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Rund
70 Studenten empfingen am frühen Mittwoch-Morgen die
Landtagsabgeordneten vor dem Kieler Landeshaus. Sie
demonstrierten für den Erhalt der Sektion für Sexualmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. |
Landtag steht hinter
Sektion für Sexualmedizin am UKSH
Kiel (SHL/25.01.)
Obwohl sie rote Zahlen schreibt, soll die Sektion für Sexualmedizin
am Universitätsklinikum Kiel (UKSH) wegen ihrer wichtigen Arbeit
erhalten bleiben - darin ist sich der Landtag im Grundsatz einig.
Die Unterschiede: Die Opposition sieht die Landesregierung in der
Pflicht, eine Perspektive für einen dauerhaften Fortbestand der
Einrichtung zu entwickeln - die Koalition will, dass das UKSH und die
Christian-Albrechts-Universität die Voraussetzungen für den
Weiterbetrieb schaffen. Mit ihrer Stimmenmehrheit brachten CDU und
FDP schließlich ihren Antrag durch, der "die Beteiligten im
UKSH" auffordert, "eine Fortführung der bisherigen
Aufgaben" zu gewährleisten.
Das Kieler Institut ist das
einzige seiner Art in Schleswig-Holstein. Hier werden Männer und
Frauen mit sexuellen Problemen behandelt, sowohl mit organischen
Störungen als auch mit Neigungen wie etwa Pädophilie. Neben
Behandlung und Forschung, etwa zur Geschlechtsidentität, gehören
zu den Aufgaben der Sexualmediziner auch gerichtliche Gutachten,
unter anderem zur Einschätzung einer Rückfälligkeit. Seit Monaten
gibt es allerdings Streit darüber, ob und wie die defizitäre
Sektion aufrecht erhalten bleiben kann - in den vergangenen Jahren
wurden laut Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU) jährlich rund
150.000 Euro Minus gemacht. "Das Schwarze-Peter-Spiel muss
endlich aufhören", sagte Jürgen Weber (SPD). Statt
Verantwortung zu übernehmen, lasse die Landesregierung die
Einrichtung im Stich.
Die Hochschulen seien "frei und autonom in
ihren Entscheidungen", hielten Redner der schwarz-gelben
Koalition dagegen. Minister de Jager betonte, laufende Projekte in
der Sektion würden auch künftig weiterbestehen. Das UKSH prüfe
derzeit, die Sexualmedizin aus der Urologie in die integrative
Psychiatrie zu übertragen. Das sei "fachlich plausibel",
außerdem würden dort "bessere Abrechnungsbedingungen für
Leistungen" bestehen, so der Minister. Eine Entscheidung über
diese organisatorische Veränderung sei aber noch nicht
abschließend gefallen.
Weitere Redner:
Daniel Günther (CDU), Kirstin Funke (FDP), Rasmus Andresen
(Grüne), Heinz-Werner Jezewski (Linke), Anke Spoorendonk (SSW)
Hintergrund:
Die SPD fordert, die von der Schließung bedrohte
Sektion für Sexualmedizin am Universitätsklinikum (UKSH)
zu erhalten. Das Problem: Die Abteilung des finanziell
angeschlagenen Klinikums macht Minus - gemunkelt wird von
155.000 Euro. Deshalb sollen Mitarbeiter abgezogen werden.
Das Kieler
Institut ist das einzige seiner Art in Schleswig-Holstein.
Hier werden Männer und Frauen mit sexuellen Problemen
behandelt, sowohl mit organischen Störungen als auch mit
Neigungen wie etwa Pädophilie. Neben Behandlung und
Forschung, etwa zur Geschlechtsidentität, gehören zu den
Aufgaben der Sexualmediziner auch gerichtliche Gutachten,
unter anderem zur Einschätzung einer Rückfälligkeit.
Sollte der
Forschungsbereich geschlossen werden, fürchten die
Sozialdemokraten, dass "gefährliche
Sexualstraftäter nicht ausreichend begutachtet und
therapiert werden können und weiterhin eine Gefährdung
der Allgemeinheit darstellen würden".
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