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Auf dieser Seite: Norddeutsche Kooperation 

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Einsetzung einer Enquetekommission "Chancen 
und Risiken einer norddeutschen Kooperation"
Antrag der Fraktionen von B´90/ DIE GRÜNEN und SPD –
Drucksache 17/181(neu)

Landtag richtet Enquetekommission zur Förderung der norddeutschen Kooperation ein

Kiel (SHL/29.01.) Im Schleswig-Holsteinischen Landtag wird eine Enquetekommission mit dem Arbeitstitel "Chancen und Risiken einer norddeutschen Kooperation" eingerichtet." Nach einer emotionalen Debatte, die sich auch um das Thema Nordstaat rankte, reichten schließlich die Stimmen von SPD und Grünen für die Einrichtung des Gremiums. Laut Geschäftsordnung des Landtages ist dafür ein Quorum von einem Viertel der Abgeordneten notwendig. CDU und FDP enthielten sich bei der Abstimmung, die Linke und der SSW votierten dagegen. Die Kommission, die Möglichkeiten für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Schleswig-Holstein und den anderen norddeutschen Bundesländern ausloten soll, war von der SPD und den Grünen gefordert worden.

In der rund zweistündigen Debatte betonten die Redner aller Fraktionen die Bedeutung einer Ausweitung der norddeutschen Kooperation für Schleswig-Holstein. Uneins war das Plenum allerdings in der Frage, wie dieses Ziel erreicht werden kann. Grundsätzlich hoffen Jürgen Weber (SPD/Foto) und Monika Heinold (Grüne), dass mit der Enquetekommission das „Schneckentempo" beim Ausbau der Kooperation beschleunigt werden kann.

Die wirtschaftliche Entwicklung mache an Ländergrenzen nicht halt, Schleswig-Holstein müsse sich im Wettbewerb neu positionieren, sagte Heinold. Eine Enquetekommission biete hier die Möglichkeit, „große Fragen" zu stellen. In dieselbe Richtung argumentierte Weber: Er sprach sich für „Diskussionen ohne politische Daumenschrauben" aus und wandte sich gegen „Vorschläge auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner". Ziel müsse eine klare Analyse sein, um die nicht zufriedenstellende Situation zu verändern.

CDU-Chefs skeptisch

„Eine Enquetekommission ist nicht die richtige Institution, um die norddeutsche Kooperation voranzubringen", befand dagegen der Fraktionschef der CDU, Christian von Boetticher. Sie würde allenfalls eine Menge Geld kosten. Die Zukunft der norddeutschen Kooperation hänge vielmehr vom Verhandlungsgeschick der Landesregierung ab, sagte er, sicherte aber gleichwohl eine konstruktive Mitarbeit seiner Partei in dem Gremium zu.

Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) griff die Argumentation von von Boetticher auf: Die norddeutsche Zusammenarbeit würde in konkreten Verhandlungen zwischen den Ländern vorangebracht. Hier zeige sich, wo es zu Arbeitsteilungen kommen könne und welches Land dann bereit sei, beispielsweise auf eine Zuständigkeit zu verzichten.

Hart ins Gericht mit dem Vorstoß von SPD und Grünen ging der FDP-Abgeordnete Gerrit Koch: Der Antrag sei nicht richtig durchdacht. Es mache „keinen Sinn", so Koch, wenn man die, mit denen man kooperieren wolle, „nicht mit am Tisch hat". Die Enquetekommission würde lediglich dazu führen, dass eine „Summe in sechsstelliger Höhe für den Papierkorb" ausgegeben werde.

Linke und SSW argwöhnen Nordstaat-Hintergrund

Ulrich Schippels (Linke) und Anke Spoorendonk (SSW) warfen ihren Oppositionspartnern vor, auf die Errichtung eines Nordstaates hinarbeiten zu wollen. Dabei, konstatierte Schippels, zeige das Beispiel HSH Nordbank, dass die Zusammenarbeit zwischen den Ländern keinesfalls, wie immer behauptet, dazu führe, dass Geld eingespart werde. Spoorendonk stellte an die Adresse von Rot-Grün die Frage, warum Schleswig-Holstein als eigenständiges Bundesland nicht existieren könne, wenn ein Land der Größe Estlands sogar international selbstständig sei.

Die Enquetekommission soll aus 13 Mitgliedern bestehen, die von den Fraktionen benannt werden. Bis Ende des Jahres soll ein Abschlussbericht vorliegen. Der von initiierte Vorstoß richtet sich insbesondere auf die Zusammenarbeit mit Hamburg. Hier sehen die Grünen die Chance, Haushalte entlasten zu können und den Wirtschaftsstandort in Schwung zu bringen.

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Hintergrund:
Die Grünen wollen neue Bewegung in die Zusammenarbeit der norddeutschen Bundesländer bringen. Sie schlagen die Einrichtung einer Enquête-Kommission vor, die „Chancen und Risiken einer norddeutschen Kooperation" ausloten soll. Das Gremium soll wie die regulären Landtagsausschüsse aus 13 Mitgliedern bestehen, die von den Fraktionen nach ihrer Stärke benannt werden. Bis Ende des Jahres soll ein Abschlussbericht vorliegen.

Der Vorstoß richtet sich insbesondere auf die Zusammenarbeit mit Hamburg. Hier sehen die Grünen zahlreiche Felder, wo ein Zusammenrücken die Haushalte entlasten und den Wirtschaftsstandort stärken kann, etwa die Schul- und Hochschulpolitik, die Hafenentwicklung, die Energiepolitik oder den Küstenschutz. Zudem werden die Harmonisierung von Steuern und Abgaben, die Zusammenlegung von Gerichtsstandorten sowie Gebietsreformen ins Spiel gebracht.

Stichwort: Enquête-Kommission
„Zur Vorbereitung von Entscheidungen über umfangreiche und bedeutsame Sachkomplexe" kann der Landtag laut Geschäftsordnung Enquête-Kommissionen (vom französischen Wort enquête, "Untersuchung") einsetzen. Dies sind überfraktionelle Arbeitsgruppen, die langfristige Fragestellungen lösen sollen, in denen unterschiedliche juristische, ökonomische, soziale oder ethische Aspekte abgewogen werden müssen. Um eine solche Kommission einzurichten, ist die Zustimmung eines Viertels des Landtages erforderlich.

Enquête-Kommissionen bestehen in der Regel aus Abgeordneten aller Fraktionen sowie aus externen Sachverständigen. Beide Gruppen arbeiten als gleichberechtigte Mitglieder zusammen. Die Kommission erstellt einen Bericht, der nach Fertigstellung im Parlament diskutiert wird. Ziel ist es, eine gemeinsame Position über die Fraktionsgrenzen hinweg zu erarbeiten. Neben ihren regulären Sitzungen nimmt die Kommission auch öffentliche und nicht-öffentliche Anhörungen mit auswärtigen Sachverständigen und Vertretern der Ministerien und Behörden vor.

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde:
Beitragsfreie KiTa

Vereidigung
Björn Thoroe (Linke) 
neu im Landtag

Außerdem notiert: 
Landtag gedenkt der Opfer  des Holocaust 

I n n e n  / R e c h t

2. Lesung:

Untersuchungsausschüsse
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Fakultativprotokoll
Richtergesetz
(auch 2. Lesung geplant)
Rundfunk-Staatsvertrag
(ohne Aussprache)
Wahlen:
Richterwahlausschuss
(ohne Aussprache)
G-10-Kommission (V-Schutz)
(ohne Aussprache)
Anträge:
Unfallzeugen
Rundfunkfreiheit
Flüchtlingsopfer
Norddeutsche Kooperation
Bericht:

Prüfung Landtagswahl
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

2. Lesung:

Haushaltsordnung
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Dienstleistungsrichtlinie
Schuldenbremse / Landesverfassung
IT-Planungsrat
(ohne Aussprache)
Antrag:
Kommunale Finanzen
(ohne Aussprache)
Bericht:

Rechnungshof / Entlastung
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Aktuelle Stunde:

Beitragsfreie KiTa

Anträge:
Gleichstellung Frauen
Atomkraftwerke
Hartz IV / Wohnkosten

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

1. Lesung:
Röntgen-Laseranlage
(ohne Aussprache)
Anträge:
Erdkabel
Strom und Leitungsnetze
Beschäftigungsinitiative
Bericht:

Flughafen Lübeck

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

1. Lesungen:
Umwelt-Informationsgesetz
Milchquoten
Wahlen:
Verwaltungsrat Forsten
(ohne Aussprache)
Anträge:
Freiw. Ökologisches Jahr
Bericht:

Grundwasser-
Entnahmeabgabe

(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

2. Lesung:

Schulgesetz / G8, Realschulen
1. Lesung:
Mittagstisch in KiTas und Schulen
Antrag:
Migrantenkinder / KiTa
(ohne Aussprache)
Berichte:

Politische Bildung

Hochschulen / Vereinbarung, Controlling

Denkmalschutz
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Europaausschuss / Minderheiten
Ostseestrategie
Bericht:

Ostseebüros / Hanse Office