Die Fachhochschule
Flensburg bietet mit Unterstützung Hamburgs 40 Plätze
für den Bachelor-Studiengang "Seeverkehr/Nautik und
Logistik" an. Die Seemannsschule Lübeck-Travemünde
bildet Schiffsmechaniker aus, während die Flensburger
Fachschule für Seefahrt einen stark praxisorientierten
zweijährigen Ausbildungsgang für
Schiffsbetriebstechnische Assistenten anbietet. Alle
Einrichtungen bereiten ihre Absolventen nach Auffassung
des Wirtschaftministeriums gut aufs Berufsleben vor und
ermöglichen ihnen nach den nötigen Fahrenszeiten, sich
durch weitere Bildungsgänge beruflich fortzuentwickeln.
Nachwuchssorgen
bei den Lotsen
Die Ausbildungsstätten
haben laut dem Papier aber Probleme, geeignetes
Lehrpersonal zu finden. So sind die Vorgaben des
Hochschulgesetzes für Nautik-Professoren an der
Flensburger Fachhochschule sehr hoch – es werden zum
Beispiel eine hervorragende Promotion und praktische
Berufserfahrung verlangt. Auch an der Fachschule für
Seefahrt ist ein Uni-Abschluss eine
Einstellungsvoraussetzung. Demgegenüber sind die
Verdienstmöglichkeiten durch das Tarifrecht
eingeschränkt, zum Beispiel durch den so genannten
"Vergaberahmen", der eine Obergrenze des
Gesamteinkommens aller Professoren festlegt.
Nachwuchsprobleme haben
auch die Lotsen am Nord-Ostsee-Kanal. Daher begrüßt die
Landesregierung das vom Bund angestoßene Pilotprojekt
einer verkürzten Lotsenausbildung. Bisher haben fünf
Anwärter hiervon Gebrauch gemacht – sie mussten statt
der vorgeschriebenen vier Jahre an Bord nur zwei Jahre
vorweisen und haben anschließend ein halbjähriges
Seelotsen-Praktikum absolviert, bevor sie mit der
theoretischen Ausbildung begannen. Für diesen verkürzten
Gang gibt es weitere 20 Anfragen.
Immer mehr Frauen
an Bord
Die Zahl der Frauen an
Bord hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Gab
es 2001 insgesamt 13 Kapitäninnen und Offizierinnen auf
deutschen Handelsschiffen, so waren es 2007 bereits 60. Im
gleichen Zeitraum ist die Zahl der Schiffsmechanikerinnen
von drei auf 28 angestiegen.
Angesichts der sich
anbahnenden Wirtschaftskrise lässt sich der Bedarf der
Reedereien an Schiffspersonal für die kommenden Jahre
nach Überzeugung der Landesregierung zurzeit nicht
abschätzen. Entsprechend lehnt sie einen Ausbau der
Seemannsschulen, zum Beispiel der ausgelasteten
Einrichtung in Travemünde, zurzeit ab.