zurück zur aktuellen Ausgabe von plenum-online

plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Sexualmedizin am UKSH 

xxx

Top 26
Für den Erhalt der Sektion für Sexualmedizin am UKSH in Kiel

Antrag der Fraktionen von SPD, B90/DIE GRÜNEN, DIE LINKE 
und SSW - Drucksache 17/2155(neu) 
Änderungsantrag der Fraktionen von CDU und FDP - Drs. 17/2206

Rund 70 Studenten empfingen am frühen Mittwoch-Morgen die Landtagsabgeordneten  vor dem Kieler Landeshaus. Sie demonstrierten für den Erhalt der Sektion für Sexualmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. 

Landtag steht hinter Sektion für Sexualmedizin am UKSH

Kiel (SHL/25.01.) Obwohl sie rote Zahlen schreibt, soll die Sektion für Sexualmedizin am Universitätsklinikum Kiel (UKSH) wegen ihrer wichtigen Arbeit erhalten bleiben - darin ist sich der Landtag im Grundsatz einig. Die Unterschiede: Die Opposition sieht die Landesregierung in der Pflicht, eine Perspektive für einen dauerhaften Fortbestand der Einrichtung zu entwickeln - die Koalition will, dass das UKSH und die Christian-Albrechts-Universität die Voraussetzungen für den Weiterbetrieb schaffen. Mit ihrer Stimmenmehrheit brachten CDU und FDP schließlich ihren Antrag durch, der "die Beteiligten im UKSH" auffordert, "eine Fortführung der bisherigen Aufgaben" zu gewährleisten.

Das Kieler Institut ist das einzige seiner Art in Schleswig-Holstein. Hier werden Männer und Frauen mit sexuellen Problemen behandelt, sowohl mit organischen Störungen als auch mit Neigungen wie etwa Pädophilie. Neben Behandlung und Forschung, etwa zur Geschlechtsidentität, gehören zu den Aufgaben der Sexualmediziner auch gerichtliche Gutachten, unter anderem zur Einschätzung einer Rückfälligkeit. Seit Monaten gibt es allerdings Streit darüber, ob und wie die defizitäre Sektion aufrecht erhalten bleiben kann - in den vergangenen Jahren wurden laut Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU) jährlich rund 150.000 Euro Minus gemacht. "Das Schwarze-Peter-Spiel muss endlich aufhören", sagte Jürgen Weber (SPD). Statt Verantwortung zu übernehmen, lasse die Landesregierung die Einrichtung im Stich.

Die Hochschulen seien "frei und autonom in ihren Entscheidungen", hielten Redner der schwarz-gelben Koalition dagegen. Minister de Jager betonte, laufende Projekte in der Sektion würden auch künftig weiterbestehen. Das UKSH prüfe derzeit, die Sexualmedizin aus der Urologie in die integrative Psychiatrie zu übertragen. Das sei "fachlich plausibel", außerdem würden dort "bessere Abrechnungsbedingungen für Leistungen" bestehen, so der Minister. Eine Entscheidung über diese organisatorische Veränderung sei aber noch nicht abschließend gefallen.

Weitere Redner:
Daniel Günther (CDU), Kirstin Funke (FDP), Rasmus Andresen (Grüne), Heinz-Werner Jezewski (Linke), Anke Spoorendonk (SSW)

- Druckversion -

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
Die SPD fordert, die von der Schließung bedrohte Sektion für Sexualmedizin am Universitätsklinikum (UKSH) zu erhalten. Das Problem: Die Abteilung des finanziell angeschlagenen Klinikums macht Minus - gemunkelt wird von 155.000 Euro. Deshalb sollen Mitarbeiter abgezogen werden.

Das Kieler Institut ist das einzige seiner Art in Schleswig-Holstein. Hier werden Männer und Frauen mit sexuellen Problemen behandelt, sowohl mit organischen Störungen als auch mit Neigungen wie etwa Pädophilie. Neben Behandlung und Forschung, etwa zur Geschlechtsidentität, gehören zu den Aufgaben der Sexualmediziner auch gerichtliche Gutachten, unter anderem zur Einschätzung einer Rückfälligkeit.

Sollte der Forschungsbereich geschlossen werden, fürchten die Sozialdemokraten, dass "gefährliche Sexualstraftäter nicht ausreichend begutachtet und therapiert werden können und weiterhin eine Gefährdung der Allgemeinheit darstellen würden".

zurück zum Textanfang

* * * * *