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Auf dieser Seite: Atomkraftwerke 

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Top 21:
Keine Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke
Antrag der Fraktion B´ 90/DIE GRÜNEN – Drs. 17/79
Änderungsantrag der Fraktion DIE LINKE – Drs. 17/214
Änderungsantrag der Fraktionen von CDU und FDP – 
Drucksache 17/218

Kernkraftwerke: Erneute Diskussion um mögliche Laufzeitverlängerung

Kiel (SHL/27.01.) Im andauernden Streit um die künftige Energieversorgung sind die Grünen mit ihrem Antrag, die Laufzeiten der schleswig-holsteinischen Atomkraftwerke nicht zu verlängern, erneut bei CDU und FDP abgeblitzt. Die Regierungsfraktionen lehnen eine Reduzierung der noch zu produzierenden Reststrommengen aus Kernenergie ab. Stattdessen, so die Forderung der Koalition, soll sich die Landesregierung gegenüber dem Bund und den Kraftwerkbetreibern dafür einsetzen, Reststrommengen von älteren auf neuere Kernkraftwerke zu übertragen. Die Opposition warf Schwarz-Gelb in der Debatte vor, sie mache sich damit zum Handlanger der Atomindustrie.
(Das Foto zeigt des AKW Brunsbüttel, das 2012 vom Netz gehen könnte)

Ein Weiterbetrieb der Kraftwerke blockiere den Ausbau der erneuerbareren Energien, insbesondere der Off-Shore-Windkraft, begründete Detlef Matthiessen den Vorstoß seiner Partei. Denn: Eine Laufzeitverlängerung nehme den großen Energiekonzernen, die auch die Baugenehmigungen für Off-Shore-Anlagen besitzen, den Anreiz, zügig auf Windenergie umzusatteln. Mit einer Verlängerung der Laufzeiten würde die Bundesregierung gegen die Mehrheit der Bevölkerung handeln, „um die vier großen Energiekonzerne glücklich zu machen", mutmaßte der SSW-Abgeordnete Flemming Meyer.

Auch SPD und Linke hielten der Regierung vor, durch den Druck der Atom-Lobby eingeknickt zu sein. „Die Atomkonzerne verdienen Milliarden und ein paar hundert Millionen davon sollen als Trostpflaster bei der Regierung landen", meinte Olaf Schulze (SPD). Antje Jansen (Linke) appellierte an die Regierungsfraktionen, den Energiekonzernen nicht länger „wie die Lemminge" hinterher zu laufen. „Machen Sie den Weg frei für eine Energiewende und machen Sie den schnellen Atomausstieg möglich", sagte sie basierend auf einem Antrag ihrer Fraktion, die Kernkraftwerke sofort stillzulegen.

Koalition: Der Bund ist zuständig

Schleswig-Holstein habe hinsichtlich des Atomgesetzes keine Reglungskompetenz, hielten Jens Magnussen (CDU) und Oliver Kumbartzky (FDP) der Kritik entgegen. Zudem, so Magnussen, produzieren Kernkraftwerke konkurrenzlos günstigen Strom und leisten durch den geringen Kohlendioxid-Ausstoß einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Aber: „Der Ausbau der erneuerbaren Energien darf durch den Einsatz von Kohle- und Kernenergie nicht behindert werden", so Kumbartzky.

Justizminister Emil Schmalfuß (parteilos), der im Land auch für die Atomaufsicht zuständig ist, betonte, Kohle und Kernenergie seien Energieträger lediglich für eine Übergangszeit. „Eine generelle Laufzeitverlängerung für alle Kernkraftwerke lehne ich ab", sagte der Minister. Eine zwangsweise Anordnung zur Übertragung von Reststrommengen sei nach geltendem Recht aber nicht möglich.

Von den 17 verbliebenen deutschen AKW liegen drei in Schleswig-Holstein. Brunsbüttel ist das älteste und ging 1976 ans Netz. Das AKW Krümmel folgte 1983 und Brokdorf 1986. Die Meiler in Brunsbüttel und Krümmel stehen nach einer Pannenserie seit Sommer 2007 fast durchgehend still.

Im Sozialausschuss werden die Anträge weiter behandelt.

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Hintergrund:
Die Grünen wehren sich erneut gegen eine Laufzeitverlängerung für die schleswig-holsteinischen Atomkraftwerke und rufen die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene gegen solche Pläne zu stellen. Der AKW-Weiterbetrieb blockiere den „dringend gebotenen" Ausbau der erneuerbareren Energien, insbesondere der Off-Shore-Windkraft, so die Oppositionsfraktion. Denn: Eine mögliche Laufzeitverlängerung nehme den großen Energiekonzernen, die auch die Baugenehmigungen für Off-Shore-Anlagen besitzen, den Anreiz, zügig auf Windenergie umzusatteln.

  Bundesregierung hat sich noch nicht 
  eindeutig positioniert

Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund einer bundesweiten Debatte über die zukünftige Energieversorgung. Medienberichten zufolge will die schwarz-gelbe Koalition in Berlin nach einem Sondierungsgespräch mit den vier großen Stromkonzernen Vattenfall, RWE, EnBW und E-on auch die ältesten der noch 17 deutschen Atomkraftwerke vorerst am Netz lassen. Gesetzliche Sofortmaßnahmen seien dazu nicht erforderlich. 

Damit könne auch für die eigentlich vor der Abschaltung stehenden Reaktoren Neckarwestheim I in Baden-Württemberg (im Frühjahr) und Biblis A in Hessen (im Herbst) die Zeit bis zu einer förmlichen Verlängerung der AKW-Laufzeiten überbrückt werden. Darüber soll dem Vernehmen nach erst nach der Landtagswahl am 9. Mai in Nordrhein-Westfalen, spätestens aber im Oktober entschieden werden. SPD und Grüne attackierten die Regierung wegen ihrer Atomenergiepolitik scharf.

  Brunsbüttel 2012, Brokdorf und 
  Krümmel 2019 vom Netz?

Den Atomkonsens über einen allmählichen Ausstieg Deutschlands aus der Nutzung der Kernenergie erzielten die damalige rot-grüne Bundesregierung und die Stromindustrie nach langen Verhandlungen im Juni 2000. Das Papier mündete in eine Novelle des Atomgesetzes, die der Bundestag Ende 2001 verabschiedet hat. Darin werden die Restlaufzeiten der Kraftwerke festgelegt. Von den 17 verbliebenen deutschen AKW liegen drei in Schleswig-Holstein. Brunsbüttel würde demnach 2012 vom Netz gehen, Brokdorf und Krümmel würden 2019 folgen. Die Meiler in Brunsbüttel und Krümmel stehen nach einer Pannenserie seit Sommer 2007 fast durchgehend still.

Letzte Debatte zum Thema Energie:
plenum-online Juli 2009, September 2009

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde:
Beitragsfreie KiTa

Vereidigung
Björn Thoroe (Linke) 
neu im Landtag

Außerdem notiert: 
Landtag gedenkt der Opfer  des Holocaust 

I n n e n  / R e c h t

2. Lesung:

Untersuchungsausschüsse
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Fakultativprotokoll
Richtergesetz
(auch 2. Lesung geplant)
Rundfunk-Staatsvertrag
(ohne Aussprache)
Wahlen:
Richterwahlausschuss
(ohne Aussprache)
G-10-Kommission (V-Schutz)
(ohne Aussprache)
Anträge:
Unfallzeugen
Rundfunkfreiheit
Flüchtlingsopfer
Norddeutsche Kooperation
Bericht:

Prüfung Landtagswahl
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

2. Lesung:

Haushaltsordnung
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Dienstleistungsrichtlinie
Schuldenbremse / Landesverfassung
IT-Planungsrat
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Kommunale Finanzen
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Bericht:

Rechnungshof / Entlastung
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Aktuelle Stunde:

Beitragsfreie KiTa

Anträge:
Gleichstellung Frauen
Atomkraftwerke
Hartz IV / Wohnkosten

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

1. Lesung:
Röntgen-Laseranlage
(ohne Aussprache)
Anträge:
Erdkabel
Strom und Leitungsnetze
Beschäftigungsinitiative
Bericht:

Flughafen Lübeck

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

1. Lesungen:
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Milchquoten
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Verwaltungsrat Forsten
(ohne Aussprache)
Anträge:
Freiw. Ökologisches Jahr
Bericht:

Grundwasser-
Entnahmeabgabe

(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

2. Lesung:

Schulgesetz / G8, Realschulen
1. Lesung:
Mittagstisch in KiTas und Schulen
Antrag:
Migrantenkinder / KiTa
(ohne Aussprache)
Berichte:

Politische Bildung

Hochschulen / Vereinbarung, Controlling

Denkmalschutz
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Europaausschuss / Minderheiten
Ostseestrategie
Bericht:

Ostseebüros / Hanse Office