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Auf dieser Seite: Kulturelle Entwicklung

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Stand und Perspektiven der kulturellen 
Entwicklung Schleswig-Holsteins
Große Anfrage der Fraktion der SPD – Drucksache 16/2046
Antwort der Landesregierung / Federführend ist das Ministerpräsident

Drs.:16/2276 


 

Neu: Von der 
Tagesordnung abgesetzt

 

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Hintergrund:
Die Landesregierung legt dem Landtag ihre 325 Seiten starke Antwort auf eine Große Anfrage der SPD zum Thema "Kulturelle Entwicklung Schleswig-Holsteins" vor. Die Sozialdemokraten hatten insgesamt 94 Einzelfragen an die für diesen Bereich zuständige Staatskanzlei gerichtet.

Die Landesregierung zieht in dem Report drei Jahre nach dem kontrovers diskutierten Umzug der Kulturabteilung vom Bildungsministerium in die Staatskanzlei eine positive Bilanz: „Kunst und Kultur in Schleswig-Holstein sind seit ihrer direkten thematischen Anbindung beim Ministerpräsidenten stärker in die öffentliche Debatte gerückt." Seit dem Umzug habe die Landesregierung zum Beispiel eine Initiative zur Kinder- und Jugendkultur „erfolgreich begründet", den Kulturtourismus „nachhaltig gestärkt", Investitionen in das kulturelle Erbe des Landes vorgenommen und ein neues Denkmalschutzgesetz auf den Weg gebracht, das derzeit im Landtag beraten wird (plenum-online Oktober 2008).

   Service und Marketing stärken

In den kommenden eineinhalb Jahren bis zum Ende der Wahlperiode „wird die Landesregierung die kulturelle Infrastruktur und die kulturelle Vielfalt des Landes in ihrer Entwicklung verlässlich begleiten und sichern", heißt es weiter in dem Papier. Die Einrichtungen wie Museen, Theater, Bibliotheken oder Volkshochschulen müssten sich künftig „stärker als Serviceeinrichtungen und Kompetenzzentren profilieren" und Kooperationen eingehen. Zudem wird ein „zielorientiertes, verbessertes Marketing der Kulturanbieter" angemahnt.

Neben den Mitarbeitern öffentlicher Einrichtungen wie Theatern, Museen und Musikschulen leben im Lande rund 4.000 freiberufliche Künstler, die bei der Künstlersozialkasse versichert sind. Sie verteilen sich auf insgesamt 92 Berufe. Die wirtschaftliche Situation der Freischaffenden ist in Schleswig-Holstein, wie in ganz Deutschland, häufig angespannt: „Die Beschäftigungsverhältnisse von Erwerbstätigen in künstlerischen Berufen sind geprägt von Kleinstunternehmen mit Jahreseinkommen unterhalb der Umsatzsteuerpflichtgrenze" wie auch von Teilzeit- und Mehrfachbeschäftigungen. So verdient ein Profimusiker im Schnitt etwa 10.000 Euro im Jahr.

   Weitere Aspekte:

  • Die Musikszene im Lande hat sich laut dem Papier in den vergangenen zehn Jahren positiv entwickelt. So ist die Zahl der Schüler an den öffentlichen Musikschulen um 30 Prozent auf über 30.000 gestiegen, und die Besucherzahlen des Schleswig-Holstein-Musikfestivals sind seit 1997 um 23 Prozent auf 135.000 angewachsen. Im Lande gibt es knapp 1.200 Berufsmusiker sowie 106 Musikfirmen mit 416 Mitarbeitern.
  • Im Bereich der bildenden Kunst zählt das Statistikamt Nord 346 Maler und Bildhauer sowie 468 Kunsthandwerker im Lande. Das sind elf beziehungsweise sechs Prozent mehr als 1997. Das Land hat 2007 insgesamt 17 Stipendien für bildende Künstler in Eckernförde, Lübeck und Lauenburg vergeben. Zudem wird alle zwei Jahre der mit 20.000 Euro dotierte Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein vergeben. Die Projektförderung des Landes hat sich seit 1997 um 70 Prozent auf 103.000 Euro im Jahr erhöht.
  • Thema Literatur: Die verschiedenen Schriftstellervereine im Lande zählen ungefähr 350 Mitglieder. 108 Verlage sind im Lande ansässig. Sie haben 2005 einen Jahresumsatz von insgesamt 133 Millionen Euro verzeichnet. Davon entfiel mehr als die Hälfte auf den Rohwolt-Verlag in Reinbek (Kreis Stormarn). Die 172 schleswig-holsteinischen Büchereien haben 2007 zusammen 15,17 Millionen Medien ausgeliehen – ein Rekordergebnis.
  • Im Lande gibt es drei öffentlich geförderte Mehrsparten-Theater: Kiel, Lübeck sowie das Landestheater mit seinen zwölf Spielstätten. Die Bühnen erhalten insgesamt rund 37 Millionen Euro jährlich vom Land. Ab 2009 sind keine Erhöhungen der Zuwendungen vorgesehen, so dass Finanzprobleme der Theater erwartet werden. In der Spielzeit 2006/2007 sind insgesamt eine halbe Million Besucher in die Spielstätten gekommen. Dabei verzeichnete Kiel gegenüber 1997 Zuwächse, in Lübeck und am Landestheater gab es dagegen Rückgänge.
  • Die im Vorjahr neu gegründete Film-Förderung Hamburg Schleswig-Holstein unterstützt heimische Produktionen jährlich mit 8,3 Millionen Euro. Hierzu gehörten zuletzt etwa der "Tatort" aus Kiel, der Film "Buddies" von Lars Jessen oder die "Buddenbrooks"-Interpretation von Heinrich Breloer. Eine rückläufige Tendenz verzeichneten die Kinos im Lande: Die Zahl der Lichtspielhäuser sank zwischen 1997 und 2007 von 87 auf 64 und die Zahl der Besucher von 4,9 auf 3,6 Millionen.
  • Die Besucherzahlen in Schleswig-Holsteins Museen sind seit der Jahrtausendwende von drei Millionen auf 2,5 Millionen zurückgegangen. Die Landesregierung erklärt dies durch „das Fehlen spektakulärer Museumseröffnungen und -erweiterungen" und hofft auf steigenden Zuspruch durch die jüngst eingeweihten Angebote in Schleswig (Globus-Haus, Barockgarten, Wikingerhäuser) oder in Neumünster (Museum Tuch und Technik).

Vorherige Debatten zum Thema:
plenum-online,
September 2005, plenum-online, Juni 2004

Stichwort: Große Anfrage
Eine Fraktion oder mindestens 18 Abgeordnete können eine Große Anfrage an die Landesregierung stellen. An die Beantwortung soll sich eine Aussprache im Landtag anschließen. Kann eine Anfrage nicht innerhalb eines Monats beantworten werden, so muss der Präsident die Große Anfrage auf Verlangen der Fragestellenden auf die Tagesordnung der nächsten Plenarsitzung setzen.

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

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Flughafen Lübeck

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Außerdem notiert: 
Andreas Beran vereidigt  /
Der Landtag trauert um Günther Heyenn

I n n e n  / R e c h t

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Innere Sicherheit
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Wahl:
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Ehrenamt
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Sport u. Justizvollzug
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Flüchtlingspolitik
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E-Government
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Illegaler Datenhandel
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Stellungnahme BVerfG
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W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

2. Lesung:

Ingenieure / Berufsbezeichnung
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Große Anfrage:
Finanzierung von Verkehrsprojekten
Anträge:
Konjunktur-Hilfen
Infrastruktur im Grenzland
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Berichte:

Nachwuchs in der Seeschifffahrt

Nordsee-Hafenkooperation
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Tourismuswirtschaft
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

2. Lesung:

Bestattungsgesetz
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Anträge:
Honorarreform
Med. Versorgungszentren
(ohne Aussprache)
Bericht:

AKW-Gespräch

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

1. Lesung:
KiTa-Gebühren
Große Anfrage:
Kulturelle Entwicklung
Anträge:
UK S-H-Aufsichtsrat
Berufliche Bildung
Denkmalschutz / Uni Kiel
(ohne Aussprache)
Bericht:

Ganztagsangebote an Gymnasien

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Anträge:
Grünland
Solarenergie für Landesliegenschaften
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

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 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

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