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Gute Arbeit in der Wissenschaft - Verlässliche berufliche Perspektiven des wissenschaftlichen Nachwuchses in Schleswig-Holstein sicher stellen

Antrag der Fraktion DIE LINKE - Drucksache 17/2186(neu)

Linke: "Prekäre Beschäftigung" 
ist für Nachwuchswissenschaftler 
"traurige Realität"

Kiel (SHL/27.01.) Regierungsfraktionen und Opposition wollen die Beschäftigungssituation von Nachwuchswissenschaftlern und die finanzielle Ausstattung der Hochschulen einer kritischen Analyse unterziehen. Die Abgeordneten reagierten damit auf einen Antrag der Linken, der zur weiteren Beratung an den Bildungsausschuss überwiesen wurde. Die Oppositionsfraktion hatte unter anderem gefordert, für Zeitverträge der Wissenschaftler eine Mindestlaufzeit von einem Jahr festschreiben zu lassen und sogenannte Kettenbefristungen abzuschaffen.

Den konkreten Forderungen der Linken mochte eine breite Mehrheit in der Debatte allerdings nicht folgen: Vertragsverhandlungen sei Sache der Hochschulen und der Bewerber, konstatierten Redner von CDU, SPD und FDP. Zudem stelle sich die Frage, ob die Universitäten und Fachhochschulen überhaupt in der Lage seien, derartige Arbeitsverhältnisse dauerhaft zu finanzieren. Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) wies darauf hin, es sei das Wesen von Stellen für den wissenschaftlichen Nachwuchs, dass diese befristet seien. Würden Sie fest eingerichtet, könnte sich neuer Nachwuchs darauf nicht mehr qualifizieren, womit der Wissenschaft "ein Bärendienst" erwiesen würde, so de Jager.

Die "prekäre Beschäftigung" sei für 85 Prozent der Wissenschaftler "traurige Realität", beklagte dagegen Björn Thoroe (Linke) und nannte als Grund dafür, eine dauerhafte Unterfinanzierung der Universitäten. Die Landesregierung würde dadurch die Abwanderung von wissenschaftlichen Fachkräften in Kauf nehmen und damit langfristig die Qualität von Wissenschaft und Forschung gefährden. Grüne und SSW schlossen sich den Aussagen der Linken an. Die SSW-Fraktionschefin Anke Spoorendonk warf dem "akademsichen Mittelbau" allerdings vor, sich nicht mit Hilfe der Gewerkschaften für eine Änderung der Beschäftigungsbedingungen einzusetzen.

An Schleswig-Holsteins Hochschulen arbeiten nach einem Bericht der Landesregierung insgesamt 2.028 Personen im wissenschaftlichen Bereich. Darunter sind neben den gut 1.000 Professoren insgesamt 956 Doktoranden oder wissenschaftliche Mitarbeiter.

Weitere Hauptredner: Daniel Günther (CDU), Martin Habersaat (SPD), Kirstin Funke (FDP), Rasmus Andresen (Grüne)

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Hintergrund:
Die Linken fordern unbefristete und existenzsichernde Beschäftigungsverhältnisse an den Hochschulen des Landes - nicht nur für Professoren, sondern auch für andere wissenschaftliche Mitarbeiter. Dafür soll die Landesregierung im Bundesrat die Überarbeitung des Wissenschafts-Zeitvertragsgesetzes in Angriff nehmen. Sogenannte Ketten-Befristungen, also die Verlängerung der Arbeitsverträge um immer nur ein oder zwei Jahre soll es künftig nicht mehr geben, und befristete Arbeitsverträge sollen mindestens ein Jahr gelten und nicht nur wenige Monate.

Eine aktuelle Studie, die die Hannoveraner Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) im Auftrag des Bundes-Bildungsministeriums vorgenommen hat, hat ergeben, dass im Jahr 2009 rund 83 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter an deutschen Hochschulen nur Zeitverträge hatten. Einer weiteren HIS-Studie zufolge beträgt die durchschnittliche Dauer eines befristeten Arbeitsvertrages in der Wissenschaft 28,3 Monate, wobei 27 Prozent aller Verträge eine Dauer von unter zwölf Monaten aufweisen.

An Schleswig-Holsteins Hochschulen arbeiten nach einem Bericht der Landesregierung insgesamt 2.028 Personen im wissenschaftlichen Bereich. Darunter sind neben den gut 1.000 Professoren insgesamt 956 Doktoranden oder wissenschaftliche Mitarbeiter.

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