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Regionalflughafen
Lübeck-Blankensee
soll gerettet werden
Koalition, FDP und
SSW fordern Lübecker Bürgerschaft auf, die Geschäftsbeziehung mit
Großinvestor fortzusetzen / Grüne strikt gegen jede weitere
Subventionierung

Kiel (SHL/28.01)
Einen Tag vor der Entscheidung der Lübecker
Bürgerschaft zum weiteren Berieb des Regionalflughafens
Lübeck-Blankensee ist im Parlament ein Streit zwischen den Grünen
und den übrigen Landtagsparteien über die Verlängerung der
Verträge mit dem neuseeländischen Investor Infratil entbrannt.
Während die Oppositionspartei eine Vertragsverlängerung sowie eine
finanzielle Unterstützung des Regionalflughafens durch das Land
ablehnt, riefen CDU, SPD, FDP und SSW die Bürgerschaft dazu auf,
die Geschäftsbeziehung mit Infratil zumindest bis 22. Oktober
dieses Jahres fortzusetzen.
Hintergrund der Debatte
in der von den Grünen beantragten Aktuellen Stunde: Infratil, das
einen 90-Prozent Anteil an der Betreibergesellschaft des Airports
hält, hatte Mitte Januar angekündigt, sich angesichts des
defizitären Betriebs zurückzuziehen. Der Investor nutzt damit eine
im Vertrag mit der Hansestadt festgelegte Ausstiegsoption, erklärte
sich aber bereit, den Betrieb bis zum Beginn des Winterplans im
Oktober weiterzuführen, wenn Lübeck die bis dahin auflaufenden
Schulden übernimmt. Nach Medienberichten belaufen sich diese auf
voraussichtlich 1,6 Millionen Euro. Größter Großkunde des
Regionalflughafens ist der Billigflieger "Ryanair".
Das Unternehmen soll laut den Lübecker Nachrichten
angedeutet haben, den Sommerflugplan nur dann aufzunehmen,
wenn Infratil an dem Standort bis Oktober verbleibt.
Grüne wittern
Erpressung /
Landesregierung steht zu Blankensee
„Lübeck hat sich
erpressen lassen", wetterte Grünen-Fraktionschef Karl-Martin
Hentschel. Der Vertrag, den Lübeck mit Infratil geschlossen hat,
habe sich „als finanzielles und wirtschaftliches Waterloo"
erwiesen. Grundsätzlich wandte sich Hentschel zudem gegen jegliche
Subventionierung von Billigfliegern. Umweltminister Christian von Boetticher (CDU) stellte dagegen
in Vertretung des erkrankten Wirtschaftsministers klar, dass die Landesregierung zum Flughafen
Blankensee steht. „Das Angebot ist wettbewerbsfähig und
profitabel", sagte er und betonte, dass das Land nicht als
Betreiber von Blankensee einsteigen werde.
Während Heiner Garg
(FDP) den Grünen vorwarf, „jede Situation zu nutzen, um den
Flughafen platt zu machen", befand der SSW-Abgeordnete Lars
Harms: „1,6 Millionen sind angenehmer als 23 Millionen". 23
Millionen Euro stehen für aufgelaufene Verluste seit dem Einstieg
der Neuseeländer sowie für Investitionen und den Kaufpreis. Dies
müsste Lübeck laut Vertrag an Infratil beim sofortigen Ausstieg
zahlen.
Koalition erinnert an
Arbeitsplätze / Wirtschaftsausschuss beobachtet die weitere Entwicklung
Hans-Jörn Arp (CDU)
erinnerte auch an die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens und
die Arbeitsplätze. „Wo immer wir können, werden wir den
Flughafen unterstützen", sagte er. Sein Koalitionskollege
Thomas Rother (SPD) aus Lübeck bezeichnete Blankensee als „sinnvolle
Ergänzung zum Hamburger Flughafen und als wichtigen
Standortfaktor".
In der kommenden Woche
wird sich der Wirtschaftsausschuss mit dem Thema beschäftigen.
Hintergrund:
Aktuellen Berichten zufolge trägt sich der Betreiber
und Großinvestor des Lübecker Regionalflughafens
Blankensee, das neuseeländische Infrastrukturunternehmen
Infratil, mit Rückzugsgedanken. Nur wenn die Stadt
Lübeck einer Übernahme der seit Jahresbeginn
auflaufenden Verluste zustimme, will Infratil auf einen
sofortigen Ausstieg verzichten, heißt es in der
regionalen Berichterstattung. Dem Vernehmen nach geht es
um Verluste bis zum 23. Oktober dieses Jahres
– das Datum ist mit der Umstellung auf den
Winterflugplan verbunden. Die Rede ist von potentiellen
Verlusten in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Infratil hält
einen Anteil von 90 Prozent an der Betreibergesellschaft.
Größter Großkunde des
Regionalflughafens ist der Billigflieger "Ryanair".
Das Unternehmen soll laut den Lübecker Nachrichten
angedeutet haben, den Sommerflugplan nur dann aufzunehmen,
wenn Infratil an dem Standort bis Oktober verbleibt. Über
die Übernahme der Verluste will die Lübecker
Bürgerschaft Ende Januar entscheiden.
Stichwort:
Aktuelle Stunde
Bei einer Aktuellen Stunde beraten die
Abgeordneten ohne feste Rednerliste über einen Gegenstand
von tagesaktueller Bedeutung. Die Redezeit ist auf fünf
Minuten pro Beitrag begrenzt. Die Reden sollen frei
gehalten werden. Die Gesamtredezeit der Abgeordneten darf
60 Minuten nicht überschreiten; hinzu kommt das Zeitkonto
der Landesregierung von maximal 30 Minuten.
Der Antrag auf eine
Aktuelle Stunde muss von einer Fraktion oder mindestens
von fünf Abgeordneten stammen und muss spätestens zwei
Tage vor Sitzungsbeginn gestellt werden.
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