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Auf dieser Seite: Schulgesetz

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Top 05
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Schulgesetzes und des Mitbestimmungsgesetzes Schleswig-Holstein
Gesetzentwurf der Landesregierung – Drucksache 17/858
(Ausschussüberweisung am 06. Oktober 2010)
Bericht und Beschlussempfehlung des Bildungsausschusses – Drucksache 17/1186 
Antrag zur Geschäftsordnung der Fraktion B´ 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 17/1199 
Änderungsantrag der Fraktion B´ 90/GRÜNE – 
Drs. 17/1210neu 
Änderungsantrag der Fraktion des SSW – Drs. 17/1212 
Änderungsantrag der Fraktionen von CDU und FDP – 
Drs. 17/1213 
   Aufruf gemeinsam mit
Top 45
Entlastung der Schülerinnen und Schüler im 
Rahmen des achtjährigen Gymnasiums
Antrag der Fraktion der SPD – Drucksache 17/90
Änderungsantrag der Fraktion des SSW – Drucksache 17/138
(Ausschussüberweisung am 18. Dezember 2009)
Bericht und Beschlussempfehlung des Bildungsausschusses – Drucksache 17/1187 


Bildungsminister Ekkehard Klug (FDP) vor der Debatte
 im Meinungsaustausch mit Susanne Herold (CDU/links) 
und Anke Spoorendonk (SSW)

Schulreform nachjustiert: 
Koalition will „mehr Freiheiten 
für die Schulen"

Opposition klagt an: Schwarz-Gelb will 
Schüler „aussortieren"

Kiel (SHL/ 26.01.) Schleswig-Holstein führt das Abitur nach neun Jahren (G9) wieder ein. Nach knapp dreistündiger Debatte und trotz heftiger Proteste der Opposition hat die schwarz-gelbe Koalition eine Änderung des Schulgesetzes beschlossen, die den Gymnasien die Rückkehr von G8 zum G9-Abi erlaubt. Die Schulkonferenzen können dies nun beschließen. Auch das Nebeneinander beider Angebote an einer Schule ist möglich. Damit wird die erst 2007 auf den Weg gebrachte Schulreform an einer zentralen Stelle wieder zurückgedreht. Die Schulen erhielten nun „Freiräume für eigenverantwortliche Schulgestaltung", betonte Bildungsminister Ekkehard Klug (FDP), der auf die Klagen vieler Schüler und Eltern über zu viel Stress durch G8 verwies. Der Regierungspartner CDU folgte diesem Kurs allerdings nur widerwillig.

„Es ist kein Geheimnis: Die CDU-Fraktion ist nach wie vor Befürworterin des achtjährigen Bildungsganges", bekannte die bildungspolitische Fraktionssprecherin Heike Franzen. Sie äußerte die Hoffnung, dass G8 zu einem Erfolg werde. Die Zustimmung der Union – trotz ihrer geäußerten Bedenken – stieß bei der Opposition auf heftige Kritik. Anke Erdmann (Grüne) warf dem Regierungslager vor, ein „Gesetz der FDP", aber kein „Gesetz der Koalition" zu verabschieden. „Es geht um die Wahrung des Koalitionsfriedens und nicht um den Schulfrieden", so Erdmann. Anstatt zu G9 zurückzukehren, forderte sie den Minister auf, Schüler am achtjährigen Gymnasium zu entlasten. Dies sei „pragmatisch und kostenneutral" möglich. 

Und SPD-Fraktionschef Ralf Stegner fragte in Richtung der Union: „Warum lassen Sie etwas zu, was es im ganzen Tierreich nicht gibt und man auch in Brehms Tierleben nicht finden wird, dass hier der gelbe Schwanz mit dem schwarzen Hund wedelt?" Zuvor hatte er gemutmaßt, FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki könne nun offiziell die Regierungsführung übernommen haben.

Binnendifferenzierter Unterricht an
Gemeinschaftsschulen wird gelockert

Ein weiterer Punkt des Gesetzes: An Gemeinschaftsschulen wird das Prinzip des binnendifferenzierten Unterrichts, bei dem Schüler mit unterschiedlichem Leistungsvermögen in einer Klasse unterrichtet werden, gelockert. Künftig können Schüler wieder in abschlussbezogene Klassenverbände aufgeteilt werden. Die Gemeinschafts- und die Regionalschulen sollen so einander angenähert werden, um sie mittelfristig zu einer einzigen Schulart zu verschmelzen, so Minister Klug. Mit Blick auf die „massiv schrumpfenden" Schülerzahlen sei dies notwendig, damit Schulstandorte in dünn besiedelten Regionen erhalten werden können.

Auch hier ging die Opposition auf Gegenkurs. Stegner warf Schwarz-Gelb vor, „de facto das Grundprinzip des binnendifferenzierenden Unterrichts abschaffen" und stattdessen „so viel aussortieren wie irgendwie möglich" zu wollen. Dies gehe zulasten von Kindern aus sozial schwachen Familien. Nach der vorgezogenen Landtagswahl, die spätestens im Herbst 2012 ansteht, „werden wir als erstes die wesentlichen Inhalte dieser Novelle wieder zurückdrehen", kündigte Stegner für den Fall einer Regierungsübernahme an. Und Ellen Streitbörger (Linke) attackierte die von der Koalition angestrebten „Änderungen hin zur gesetzlich verankerten Beliebigkeit". Alle vorschnellen Änderungen „sind ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die Zeit und Mühe in die Umsetzung des Schulgesetzes von 2007 gesteckt haben", so Streitbörger.

Kubicki: „Wir sagen nicht, ihr müsst; 
wir sagen, ihr könnt"

„Keine einzige Schule ist gezwungen ihr derzeitiges Angebot zu verändern", stellte dagegen FDP-Fraktionschef Kubicki klar. „Wir sagen nicht, ihr müsst; wir sagen, ihr könnt." Die Opposition habe offensichtlich „Angst vor einer freien Entscheidung der Schulen vor Ort", argwöhnte Kubicki. Auch die CDU-Abgeordnete Franzen sprach sich für mehr Freiheiten aus: „Wir gehen einen pragmatischen Weg, auf dem sich Schulen in Ruhe entwickeln können, ohne ständig an die Grenzen der Rahmenvorgaben zu stoßen."

Anke Spoorendonk (SSW) lehnte die schwarz-gelben Pläne ab und wehrte sich zudem erneut gegen den CDU/FDP-Beschluss vom Dezember, „einseitig bei den Schulkindern der dänischen Minderheit zu kürzen". Dies sei „ein eklatanter Bruch mit der Minderheitenpolitik des Landes" gewesen. Der entsprechende Änderungsantrag des SSW scheiterte aber an der schwarz-gelben Mehrheit.

Grüne kritisieren: Volksinitiative wird übergangen,
Beteiligungsrechte werden missachtet

Wenige Tage vor der Debatte hatte die "Volksinitiative Schulfrieden" gut 25.000 Unterstützer-Unterschriften an Landtagspräsident Torsten Geerdts übergeben. Die Initiative wendet sich gegen die ihrer Meinung nach zu häufigen Veränderungen im schleswig-holsteinischen Schulsystem und fordert, den Status Quo bis 2013 nicht anzutasten. Vor diesem Hintergrund forderte Monika Heinold (Grüne), die Abstimmung zu verschieben. Es sei „eine Missachtung der Beteiligungsrechte", das Gesetz zu beschließen, ohne die Initiatoren anzuhören. CDU und FDP wandten sich jedoch dagegen: Schulen und Schulträger bräuchten jetzt schnell Rechtssicherheit.

Auch das ist neu: Die Schulsozialarbeit, die Hochbegabtenförderung und die bessere Integration behinderter Kinder wurden ins Schulgesetz aufgenommen. Einvernehmlich appelliert der Landtag zudem, die G8-Schüler zu entlasten. Die Landesregierung soll sich bei den anderen Bundesländern dafür einsetzen, dass die Gymnasiasten weniger Unterrichtsstunden, Fächer und Klassenarbeiten ableisten müssen.

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Hintergrund:
Trotz vehementer Proteste der Opposition und einer Volksinitiative will die schwarz-gelbe Koalition ihre Änderungen am Schulgesetz durch den Landtag bringen. Damit wird die letzte große Reform aus dem Jahr 2007, vor allem auf Drängen der FDP, teilweise wieder zurückgedreht. Die Neuerungen sollen vom nächsten Schuljahr an greifen. Im Bildungsausschuss haben CDU und FDP den Gesetzentwurf der Landesregierung nach intensiver Beratung mit einigen Ergänzungen durchgewunken – SPD, Grüne, Linke und SSW waren dagegen.

Ein Kernpunkt: Liberale und Christdemokraten wollen die Wahlfreiheit zwischen Turbo-Abi und dem traditionellen G9 einführen. Danach sollen Gymnasien selbst entscheiden dürfen, ob sie das Abitur nach acht Jahren oder wieder wie früher nach neun Jahren anbieten. Das Gesetz ermöglicht auch ein Nebeneinander beider Formen an einer Schule. Vorausgegangen waren Beschwerden von Schülern und Eltern über den Leistungsdruck beim Abitur nach acht Jahren (G8). Auch das Nebeneinander beider Angebote in einer Schule soll künftig möglich sein – das so genannte Y-Modell. Voraussetzung ist, dass für den Schulträger kein Mehraufwand an Räumen entsteht und nicht mehr Personal benötigt wird. Über das Angebot entscheiden Schulleitung, Schulkonferenz und Schulträger, in Zweifelsfällen das Ministerium.

Gemeinschafts- und Regionalschulen 
sollen zusammenwachsen

Der Entwurf zielt außerdem darauf ab, die neuen Gemeinschafts- und Regionalschulen einander anzunähern. Sie sollen mittelfristig zu einer Schulart zusammenwachsen. An Gemeinschaftsschulen wird das Prinzip des binnendifferenzierten Unterrichts, bei dem Schüler mit unterschiedlichem Leistungsvermögen im gemeinsamen Klassenverband unterrichtet werden, gelockert. Das neue Gesetz soll es den Schulen ermöglichen, abschlussbezogene Klassenverbände oder andere Formen eines stärker differenzierten Unterrichtsangebots einzurichten.

Die Landesregierung will außerdem auf sogenannte prophylaktische Abschlussprüfungen weitgehend verzichten. Wer am Gymnasium, an einer Gemeinschaftsschule oder auf dem Weg zum Realschulabschluss an einer Regionalschule in die 10. Klasse versetzt wird, bekommt automatisch den Hauptschulabschluss. Mit Versetzung in die 11. Klasse am Gymnasium gibt es den Realschulabschluss. Nur wer im ersten Halbjahr der 9. Klasse an einer Regional- oder Gemeinschaftsschule versetzungsgefährdet ist, muss eine Hauptschul- Abschlussprüfung machen.

Zu den Änderungen, die die Bildungspolitiker im Ausschuss eingefügt haben, zählt eine Landesförderung für die Schulsozialarbeit sowie die Übernahme von Beförderungskosten für behinderte Schüler. Mit großer Mehrheit setzt sich der Landtag zudem für eine Entlastung der G8-Schüler ein. Der Bildungsausschuss fordert die Landesregierung auf, sich bei den anderen Ländern dafür einzusetzen, dass die Gymnasiasten weniger Unterrichtsstunden, Fächer und Klassenarbeiten ableisten müssen.

"Volksinitiative Schulfrieden" sammelt 
über 25.000 Unterschriften

Eine Woche vor der Schlussabstimmung im Parlament hat die "Volksinitiative Schulfrieden" gut 25.000 Unterstützer-Unterschriften an Landtagspräsident Torsten Geerdts übergeben. Die Initiative wendet sich gegen die ihrer Meinung nach zu häufigen Veränderungen im schleswig-holsteinischen Schulsystem. Ziel ist es, die Reform der Reform auszusetzen und das gültige Gesetz zu erhalten. Zudem fordert die Initiative einen verbindlich festgelegten „Schulfrieden" bis Juli 2013. Schüler, Lehrer und Eltern bräuchten Verlässlichkeit.

Vor diesem Hintergrund fordern die Grünen den Landtag auf, die Abstimmung über das neue Schulgesetz zu verschieben und sich zunächst mit dem Anliegen der Volksinitiative zu befassen. „Das letzte, was unsere Schulen brauchen", sei eine erneute Änderung der Rahmenbedingungen. Sollte die Koalition das Gesetz aber dennoch verabschieden wollen, so sprechen sich die Grünen dafür aus, über eine Schulentwicklungsplanung mehr Oberstufenplätze zu schaffen. Das sieht ein Änderungsantrag zum schwarz-gelben Entwurf vor.

Am vergangenen Wochenende haben dagegen mehrere hundert Eltern, Schüler und Lehrer in Kiel dafür demonstriert, dass Gymnasiasten das Abitur

wieder nach neun Jahren ablegen können – und damit ihre Unterstützung für die Pläne des Bildungsministeriums signalisiert.

1. Lesung: plenum-online Oktober 2010

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit:
Patenschaft des Landtages mit der "Gorch Fock"

Außerdem notiert: 
Landtag gedenkt der Opfer 
des Nationalsozialismus

I n n e n  / R e c h t

2. Lesung:

Untere Landesbehörden
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Beihilfe / Arzneimittelrezepte
(ohne Aussprache)
Sozialgerichte / Zuständigkeit
(ohne Aussprache)
Ausschussempfehlung:
Abschiebung Kosovo
(ohne Aussprache)
Anträge:
Kommunismus
Integrationskurse
Ehrenamt
Flüchtlingspolitik
Schifffahrtspolizeiliche Aufgaben
(ohne Aussprache)
Berichtsantrag:
Minderjährige Flüchtlinge
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

2. Lesung:

Landesrechnungshof / Altersgrenze
(ohne Aussprache)
Regierungsbericht:

Öffentliche Beschaffung

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

1. Lesungen:
Öffentl. Gesundheitswesen
Jobcenter / Grundsicherung
(ohne Aussprache)
Anträge:
Armutsbekämpfung
Ausschussempfehlung:
Mädchen-/
Fraueneinrichtungen
Berichtsantrag:
Kinderspielzeug
Regierungsberichte:

Verbraucherschutz

Jugend in Schleswig-Holstein

Heimerziehung

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  E n e r g i e

1. Lesung:
Mittelstandsförderungsgesetz
Ausschussempfehlungen:
Offshore-Windkraft
Öffentliche Auftragsvergabe / Wertgrenzen
(ohne Aussprache)
Anträge:
Gigaliner / LKW
AKW Brunsbüttel
Atommülltransporte
Regierungsbericht:

Elektromobilität
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
F o r s t e n

2. Lesung:

Forstliche Versuchsanstalt
(ohne Aussprache)
Ausschussempfehlung:
Nerztier-Haltung
(ohne Aussprache)
Anträge:
Futtermittel / Dioxin
Regierungsbericht:

Gemeinsame Agrarpolitik

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

2. Lesung:

Schulgesetz
1. Lesung:
Hochschulgesetz
Große Anfrage:
Weiterbildung
Ausschussempfehlungen:

Hochschulmedizin

Medizin-Studienplätze
(ohne Aussprache)
Antrag:
Sprachförderung
Berichtsantrag:
Landes-/Uni-Bibliothek
(ohne Aussprache)
Regierungsberichte:
Unis / Zielvereinbarung

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Nordseestrategie / Europapolitik
Berichtsantrag:
Minderheitenbericht
(ohne Aussprache)