plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Berufliche Bildung

xxx

Top 21:
Situation und Perspektiven der
beruflichen Bildung in Schleswig-Holstein
Große Anfrage der Fraktion der FDP – Drucksache 16/1106
Antwort der Landesregierung
Drucksache: 16/1456
-Plenarprotokoll-

Fraktionsübergreifendes Lob für Arbeit der Berufsschulen

Landesregierung beantwortet Große Anfrage der FDP

Kiel (SHL/12.07.). Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) geht auch in diesem Jahr davon aus, dass Schleswig-Holsteins Schulabgänger alle einen Ausbildungsplatz bekommen. "2006 ist die Zahl der Ausbildungsplätze um sieben Prozent gestiegen", so Erdsiek-Rave in einer von der FDP gestellten Anfrage zur Situation der beruflichen Ausbildung. Die Ministerin zeigte sich überzeugt, dass diese Zahl in diesem Jahr noch übertroffen werde.

Gute Noten für die Ausbildung im Lande erteilte die Ministerin vor allem den Berufsschulen: Deren hohe "Durchlässigkeit" beim Erwerb von Schulabschlüssen und die "vielfältige Praxis" bezeichnete sie als "beispielgebend". Erdsiek-Rave warb vor diesem Hintergrund erneut für den Ausbau aller Berufsschulen zu regionalen Bildungszentren, in denen Erstausbildung und Weiterbildung Hand in Hand gehen. Unisono würdigten auch die Abgeordneten die Ausbildungsleistungen der Berufschulen. Gleichzeitig wurde im Plenum aber eine mangelnde Präsenz dieser Schulart in der öffentlichen Wahrnehmung bedauert; dies werde der Bedeutung der Berufschule nicht gerecht.

Kritische Stimmen galten der allgemeinen Ausbildungssituation im Land: So warben insbesondere die Oppositionsparteien angesichts der hohen Zahl von Schulabgängern ohne dualen Ausbildungsplatz für eine Flexibilisierung und Modernisierung der Ausbildungsbedingungen und -möglichkeiten. Union und SPD monierten unter anderem die hohe Zahl der Ausbildungsabbrecher.

Die Landesmittel für die berufliche Bildung haben sich von 1990 bis 2005 von 145,6 Millionen Euro auf 192,8 Millionen erhöht. Der Löwenanteil kam dabei aus dem Haushalt des Bildungsministeriums. Hierzu gehören auch die Gehälter der Lehrer. Seit 1990 hat sich die Zahl der Jugendlichen, die im traditionellen dualen System ausgebildet werden, von 66.596 auf 54.376 verringert. Demgegenüber ist die Schülerzahl an den Vollzeit-Berufsschulen (Berufsfachschule und Berufliches Gymnasium) gestiegen: 1990 waren es 14.480, 2005 dann 20.910.

Die Antwort zur Großen Anfrage wurde an den Bildungsausschuss und mit beratend an den Wirtschaftsausschuss überwiesen.

Stimmen aus dem Plenum:

Ekkehard Klug (FDP): Die berufliche Bildung ist für die Funktionsfähigkeit der Wirtschaft von zentraler Bedeutung. Für 86.000 junge Bürger des Landes ist sie die Ausgangsbasis für den Weg ins Berufsleben.

Sylvia Eisenberg (CDU): Es wird viel zu häufig vergessen, dass die berufliche Bildung den Weg zu allen Schulabschlüssen bietet. Dieses Nischendasein zeigt sich daran, dass sich im Landtag lediglich fünf Prozent aller Bildungsdebatten mit der beruflichen Bildung befassen.

Jutta Schümann (SPD): Trotz des Bündnisses für Arbeit gibt es keinen Grund zur Entwarnung auf dem Ausbildungsmarkt: 25 bis 30 Prozent der Ausbildungsverträge werden vorzeitig aufgelöst; ein Großteil vor Ende der Probezeit.

Angelika Birk (Grüne): Neben den aktuellen Schulabgängern gibt es die Bugwelle der Altbewerber. Deren Zahl liegt bei 57 Prozent. Dieses Problem kann das duale System nicht allein lösen. Deshalb muss man sich Gedanken über die beruflichen Lernfelder der Zukunft machen.

Anke Spoorendonk (SSW): Es kann nicht angehen, dass heute ein Drittel aller Abiturienten den Umweg über das Berufliche Gymnasium machen müssen, um die allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Dies sollte Aufgabe der allgemeinbildenden Schulen sein.

Druckversion

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
  Auf über 70 Seiten antwortet die Landesregierung auf eine Große Anfrage der FDP zur Situation und zu den Perspektiven der beruflichen Bildung in Schleswig-Holstein. Einige Aspekte des Papiers aus dem Bildungsministerium:
  • Die Landesmittel für die berufliche Bildung haben sich von 1990 bis 2005 von 145,6 Millionen Euro auf 192,8 Millionen erhöht. Der Löwenanteil kam dabei aus dem Haushalt des Bildungsministeriums. Hierzu gehören auch die Gehälter der Lehrer. Das Landwirtschaftsministerium ist an den Unterrichtskosten für den Bereich Agrarwirtschaft beteiligt. Weitere Zuschüsse kommen aus dem Wirtschafts- und dem Arbeitsministerium.
  • Seit 1990 hat sich die Zahl der Jugendlichen, die im traditionellen dualen System ausgebildet werden, von 66.596 auf 54.376 verringert. Demgegenüber ist die Schülerzahl an den Vollzeit-Berufsschulen (Berufsfachschule und Berufliches Gymnasium) gestiegen: 1990 waren es 14.480, 2005 dann 20.910.
  • Die Gesamtzahl der Jugendlichen in Ausbildung – hierzu zählen etwa auch die Teilnehmer an berufsvorbereitenden Maßnahmen oder an Meister-Lehrgängen – ist zwischen 1990 und 2005 von 94.318 auf 88.385 gesunken.
  • Im langjährigen Vergleich sind deutliche Unterschiede bei der schulischen Vorbildung der Auszubildenden erkennbar: Hatten zu Beginn des Berufsschuljahres 1990/91 noch 36,4 Prozent der Neu-Lehrlinge einen Hauptschulabschluss, so ist dieser Anteil bis 2005/06 auf 24,1 Prozent gesunken. Demgegenüber stieg der Anteil der Hauptschüler in den berufsvorbereitenden Maßnahmen im gleichen Zeitraum von 20,2 auf 41,3 Prozent und im ausbildungsvorbereitenden Jahr von 9,1 auf 35,2 Prozent. Der Anteil der Abiturienten und der Realschul-Absolventen an den Ausbildungsverträgen hat sich dagegen in dieser Zeit leicht erhöht. Allgemein hat sich die Anzahl der Schulabgänger seit 1995 erhöht (von 25.400 auf 31.050 Im Jahr 2005), während die Zahl der Ausbildungsplätze zurückgegangen ist (von 20.852 auf 19.587)
  • "Steigende Anforderungen in den Ausbildungsordnungen", so das Ministerium, "machten es für Jugendliche mit Hauptschulabschluss zunehmend schwerer, einen Ausbildungsplatz zu bekommen". Auch "mangelnde Ausbildungsreife" spiele hier eine Rolle. Die Landesregierung betont, betriebliche Ausbildung müsse "Priorität" vor schulischer Ausbildung haben und appelliert: "Betriebliche Ausbildung liegt im Eigeninteresse der Wirtschaft."
  • Positive Effekte erhofft sich der Bericht vom "Bündnis für Ausbildung", in dem seit 1997 Wirtschaftskammern, Arbeitsagenturen und Gewerkschaften zusammenarbeiten. Auch das neue Zukunftsprogramm Arbeit soll hier Ergebnisse bringen.

   Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit von Anfang Juli sind für das kommende Ausbildungsjahr noch 4.900 Lehrstellen im Lande unbesetzt. Die Arbeitsverwaltung hofft darauf, dass die Wirtschaft in diesem Jahr mindestens 21.000 Ausbildungsplätze zur Verfügung stellt. Das wäre ein Rekord seit der Wiedervereinigung. Die Zahl der Schulabgänger, die auf den Ausbildungsmarkt drängen, liegt 2007 um 3,8 Prozent höher als im Vorjahr.

Stichwort: Große Anfrage:
   Eine Fraktion oder mindestens 18 Abgeordnete können eine Große Anfrage an die Landesregierung stellen. An die Beantwortung soll sich eine Aussprache im Landtag anschließen. Kann eine Anfrage nicht innerhalb eines Monats beantworten werden, so muss der Präsident die Große Anfrage auf Verlangen der Fragestellenden auf die Tagesordnung der nächsten Plenarsitzung setzen.

mehr Infos: Parlamentarische Initiativen
(Thema einer Serie in der Landtagszeitung)

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit: - - -

Regierungserklärung:
Fehmarnbelt-Querung

Außerdem notiert: 

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:
Landesverfassung / Kinderschutz
Kommunal-Abgabengesetz
Architekten-/Ingenieur-
kammergesetz

(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Landes-Verfassungsgericht
Maßregelvollzug
Jugendstrafvollzug
Kreisreform / Volksinitiative
Anträge:
Abschiebehaft
Staats-Angehörigkeitsrecht
Minderjährige Flüchtlinge
(ohne Aussprache)
Berichte:
Organstreitverfahren um
5-Prozent-Sperrklausel

(ohne Aussprache)
Verfassungsgerichtsverfahren
(ohne Aussprache)

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

2. Lesung:
Öffentl. Gesundheitsdienst
1. Lesungen:
Nichtrauchergesetz
Kinder-Untersuchungen
Heilberufe-Gesetz
(ohne Aussprache)
Anträge:
Atomkraftwerke / Unfälle
"Arbeitshilfe" für seelisch-
behinderte Jugendliche
Hartz IV / ARGEN
Dt.-dän. Arbeitsvermittlung
Aktionsplan Demenz
Pflege
Bericht:
Patientenverfügung

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

1. Lesungen:
Einschulung
Gemeinschaftsschulen
Wahl:
Medienrat
(ohne Aussprache)
Anträge:
Stundenzahl Lehrer
Ganztagsschulen
Dänisch-Unterricht
Informatik-Unterricht
Bachelor-/Masterausbildung
im Lehramtsstudium
Große Anfrage:
Berufliche Bildung
Bericht:
KiTa-Angebote
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

2. Lesung:
Strategische Umweltprüfung
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Landes-Wassergesetz
Bodenschutz / Staatsvertrag
(ohne Aussprache)
Anträge:
Vogelschutz-Gebiete
Bericht:
Klimaschutz Landwirtschaft
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

2. Lesung:
Tariftreue-Gesetz
Regierungserklärung:
Fehmarnbelt-Querung

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
EU-Ratspräsidentschaft
Parlamentsforum
Südliche Ostsee

F i n a n z e nt

- - -