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Auf dieser Seite: Sparkassen

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Allgemeine Situation der Sparkassen 
in Schleswig-Holstein

Antrag der Fraktionen von CDU und SPD

Landesregierung bekennt 
sich zu Sparkassen

Millionenschwere Garantie-Erklärung noch offen

Kiel (lno/29.01.) Die Große Koalition hat sich klar zu den Sparkassen bekannt. Das Land werde helfen, wenn das notwendig ist, sagte Innenminister Lothar Hay (SPD), den die Koalitionsfraktionen zu einem mündlichen Bericht zur Situation der öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute im Land aufgefordert hatten. Allerdings, so der Minister weiter, müsse der Sparkassen- und Giroverband angesichts der „hohen wettbewerbsrechtlichen Hürde" den Nachweis seiner Hilfsbedürftigkeit erbringen. Laut Hay sind 2008 Betriebsgewinn und Zinsüberschuss der Sparkassen nach vorläufigen Zahlen gesunken und auch schlechter als im Bundesdurchschnitt. Dennoch sei die Lage der Sparkassen solide, das Risiko HSH Nordbank ausgenommen.

Die Koalition prüft derzeit, ob das Land den Wert der Anteile der Sparkassen an der angeschlagenen HSH Nordbank garantieren kann. Wenn es zu einer Garantie kommen sollte werde dafür ein Preis zu zahlen sein. In der weiteren Debatte entbrannte ein koalitionsinterner Disput über die Frage, ob das Land die Sparkassenanteile an der HSH Nordbank kaufen soll. SPD-Fraktionschef Ralf Stegner schloss dies praktisch aus: „Wir haben nicht das Geld". CDU-Kollege Johann Wadephul widersprach und betonte, man müsse alle Optionen prüfen und dürfe die Sparkassen „nicht über den Deister gehen lassen". Dies komme auch keinesfalls infrage, sagte Stegner. Es bleibe aber die Frage, woher das Geld für einen Anteilskauf kommen solle.

Regierung und Sparkassen stehen in Verhandlungen

Mit der Bankenkrise ist der Wert der Sparkassenanteile von einst 700 Millionen Euro wahrscheinlich deutlich gesunken, was erhebliche Wertberichtigungen bewirken und die Refinanzierungsbedingungen verschlechtern würde. Über die Modalitäten einer möglichen Garantieerklärung laufen Verhandlungen zwischen Regierung und Sparkassen. Der Innenminister verwies darauf, dass der Sparkassenverband den Kurs der HSH Nordbank mitgetragen habe.

Für die SPD bekräftigte Stegner ein Nein zu „Schnellschüssen". Für seriöse Entscheidungen müssten das Gutachten der KPMG und der Jahresabschluss der HSH Ende Februar abgewartet werden. "Solange das nicht vorliegt, wird es mit der SPD-Fraktion keine Entscheidung über irgendeinen Schirm, irgendein Umstrukturierungsmodell oder sonst was geben." Stegner kritisierte: Die Sparkassen hätten selbst Fehler gemacht, „indem sich einzelne ein wenig zu sehr an den Privaten orientierten".

Diskussion um Haspa-Einstieg

Die Koalition prüft auch eine Änderung des Sparkassengesetzes. Damit könnte es nicht nur kapitalstarken Sparkassen ermöglicht werden, sich an schwächeren Sparkassen zu beteiligen, sondern auch der Hamburger Sparkasse (Haspa). Letzteres käme infrage, wenn die Haspa dem öffentlichen Sektor zugerechnet werden kann.

„Als Gesellschaft alten Hamburger Rechts, die über keine privaten Anteilseigner verfügt, sondern sich quasi selbst gehört, und außerdem gemäß ihrer Satzung auf das Allgemeinwohl verpflichtet ist, gibt es dafür durchaus mehrere Anhaltspunkte", sagte CDU-Sparkassenexperte Tobias Koch. Letztlich könne nur die EU-Kommission entscheiden. Im Hinblick auf eine Garantieerklärung für die HSH-Anteile müsse klar sein, dass dies kein vorweggenommener Kaufvertrag wäre, sondern eine zeitliche begrenzte Wertabsicherung.

"Kein Regierungsmitglied hat 
Interesse an Privatisierung"

„Wenn Zweifel bleiben, dass eine Änderung des Sparkassengesetzes europarechtlichen Deichschutz gegen jedwede Privatisierungsgefahr bietet, wird es sie mit der Sozialdemokratie nicht geben", betonte Stegner. Kein Regierungsmitglied habe Interesse an einer Privatisierung der Sparkassen, sagte Innenminister Hay.

Scharfe Kritik kam von der Opposition. Die Koalition habe weder Lösungsansätze noch ein abgestimmtes Konzept, befand FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. CDU/SPD setzten so die Zukunftsfähigkeit der Sparkassen aufs Spiel. Grünen-Finanzexpertin Monika Heinold warf der Regierung vor, sie schlittere dilettantisch durch die Krise. „Die Sparkassen dürfen nicht privatisiert werden, auch nicht teilprivatisiert." Sie dürften auch nicht durch die Verluste der HSH Nordbank in ihrer Existenz gefährdet werden. Der praktikabelste Weg scheine zu sein, dass das Land den Sparkassen ihre Anteile abkauft.

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Hintergrund:
Die Landesregierung berichtet auf Antrag von CDU und SPD über die Lage der schleswig-holsteinischen Sparkassen. Aktueller Anlass: die Situation der HSH Nordbank, der vom Land geplante Rettungsschirm für die Sparkassen sowie der Plan, Minderheitenbeteiligungen an Sparkassen zuzulassen.

Die Regierung plant, den 15 Sparkassen im Lande eine Garantie für den Wert ihrer Anteile an der angeschlagenen HSH Nordbank zu geben. Nach der im Dezember zwischen Landesregierung und Sparkassen- und Giroverband getroffenen Absichtserklärung soll der 14,8-prozentige Anteil der Sparkassen an der HSH seinen Wert von derzeit etwa 700 Millionen Euro behalten. Für die Differenz zum tatsächlichen Wert will das Land gerade stehen. Es würde damit mögliche Wertverluste ausgleichen, die den Sparkassen durch ihre HSH-Beteiligung entstehen. Eine entsprechende Garantie soll bis 2013 laufen, ein möglicher Gewinn danach mit den Sparkassen geteilt werden. Hintergrund: Medienberichten zufolge drohen den Sparkassen durch ihre Anteile an der Landesbank für Schleswig-Holstein und Hamburg Dividendenausfälle und Abschreibungen in dreistelliger Millionenhöhe. Durch das Garantiegesetz soll die Versorgung der regionalen Wirtschaft mit Krediten abgesichert werden.

  Diskussion um Gewährträgerhaftung

Allerdings: Der Plan könnte in Konflikt mit EU-Recht geraten. Kritiker bemängeln, auf diesem Wege werde die 2001 abgeschaffte staatliche Gewährträgerhaftung für die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute wieder eingeführt. Es ist daher möglich, dass Brüssel eine handelsübliche Verzinsung der Landesgarantie durch die Sparkassen, eine so genannte Avalgebühr, fordert. Zudem müssten die Sparkassen eventuell ihre Hilfsbedürftigkeit nachweisen und ein Sanierungskonzept vorlegen.

Als Bedingung für die Garantie hat die Landesregierung dem Vernehmen nach die Unterstützung der Sparkassen für eine Änderung des Sparkassengesetzes eingefordert. Anderen Mitgliedern der Sparkassenorganisation aber auch Kreisen und Städten soll eine Beteiligung mit bis zu 49,9 Prozent an den Sparkassen ermöglicht werden. Hierdurch soll deren Eigenkapitalbasis verbessert werden. Der Vorschlag zielt insbesondere auf die Hamburger Sparkasse (HASPA) ab, die unter anderem an der Sparkasse Südholstein interessiert sein soll. Die HASPA ist mit einer Bilanzsumme von 35 Milliarden Euro fast so groß wie alle 15 schleswig-holsteinischen Sparkassen zusammengenommen (37 Milliarden Euro Bilanzsumme). Kritiker befürchten durch diesen Schritt eine „Privatisierung durch die Hintertür".

  Liberale legen Aktiengesellschafts-Modell vor

Unterdessen hat die FDP-Fraktion ein eigenes Konzept zur Absicherung der Sparkassen vorgelegt. Demnach soll das Land Schleswig-Holstein dem Sparkassenverband dessen Anteil an der HSH Nordbank abkaufen. Ein „fairer Preis" würde sich nach Meinung der Liberalen zwischen 50 und 75 Prozent des ursprünglichen Anteilswertes bewegen. Dies entspreche einer Spanne zwischen 350 und 475 Millionen Euro.

Der Plan sieht zudem vor, aus den 15 Sparkassen Aktiengesellschaften zu machen. Dazu sollen zunächst die Träger, also die Kommunen, zu Eigentümern der jeweiligen Sparkasse gemacht werden. Dieser Punkt war bereits Gegenstand einer FDP-Forderung zur Änderung des Sparkassengesetzes aus dem Dezember 2007 (plenum-online, Dezember 2007). Die Träger müssten dem FDP-Modell zufolge mindestens 50,1 Prozent am Stammkapital halten. Damit soll der kommunale Bezug der Sparkassen erhalten werden. Weiter ist vorgesehen – ebenfalls in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft – eine Holding zu bilden, die sich mit 25,1 Prozent am Grundkapital der einzelnen Sparkassen beteiligt. Außerdem will die FDP verankern, dass 75 Prozent des Stammkapitals einer Beteiligung weiterer Aktionäre an einer Sparkasse zustimmen müssen. Weitere Anteilseigner könnten andere Sparkassen, aber auch Kunden oder Mitarbeiter sein.

vorherige Debatte zum Thema: plenum-online, Dezember 2007

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Situation der Sparkassen
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E n e r g i e  / F o r s t e n

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Grünland
Solarenergie für Landesliegenschaften
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F i n a n z e n

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k o o p e r a t i o n

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