zurück zur aktuellen Ausgabe von plenum-online

plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Strom 

xxx

Top 26:
Trennung von Stromerzeugung und Leitungsnetz
Antrag der Fraktion von SSW, SPD und Grünen – 
Drucksache 17/118 (neu)
Änderungsantrag der Fraktion DIE LINKE – Drs. 17/213

Strom: Neue Diskussion um Trennung von Erzeugung und Leitungsnetz

Koalition verweist auf Vorgaben der EU

Kiel (SHL/28.01.) Die Opposition im Landtag ist wie schon 2006 erneut mit einem Antrag gescheitert, Stromerzeugung und Leitungsnetz vollständig zu trennen. SPD, Grüne und SSW hatten die Landesregierung aufgefordert, sich auf Bundes- und EU-Ebene für dieses Ziel einzusetzen. Weitere Forderung des gemeinsamen Antrags: Die Netze sollten statt von den Stromkonzernen künftig durch Gesellschaften in öffentlicher Trägerschaft unterhalten werden. Die Linken sprachen sich in einem eigenen Antrag dafür aus, sowohl Stromerzeugung wie auch Leitungsnetz in öffentliche Hand zu überführen. CDU und FDP hielten die Anträge für überflüssig und lehnten sie ab. Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) kündigte aber an, er sehe eine gute Chance für eine landesweite, privat organisierte Netzgesellschaft.

Derzeit kontrollieren die vier Stromriesen E-on, Vattenfall, EnBW und RWE rund 80 Prozent der deutschen Kraftwerke und auch einen Großteil der Stromleitungen. Verbraucherschützer werfen den Konzernen bereits seit längerem vor, durch hohe Durchleitungsgebühren zu verhindern, dass sich neue Unternehmen am Markt etablieren. Dies wiederum schlage sich in höheren Preisen für die Verbraucher nieder.

Dass die Liberalisierung des Strommarktes für den Verbraucher nicht den gewünschten Einspareffekt gebracht habe, bemängelte in der Debatte auch Lars Harms, dessen SSW das Thema angestoßen hatte. Stromerzeugung und Netzkontrolle einzig in der Hand der Unternehmen sei keine Basis zur Entwicklung von marktwirtschaftlichen Strukturen. Deshalb „muss der Staat eingreifen", so Harms.

Grüne: „Wer das Netz hat, hat die Macht"

„Die größten Transportnetzbesitzer RWE und EnBW haben erklärt, an ihren Netzen festhalten zu wollen. Daher ist die Forderung einer vollständigen Trennung von Stromerzeugung und Übertragungsnetz weiter notwendig und braucht die Unterstützung auf allen Ebenen", sagte auch Olaf Schulze (SPD), während Detlef Matthiessen betonte: „Wer das Netz hat, hat die Macht am Energiemarkt. Diese Macht findet ihren Ausdruck in weit überhöhten Preisen, die wir alle bezahlen." Energieerzeugung gehöre zur Daseinsvorsorge und damit vollständig in die öffentliche Hand, begründete Ranka Prante von den Linken den Vorstoß ihrer Fraktion zur Verstaatlichung von Stromproduktion und Netzbetreibung. Dieser Antrag wurde von den anderen Fraktionen abgelehnt.

CDU: „Forderungen sind überflüssig"

„Ihr Forderungen sind vollkommen überflüssig", konterte Jens-Christian Magnussen (CDU). Bis Anfang nächsten Jahres müsse die Entflechtung von Stromerzeugung und Leitungsnetz ohnehin umgesetzt sein. Das sei eine klare Vorgabe der Europäischen Union. Der Antrag laufe ins Leere, bemerkte auch Oliver Kumbartzky (FDP). Bis zum Herbst werde die schwarz-gelbe Bundesregierung ein neues Energiekonzept vorlegen.

Auch Minister de Jager betonte, dass die Trennung nach Vorgaben der EU bis März 2011 umgesetzt werden müsse. Die Energiekonzerne seien dabei, ihre Leitungsnetze zu verkaufen. Gleichzeitig betonte er: „Es ist nicht Aufgabe des Staates, Netze zu betreiben." Eine landesweite Netzgesellschaft in öffentlicher Trägerschaft sei „kontraproduktiv". Stattdessen setze die Landesregierung darauf als Moderator für die Einrichtung einer privaten Netzgesellschaft zu agieren.

Druckversion

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
SSW und SPD fordern die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene für eine vollständige Trennung von Stromerzeugung und Leitungsnetz einzusetzen und auch auf EU-Ebene mit diesem Ziel aktiv zu werden. Die beiden Oppositionsfraktionen setzen sich zudem dafür ein, dass die Netze statt von den Stromkonzernen künftig durch Gesellschaften in öffentlicher Trägerschaft unterhalten werden.

Der Vorstoß zielt auf die vier Stromriesen E-on, Vattenfall, EnBW und RWE, die derzeit rund 80 Prozent der deutschen Kraftwerke und auch einen Großteil der Stromleitungen kontrollieren. Verbraucherschützer werfen den Konzernen vor, durch hohe Durchleitungsgebühren zu verhindern, dass sich neue Unternehmen am Markt etablieren. Dies wiederum schlage sich in höheren Preisen für die Verbraucher nieder.

Der SSW hat diesen Antrag beinahe wortgleich bereits im Oktober 2006 eingebracht.

Vorherige Debatten zum Thema:
plenum-online
Oktober 2006, Februar 2009

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde:
Beitragsfreie KiTa

Vereidigung
Björn Thoroe (Linke) 
neu im Landtag

Außerdem notiert: 
Landtag gedenkt der Opfer  des Holocaust 

I n n e n  / R e c h t

2. Lesung:

Untersuchungsausschüsse
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Fakultativprotokoll
Richtergesetz
(auch 2. Lesung geplant)
Rundfunk-Staatsvertrag
(ohne Aussprache)
Wahlen:
Richterwahlausschuss
(ohne Aussprache)
G-10-Kommission (V-Schutz)
(ohne Aussprache)
Anträge:
Unfallzeugen
Rundfunkfreiheit
Flüchtlingsopfer
Norddeutsche Kooperation
Bericht:

Prüfung Landtagswahl
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

2. Lesung:

Haushaltsordnung
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Dienstleistungsrichtlinie
Schuldenbremse / Landesverfassung
IT-Planungsrat
(ohne Aussprache)
Antrag:
Kommunale Finanzen
(ohne Aussprache)
Bericht:

Rechnungshof / Entlastung
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Aktuelle Stunde:

Beitragsfreie KiTa

Anträge:
Gleichstellung Frauen
Atomkraftwerke
Hartz IV / Wohnkosten

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

1. Lesung:
Röntgen-Laseranlage
(ohne Aussprache)
Anträge:
Erdkabel
Strom und Leitungsnetze
Beschäftigungsinitiative
Bericht:

Flughafen Lübeck

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

1. Lesungen:
Umwelt-Informationsgesetz
Milchquoten
Wahlen:
Verwaltungsrat Forsten
(ohne Aussprache)
Anträge:
Freiw. Ökologisches Jahr
Bericht:

Grundwasser-
Entnahmeabgabe

(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

2. Lesung:

Schulgesetz / G8, Realschulen
1. Lesung:
Mittagstisch in KiTas und Schulen
Antrag:
Migrantenkinder / KiTa
(ohne Aussprache)
Berichte:

Politische Bildung

Hochschulen / Vereinbarung, Controlling

Denkmalschutz
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Europaausschuss / Minderheiten
Ostseestrategie
Bericht:

Ostseebüros / Hanse Office