CDU und SPD
bekunden in diesem Zusammenhang ihre Unterstützung für
das auf Bundesebene aufgelegte Konjunkturpaket II. Es
stehe für einen „starken und handlungsfähigen
Staat" und sei geeignet, „die Auswirkungen der
größten Wirtschafts- und Finanzkrise der letzten
Jahrzehnte abzumildern". Auch die Grünen begrüßen
in ihrem Antrag das Konjunkturpaket im Grundsatz. Sie
fordern allerdings eine stärkere Förderung von
Klimaschutztechnologien und erneuerbaren Energien und
wenden sich gegen Investitionen in den Straßenbau. Zudem
sprechen sich die Grünen gegen „weitergehende
Steuersenkungen" aus und fordern die Landesregierung
auf, ihre Zustimmung zu dem Paket im Bundesrat von einer
CO2-sparsamen Ausgestaltung der so genannten
Abwrackprämie abhängig zu machen.
Konjunkturpaket soll im Februar in Berlin
abgesegnet werden
Das
Bundeskabinett hat sich am Dienstag in Berlin auf ein
zweites Konjunkturpaket verständigt, nachdem im
vergangenen Jahr bereits ein Rettungsfonds für die
Finanzbranche aufgelegt worden war. Das Paket soll am
Freitag dieser Woche in Erster Lesung im Bundestag beraten
und bis zum 13. Februar von Bundestag und Bundesrat
verabschiedet werden.
Ein
Kernpunkt ist das Investitionspaket von rund 17,3
Milliarden Euro. Hiermit sollen in den nächsten zwei
Jahren Schulen, Hochschulen, Krankenhäuser, Städtebau,
Straßen und Schienen sowie die ländliche Infrastruktur
gestärkt werden. Der Bund unterstützt die Investitionen
der Kommunen und der Länder mit zehn Milliarden und
stellt vier Milliarden an zusätzlichen
Bundesinvestitionen bereit. Länder und Kommunen geben 3,3
Milliarden.
322 Millionen Euro für das Land?
Auf
Schleswig-Holstein würden so 322 Millionen Euro
Bundesmittel sowie ein 110-Millionen-Beitrag des Landes
und der Kommunen entfallen. Das Geld soll zu zwei Dritteln
für den Bereich Bildung, etwa in den Ausbau von Schulen,
KiTas und Unis, und zu einem Drittel in sonstige
Infrastrukturprojekte fließen. Über die genaue
Verwendung der Gelder müsste der Landtag entscheiden. Ein
Nachtragshaushalt ist im Gespräch.
Aus den
Bundesmitteln könnte weiteres Geld nach
Schleswig-Holstein fließen. So ist ein
169-Millionen-Euro-Zuschuss für den Weiterbau der
Autobahn 20 im Gespräch. Hiermit soll der Lückenschluss
zur A 21 bei Bad Segeberg und die Ortsumgehung von Bad
Bramstedt finanziert werden. Darüber hinaus hat die
Landesregierung Medienberichten zufolge in Berlin
Unterstützung für 13 weitere Straßenprojekte beantragt,
etwa für den Lückenschluss der A 23 bei Itzehoe und den
Ausbau der A 21 zwischen Stolpe und Nettelsee.
Über die
genauen Auswirkungen des Konjunkturpakets auf das Land
berichtet die Landesregierung dem Plenum auf Antrag der
Grünen.
Weitere Aspekte des Konjunkturpakets II des Bundes:
STEUERN:
Der Grundfreibetrag wird von 7.664 zunächst rückwirkend
zum 1. Januar auf 7.834 Euro und 2010 dann auf 8.004 Euro
angehoben. Der Eingangssteuersatz wird von 15 auf 14
Prozent gesenkt. Zugleich sollen die Steuersätze erst bei
höheren Einkommen beginnen. Dazu wird der Tarifverlauf
zugunsten der Steuerzahler verändert.
KINDER /
HARTZ IV: Für jedes Kind gibt es 100 Euro. Der
"Kinderbonus" wird bei der
Einkommensteuererklärung für 2009 mit den
Kinderfreibeträgen verrechnet, Besserverdiener
profitieren daher nur kurzfristig. Der Regelsatz für
Kinder aus Hartz-IV-Familien im Alter von sechs bis 13
Jahren steigt von 60 auf 70 Prozent.
ABGABEN:
Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenkasse wird zum 1. Juli
von 15,5 auf 14,9 Prozent für Arbeitgeber und
Arbeitnehmer reduziert. Zum Ausgleich steigt der bisher
vorgesehene Bundeszuschuss im Jahr 2009 um 3,2 Milliarden
Euro und in den Jahren 2010 und 2011 um je 6,3 Milliarden.
2012 erreicht der Bundeszuschuss den bisher für 2016
vorgesehenen Endwert von 14 Milliarden Euro. Der
Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung wird bei 2,8
Prozent stabilisiert.
KRAFTFAHRZEUGE:
Wer 2009 sein mindestens neun Jahre altes Auto
verschrottet und ein neues Fahrzeug ab Euro-4-Abgasnorm
kauft, bekommt eine Prämie von 2.500 Euro. Die Kfz-Steuer
soll zum 1. Juli vom Hubraum auf den CO2-Ausstoß
umgestellt werden.
FORSCHUNG:
Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) wird um
900 Millionen Euro aufgestockt; für die Erforschung neuer
Antriebstechnologien werden 500 Millionen Euro
bereitgestellt.
ARBEIT: Zur
Förderung von Kurzarbeit übernimmt die Bundesagentur
für Arbeit (BA) bis 2010 die Sozialversicherungsbeiträge
der Arbeitgeber zur Hälfte oder bei Qualifizierung ganz.
Die BA übernimmt die Finanzierung bei neu geförderten
Umschulungen zu Alten- und Krankenpflegern. Zur
Qualifizierungs-Förderung werden zusätzlich 1,2
Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Für die
Wiedereinstellung von Leiharbeitern gibt es
Qualifizierungs-Zuschüsse.
"SCHUTZSCHIRM":
Um die Kreditversorgung der Wirtschaft zu sichern, wird
ein Bürgschaftsvolumen von 100 Milliarden Euro
bereitstehen.
TILGUNGSFONDS:
Es wird ein Sondervermögen geschaffen, in das ein Teil
der Ausgaben des Bundes für das Konjunkturpaket II
ausgegliedert wird. Es wird über neue Kredite finanziert
und umfasst einschließlich Zinsen bis zu 21 Milliarden
Euro. Die Kredite werden mit einem Teil des
Bundesbank-Gewinns getilgt. Es könnten später bei
besserer Konjunktur auch Steuermehreinnahmen zur Tilgung
genutzt werden.