zurück zur aktuellen Ausgabe von plenum-online

plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Unfallzeugen 

xxx

Top 20:
Schocktherapie für sogenannte Gaffer
Antrag der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN – Drs. 17/73

Gaffer: Schlie setzt auf öffentliche Diskussion statt auf Schocktherapie

Kiel (SHL/27.01.) Innenminister Klaus Schlie (CDU) will eine öffentliche Diskussion anstoßen, um das Problem der sogenannten Unfall-Gaffer zu bekämpfen. Als ersten Schritt plant er einen Gedankenaustausch mit Einrichtungen, die bei ihrer Arbeit von untätigen Schaulustigen bei Unfällen behindert werden: Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste. „Wenn es gelingt, den Gaffer zum Helfer werden zu lassen, haben alle gewonnen", merkte der Minister an. Schlie blieb damit in der Landtagsdebatte hinter seinem ursprünglichen Forderungskatalog zurück. Ende letzten Jahres hatte er noch angeregt, Katastrophen-Voyeure sollten gezwungen werden, schockierende Bilder von Verkehrsunfällen anzuschauen.

Dieser Teil-Rückzieher brachte ihm Kritik von Grünen und Linken ein. „Es ging Ihnen nur um eine billige Schlagzeile auf Seite 1", warf der Grünen-Abgeordnete Thorsten Fürter dem Innenminister vor. Die Idee einer „Schocktherapie" sei „nicht zu Ende gedacht" gewesen, beanstandete Fürter, der das Thema auf die Tagesordnung gesetzt hatte.

Plenum einig: Sensibilisieren statt bestrafen

Auch die Vertreter der anderen Fraktionen wandten sich dagegen, potentiellen Gaffern mit härteren Strafen zu drohen. Das Problem der Schaulustigen sei Ausdruck eines allgemeinen Wertewandels in der Gesellschaft, hieß es übereinstimmend. Es müsse daher darum gehen, die Allgemeinheit für die Problematik zu sensibilisieren.

Anlass der Landtagsdebatte war ein Unfall auf der Autobahn A1 im letzten November, als laut Medienberichten zahlreiche Neugierige das Geschehen beobachteten, ohne den Helfern zur Hand zu gehen. Bei dem Unfall war eine junge Frau in ihrem brennenden Auto eingeklemmt worden. Sie verstarb später im Krankenhaus.

Weitere Redner: Werner Kalinka (CDU), Kai Dolgner (SPD), Jens-Uwe Dankert (FDP), Heinz-Werner Jezewski (Linke), Silke Hinrichsen (SSW)

Druckversion

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
Die Landesregierung soll im Landtag deutlich machen, wie die kürzlich von Innenminister Klaus Schlie (CDU) erhobene Forderung nach härteren Strafen für sogenannte Unfall-Gaffer konkret umgesetzt werden soll. Auf Antrag der Grünen soll dargelegt werden, wie groß das Problem in Schleswig-Holstein ist, wie Katastrophen-Voyeurismus derzeit bestraft wird und ob die von Schlie angeregte Schocktherapie mit dem derzeitigen Personal zu machen ist.

Schlie hatte im November vorgeschlagen, Schaulustige sollten sich zur Abschreckung bei der Polizei oder der Feuerwehr Bilder von Unfallopfern anschauen müssen. Anlass war ein Unfall auf der Autobahn A1, als laut Medienberichten zahlreiche Neugierige das Geschehen beobachteten, ohne den Helfern zur Hand zu gehen. Bei dem Unfall war eine junge Frau in ihrem brennenden Auto eingeklemmt worden. Sie verstarb später im Krankenhaus.

  Strafgesetzbuch sieht Tatbestand der
  unterlassenen Hilfeleistung

Für seinen Vorstoß erhielt Schlie Zuspruch, etwa von Rettungsdiensten und anderen CDU-Innen-Ressortchefs. Der ADAC sprach sich dafür aus, Sensationshungrigen den Führerschein zu entziehen. Laut Medienberichten will das schleswig-holsteinische Innenministerium Polizei, Feuerwehr, Rettungsorganisationen, Fahrlehrer und den ADAC zu einer Gesprächsrunde zu diesem Thema einladen.

Gaffen fällt laut Strafgesetzbuch unter den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung. In Paragraph 323c heißt es: „Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft."

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde:
Beitragsfreie KiTa

Vereidigung
Björn Thoroe (Linke) 
neu im Landtag

Außerdem notiert: 
Landtag gedenkt der Opfer  des Holocaust 

I n n e n  / R e c h t

2. Lesung:

Untersuchungsausschüsse
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Fakultativprotokoll
Richtergesetz
(auch 2. Lesung geplant)
Rundfunk-Staatsvertrag
(ohne Aussprache)
Wahlen:
Richterwahlausschuss
(ohne Aussprache)
G-10-Kommission (V-Schutz)
(ohne Aussprache)
Anträge:
Unfallzeugen
Rundfunkfreiheit
Flüchtlingsopfer
Norddeutsche Kooperation
Bericht:

Prüfung Landtagswahl
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

2. Lesung:

Haushaltsordnung
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Dienstleistungsrichtlinie
Schuldenbremse / Landesverfassung
IT-Planungsrat
(ohne Aussprache)
Antrag:
Kommunale Finanzen
(ohne Aussprache)
Bericht:

Rechnungshof / Entlastung
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Aktuelle Stunde:

Beitragsfreie KiTa

Anträge:
Gleichstellung Frauen
Atomkraftwerke
Hartz IV / Wohnkosten

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

1. Lesung:
Röntgen-Laseranlage
(ohne Aussprache)
Anträge:
Erdkabel
Strom und Leitungsnetze
Beschäftigungsinitiative
Bericht:

Flughafen Lübeck

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

1. Lesungen:
Umwelt-Informationsgesetz
Milchquoten
Wahlen:
Verwaltungsrat Forsten
(ohne Aussprache)
Anträge:
Freiw. Ökologisches Jahr
Bericht:

Grundwasser-
Entnahmeabgabe

(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

2. Lesung:

Schulgesetz / G8, Realschulen
1. Lesung:
Mittagstisch in KiTas und Schulen
Antrag:
Migrantenkinder / KiTa
(ohne Aussprache)
Berichte:

Politische Bildung

Hochschulen / Vereinbarung, Controlling

Denkmalschutz
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Europaausschuss / Minderheiten
Ostseestrategie
Bericht:

Ostseebüros / Hanse Office