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Auf dieser Seite: Hafenkooperation / Elbvertiefung

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Top 23
Norddeutsche Hafenkooperation entwickeln - 
Keine Zustimmung zur Elbvertiefung
Antrag der Fraktion B90/DIE GRÜNEN - Drucksache 17/2140 
Antrag der Fraktion der SPD - Drucksache 17/2205 
   Aufruf gemeinsam mit
Top 33
Elbvertiefung
Antrag der Fraktionen von CDU und FDP - Drucksache 17/2171 
Änderungsantrag der Fraktionen von CDU und FDP - Drs. 17/2215 

Breites Bündnis für Elb-Vertiefung

Aber auch Kritik an Kosten und Auswirkungen auf die Natur

Kiel (SHL/26.01.) Nachdem die EU-Kommission im Dezember grünes Licht für die geplante Elb-Vertiefung gegeben hat, setzt eine breite Mehrheit im Landtag nun auf einen raschen Beginn der Baggerarbeiten. Bereits im März sollen die Planfeststellungs-Beschlüsse vorliegen, sagte Verkehrsminister Jost de Jager (CDU) im Landtag. Schwarz-Gelb wie auch die oppositionelle SPD erhoffen sich wirtschaftliche Impulse für den Hamburger Hafen, der Schleswig-Holsteins größter Arbeitgeber sei. Ziel der Ausbaupläne: Schiffe der neuen Container-Generation mit einem Tiefgang von bis 16 Metern sollen die Hansestadt anlaufen können. Grüne, Linke und SSW bekräftigen erneut ihre Ablehnung.

Es sei bereits jetzt abzusehen, so Marlies Fritzen (Grüne), dass die nun geplante Flusstiefe für die "immer größer, immer schwerer und immer breiter" werdenden Pötte bereits in wenigen Jahren nicht mehr ausreichen werde. Lars Harms (SSW) mahnte, dass durch die knapp 400 Millionen Euro teure Vertiefung die Fließgeschwindigkeit der Elbe und damit die Gefahr von Sturmfluten steigen würden. Schleswig-Holstein müsse dann in den Deichbau investieren. "Hat eigentlich irgendwer einmal eine Kosten-Nutzen-Analyse der Elb-Vertiefung für Schleswig-Holstein aufgestellt?", fragte Harms. Als Alternative komme eine bessere Zusammenarbeit aller deutschen Nordseehäfen in Betracht, was auch Björn Thoroe (Linke) unterstützte: "Es schadet Schleswig-Holstein und Hamburg überhaupt nicht, wenn ein paar Schiffe Wilhelmshaven anlaufen."

CDU: Grüne gefährden mit ihrer Haltung Arbeitsplätze

Demgegenüber unterstrich Hans-Jörn Arp (CDU) die Bedeutung des Hamburger Hafens für Schleswig-Holstein. "180.000 direkte und indirekten Arbeitsplätze, viele davon sind Schleswig-Holsteiner", hingen daran. "Sie gefährden Arbeitsplätze und die finanzielle Situation des Landes", attackierte Arp die Grünen. Regina Poersch (SPD) betonte, dass jeder dritte Container, der in Hamburg umgeschlagen wird, von dort aus durch den Nord-Ostsee-Kanal weiter verfrachtet werde. Deswegen "dürfen wir dem Hafen Hamburg nicht das Wasser abgraben", so Poersch. Und Oliver Kumbartzky (FDP) ergänzte: "Stellen Sie sich vor, die neue Schleusenkammer in Brunsbüttel wird eröffnet, und kein Schiff ist da, das sie nutzt."

Minister de Jager stellte heraus, dass die Punkte Deichsicherheit sowie Natur- und Umweltschutz "sorgfältig berücksichtigt" würden. Die Sturmflut-Wasserstände werden sich nach de Jagers Darstellung "um maximal zwei Zentimeter" erhöhen. Andererseits könnten die höheren Wellen der Containerriesen zur Belastung für Siele und Sperrwerke am Flussufer werden.

CDU und FDP beschlossen schließlich einen Antrag, der die Ausbaupläne begrüßt. Die SPD monierte, dass Schwarz-Gelb laut diesem Papier den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals erst "im Anschluss" an die Elb-Vertiefung angehen will.

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Hintergrund:
Wirtschaft, Politik, Umweltschützer und Anwohner streiten seit Jahren über Nutzen und Risiken der geplanten Elbvertiefung. Nach der generellen Zustimmung der EU-Kommission aus dem Dezember setzen die Befürworter nun auf einen raschen Baubeginn. Die schwarz-gelbe Landesregierung, die sich wirtschaftliche Impulse für den Hamburger Hafen und für das Umland erhofft, nimmt auf Antrag von CDU und FDP im Landtag Stellung. Die Grünen bekräftigen hingegen erneut ihre Ablehnung gegen die Elbvertiefung und fordern stattdessen ein gemeinsames Wirtschaftskonzept aller deutschen Nordseehäfen.

Damit auch Schiffen der neuen Container-Generation mit einem Tiefgang von 14,50 Metern den Hamburger Hafen erreichen können, soll der Fluss weiter vertieft werden. Kostenpunkt: rund 400 Millionen Euro. Nach dem Brüssel generell bereits grünes Licht für das Projekt gegeben hat, rechnet die Hamburger Wirtschaftsbehörde nun damit, dass die Nachbarländer Schleswig-Holstein und Niedersachsen die notwendigen Planfeststellungsbeschlüsse bis zum Frühjahr treffen, um dann mit den Bauarbeiten zu beginnen.

Umweltschützer und Landtagsopposition befürchten
mit "gravierenden Folgen" für Natur und Anwohner

Es sei mit "gravierenden Folgen" für die Natur und die Flussanrainer zu rechnen, wenn die Elbe weiter ausgebaggert werde, befürchtet die Oppositionsfraktion. So könnten Häfen und Nebenflüsse entlang der Unterelbe verschlicken. Der Fluss werde schneller fließen, was bei Hochwasser zu einer Gefährdung der Deiche führen werde. Und: Die Obst-Anbaugebiete in Flussnähe könnten versalzen. Aus diesem Grund sieht auch das Land Niedersachsen die Elbvertiefung mit Skepsis. Berichten zufolge wird mit einer Kostensteigerung um 60 bis 100 Millionen Euro durch Umwelt- und Landschaftsschutzmaßnahmen gerechnet.

Meldung und vorherige Debatte zum Thema:
plenum-online
Dezember 2008 (Häfen/Meldung), August 2011 (Elbe)

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