zusammenarbeit und eine
Spielmobil-Aktion für Grundschulen, gefördert.
- In Dithmarschen ist
ein Anti-Aggressionstraining im Angebot. Zudem werden
Jugendliche zu "schulischen
Suchtmultiplikatoren" weitergebildet, und es gibt
Theater-Aufführungen zum Thema Aids.
- Im Kreis Pinneberg
biete das Unterrichtsprojekt "Mit mir spricht ja
keiner" Hilfe bei psychischen Erkrankungen in der
Familie. An Elmshorner Grundschulen ist die
Gewaltprävention ein besonderes Thema.
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