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Auf dieser Seite: Leukämie-Erkrangungen 

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Leukämiefälle im Raum Geesthacht / Elbmarsch
Landtagsbeschluss vom 11.10.2006, Drucksache 16/1030neu
Federführend ist das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren
Drucksache: 16/1165
-Plenarprotokoll-

Leukämie-Häufung in der Region Geesthacht/Elbmarsch: 
Noch immer keine Erklärung

Landesregierung sieht keine Verbindung zwischen den Atomanlagen und den Blutkrebs-Erkankungen

Kiel (SHL/25.01.) Auch eine Debatte im Landtag konnte kein Licht ins Dunkel bringen: Die überdurchschnittliche Häufung der Leukämie-Fällen bei Kindern im Raum Geesthacht/Elbmarsch bleibt unerklärt. Eine schlüssige Erklärung sei bisher nicht gefunden worden, sagte Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) in einem von Grünen, CDU und SPD beantragten Regierungsbericht. Es erfülle sie mit "Sorge und Bitterkeit", dass die Ursachenforschung trotz großer Anstrengungen nicht vorankomme. Die Redner aller Fraktionen forderten unisono das Thema weiter intensiv im Blick zu behalten. Ein erster Schritt hierzu sei die Einführung eines bundesweit einheitlichen Krebsregisters, so die allgemeine Forderung. Trauernicht sagte, sie wolle sich in Niedersachsen für eine Meldepflicht von Krebserkrankungen einsetzen, um die Datengrundlage zu verbessern. Auch in Hamburg müssen Krebsfälle bisher nicht gemeldet werden. Und: Der Sozialausschuss des Landtages, der das Thema weiter beraten soll, wird an einer Expertenhörung des niedersächsischen Landesparlaments teilnehmen.

Unterschiedliche Auffassungen traten in Bezug auf die Atomanlagen in Geesthacht und Krümmel zutage. Während die Grünen eine grundsätzliche "Minimierung von Strahlenemissionen" in der Region forderten, wandte sich die CDU gegen eine "ideologische Betrachtungsweise": Alle Versuche, die Atomanlagen verantwortlich zu machen, hätten bisher keine Ergebnisse erbracht.

Die Landesregierung sieht keine Verbindung zwischen den Atomanlagen und der Blutkrebs-Häufung. Ministerin Trauernicht betonte, eine Vielzahl von möglichen Ursachen seien von der schleswig-holsteinischen und der niedersächsischen Landesregierung sowie von verschiedenen Experten untersucht worden – von der Radioaktivität über die Verschmutzung der Elbe bis hin zu Bodenproben auf Kinderspielplätzen und der Muttermilch. Sie wandte sich im Einklang mit allen Fraktionen gegen sensationsheischende Medien-Berichterstattung über diese Problematik. Für die Zukunft versprach sie: "Wir lassen nichts unversucht." Trauernicht kündigte eine Untersuchung durch das Institut für Geophysik der Uni Mainz an, warnte aber: "Wir dürfen keine allzu großen Erwartungen haben."

In den Jahren 1990 bis 2006 wurden aus dem Raum Geesthacht / Elbmarsch 16 Fälle von Leukämie-Erkrankungen bei Kindern unter 15 Jahren gemeldet, zuletzt im Vorjahr. Dies ist eine weltweit einmalige Häufung. Die Bürgerinitiative gegen Leukämie in der Elbmarsch vermutet, dass es vor 20 Jahren auf dem Gelände des Atom-Versuchsreaktors Geesthacht (GKSS) einen Unfall gegeben hat. Damals sei erhöhte Radioaktivität ausgetreten, so der Verdacht. In unmittelbarer Nähe befindet sich außerdem das Kernkraftwerk Krümmel.

Hauptredner: Detlef Matthiessen (Grüne), Ursula Sassen (CDU), Jutta Schümann und Olaf Schulze (SPD), Heiner Garg (FDP), Lars Harms (SSW)

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Hintergrund:
   Auf Initiative der Grünen berichtet die Landesregierung über die Häufung der Leukämie-Fälle im Raum Geesthacht/Elbmarsch. In dem Papier äußert das zuständige Sozialministerium Besorgnis über die überdurchschnittliche Erkrankungsrate in der Gegend. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass es weltweit 108 so genannte "Cluster" gebe, in denen gehäuft Krebs-Erkrankungen ohne erkennbare Ursache aufträten. Behauptungen über einen Brand oder eine Explosion im Forschungskernreaktor Geesthacht (GKSS) und einem damit verbundenen Austritt von radioaktiver Strahlung weist die Landesregierung zurück.
   In den Jahren 1990 bis 2006 wurden aus dem Raum Geesthacht/Elbmarsch 16 Fälle von Leukämie-Erkrankungen bei Kindern unter 15 Jahren gemeldet, zuletzt im Vorjahr. Die Bürgerinitiative gegen Leukämie in der Elbmarsch vermutet, dass es vor 20 Jahren auf dem Gelände der Atomanlage einen Unfall gegeben hat. Damals sei erhöhte Radioaktivität gemessen worden, deren Ursache immer noch unklar sei. In unmittelbarer Nähe befindet sich außerdem das Kernkraftwerk Krümmel.
   Ein im vergangenen Dezember vorgelegtes Gutachten von Geologen der Universität Frankfurt am Main unterstützt die Position der Landesregierung. Demnach gibt es keine Anzeichen für eine unnatürliche Strahlung,
   Bereits Anfang der 90er Jahre hatten Niedersachsen und Schleswig-Holstein Untersuchungskommissionen eingesetzt. In dem Ende 2004 vorgelegten Abschlussbericht kam auch dieses Expertengremium zu dem Ergebnis, dass es zwischen den Leukämie-Fällen in der Elbmarsch und dem Betrieb der benachbarten Atomanlagen keinen ursächlichen Zusammenhang gebe.
   Unterdessen hat die SPD-Landtagsfraktion eine gemeinsame Anhörung der Sozialausschüsse der drei Landesparlamente Schleswig-Holsteins, Hamburgs und Niedersachsens zu dem Thema vorgeschlagen.

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