zurück zur aktuellen Ausgabe von plenum-online

plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Flughafen Lübeck 

xxx

Top 37:
Keine Landesmittel für den Ausbau des 
Flugplatzes Lübeck-Blankensee

Antrag der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN – Drucksache 17/27
Antrag der Fraktion der SPD – Drucksache 17/56
(Ausschussüberweisung am 19. November 2009). 
Bericht und Beschlussempfehlung des Wirtschaftsausschusses – Drucksache 17/185
Antrag der Fraktion der SPD – Drucksache 17/217

Flughafen Lübeck: SPD nimmt Landesregierung in die Pflicht

Kiel (SHL/29.01.) Die SPD fordert Landeszuschüsse, um den Betrieb des in die Schieflage geratenen Flughafens Lübeck-Blankensee bis Ende März 2011 abzusichern. Da die hoch verschuldete Hansestadt den Airport nicht aus eigener Kraft betreiben könne, benötige sie Hilfe, um das so genannte "Take-Off-Konzept" umzusetzen. „Lübeck braucht die Unterstützung jetzt", bekräftigte der SPD-Abgeordnete Wolfgang Baasch im Landtag. Die Koalition steht zwar, ebenso wie der SSW, auch zu dem Regionalflughafen, sieht aber als erstes die Stadt in der Pflicht.

„Wir können nur einen Zuschuss leisten, wenn Lübeck selbst investiert", entgegnete Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU). Nur bei einem Bürgerschaftsbeschluss für einen Ausbau des Flughafens könne das Land über Investitionshilfen entscheiden. Eine Beteiligung an der Betreiber-GmbH oder eine Anschubfinanzierung für die geplante Basis der Billig-Fluglinie Ryanair schloss er dagegen erneut aus. Der CDU-Abgeordnete Hans-Jörn Arp fuhr die gleiche Linie: „Erst einmal müssen die Lübecker eine Perspektive bieten und einen Betreiber finden."

Der Ball liege bei der Stadt Lübeck und der dortigen SPD-geführten Mehrheit im Stadtparlament, nahm Christopher Vogt (FDP) die Sozialdemokraten in die Pflicht. Demgegenüber plädierte die SPD-Parlamentarierin Regina Poersch dafür, beim „Jonglieren" alle „Bälle in der Luft zu halten" – also auch auf Landeshilfe zu bauen. Lars Harms vom SSW forderte ebenfalls eine Chance für Blankensee: „Selbstverständlich hat der Flughafen einen Anspruch darauf, nach den gleichen Kriterien wie andere Flughäfen auch seine Infrastrukturmaßnahmen bezuschusst zu bekommen."

Grüne und Linke: „Fass ohne Boden", „Millionengrab"

Nach Ansicht von Grünen und Linken ist Blankensee dagegen ein „Fass ohne Boden", das „jedes Jahr öffentliche Mittel in Millionenhöhe vernichtet" (Thorsten Fürter, Grüne) und ein „Millionengrab" (Antje Jansen, Linke). Die Landesregierung soll in der Februar-Sitzung des Landtages ihre Vorstellungen zur Zukunft des Airports darlegen.

Der Flughafen ist finanziell angeschlagen. Seit dem Rückzug des Betreibers Infratil ist die Stadt mit Millionen-Spritzen in die Bresche gesprungen und hat den Betrieb mit einer Millionen-Spritze zunächst bis Oktober abgesichert. Dennoch attestiert das "Take-Off-Konzept" dem Airport ein großes Entwicklungspotential. Auch die Lübecker stehen hinter Blankensee: Bei einem Bürgerbegehren kamen über 56.000 Unterstützungs-Unterschriften zusammen. Der Bürgerentscheid soll am 25. April stattfinden.

Druckversion

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
Der Landtag hält sich seine Entscheidung über eine finanzielle Förderung des Flughafens Lübeck-Blankensee weiter offen. CDU, SPD, FDP und SSW wollen zunächst einen Regierungsbericht abwarten, der im Februar vorliegen soll. Das ist ein Ergebnis der intensiven Beratungen des Themas im Wirtschaftsausschuss. Grundlage des Berichts soll das so genannte "Take-Off-Konzept" der Betreibergesellschaft sein. Zudem plädieren die Abgeordneten für eine engere Zusammenarbeit Lübecks mit dem Airport Hamburg-Fuhlsbüttel.

Der Flughafen in der Hansestadt ist in die finanzielle Schieflage geraten, seitdem der neuseeländische Investor Infratil, der lange einen 90-Prozent Anteil an der Betreibergesellschaft gehalten hat, sich etappenweise aus Lübeck zurückgezogen hat. Die Stadt Lübeck ist mit über drei Millionen Euro in die Bresche gesprungen und hat damit den Betrieb bis März 2010 abgesichert. Damit ist die Stadt hundertprozentige Eigentümerin des Airports. Neben der Belastung für die ohnehin tiefrote Stadtkasse droht weiterer Schaden. Denn Infratil hat Anspruch auf eine Entschädigung für die getätigten Investitionen. Dies könnte bis zu 30 Millionen Euro kosten.

"Take-Off-Konzept" sieht Entwicklungspotential

Trotz der Probleme sehen die Stadt Lübeck, die lokale Wirtschaft und die Betreibergesellschaft aber ein großes Entwicklungspotential für den Flughafen. Das geht aus dem "Take-Off-Konzept" hervor. Demnach soll Blankensee ab 2011 Gewinne abwerfen und im Jahr 2015 dann 2,2 Millionen Passagiere abfertigen – im letzten Jahr waren es knapp 700.000. Um diese Ziele zu erreichen, setzt die Stadt auf das sogenannte "Landlord-Modell", das auch im Lübecker Hafen angewendet wird. Das bedeutet: Die Stadt finanziert den Ausbau des Flughafens und verpachtet das gesamte Gelände an einen Investor – der allerdings noch nicht in Sicht ist. Der Betreiber übernimmt im Gegenzug neben der Pacht auch Zinsen und Tilgung für den Ausbau. Insgesamt sollen so ab 2011 rund 1,8 Millionen Euro pro Jahr in die Kasse kommen. Derzeit zahlt die Flughafen GmbH eine Pacht von 312.000 Euro.

Die Stadt Lübeck hofft auch auf Landeszuschüsse, doch Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) hat sich Mitte Januar im Wirtschaftsausschuss bedeckt gehalten. Investitionsbeihilfen für die Flughafen-Infrastruktur seien zwar möglich, jedoch keine Anschubfinanzierung für neue Linien oder Mittel für den Aufbau einer Basis der Fluggesellschaft Ryanair in Lübeck. Die irische Fluglinie ist Hauptnutzer des Lübecker Flughafens und steuert von Blankensee aus zehn Ziele in ganz Europa an.

  Bürgerentscheid zeichnet sich ab

Unterdessen hat ein von CDU, FDP und der Partei Bürger für Lübeck (BfL) gestartetes Bürgerbegehren einen großen Zuspruch der Hansestädter für ihren Flughafen ergeben. Über 56.000 Unterschriften kamen zusammen, so dass das Quorum für die Abhaltung eines Bürgerentscheids voraussichtlich klar erfüllt wird. Der Wirtschaftsausschuss des Landtages begrüßt mehrheitlich das „klare Votum" der Lübecker für ihren Airport.

Letzte Debatte zum Thema:
plenum-online
November 2009

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde:
Beitragsfreie KiTa

Vereidigung
Björn Thoroe (Linke) 
neu im Landtag

Außerdem notiert: 
Landtag gedenkt der Opfer  des Holocaust 

I n n e n  / R e c h t

2. Lesung:

Untersuchungsausschüsse
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Fakultativprotokoll
Richtergesetz
(auch 2. Lesung geplant)
Rundfunk-Staatsvertrag
(ohne Aussprache)
Wahlen:
Richterwahlausschuss
(ohne Aussprache)
G-10-Kommission (V-Schutz)
(ohne Aussprache)
Anträge:
Unfallzeugen
Rundfunkfreiheit
Flüchtlingsopfer
Norddeutsche Kooperation
Bericht:

Prüfung Landtagswahl
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

2. Lesung:

Haushaltsordnung
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Dienstleistungsrichtlinie
Schuldenbremse / Landesverfassung
IT-Planungsrat
(ohne Aussprache)
Antrag:
Kommunale Finanzen
(ohne Aussprache)
Bericht:

Rechnungshof / Entlastung
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Aktuelle Stunde:

Beitragsfreie KiTa

Anträge:
Gleichstellung Frauen
Atomkraftwerke
Hartz IV / Wohnkosten

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

1. Lesung:
Röntgen-Laseranlage
(ohne Aussprache)
Anträge:
Erdkabel
Strom und Leitungsnetze
Beschäftigungsinitiative
Bericht:

Flughafen Lübeck

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

1. Lesungen:
Umwelt-Informationsgesetz
Milchquoten
Wahlen:
Verwaltungsrat Forsten
(ohne Aussprache)
Anträge:
Freiw. Ökologisches Jahr
Bericht:

Grundwasser-
Entnahmeabgabe

(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

2. Lesung:

Schulgesetz / G8, Realschulen
1. Lesung:
Mittagstisch in KiTas und Schulen
Antrag:
Migrantenkinder / KiTa
(ohne Aussprache)
Berichte:

Politische Bildung

Hochschulen / Vereinbarung, Controlling

Denkmalschutz
(ohne Aussprache)

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Europaausschuss / Minderheiten
Ostseestrategie
Bericht:

Ostseebüros / Hanse Office