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Fraktionsübergreifendes Lob für Arbeit der Berufsschulen Landesregierung beantwortet Große Anfrage der FDP Kiel (SHL/12.07.). Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) geht auch in diesem Jahr davon aus, dass Schleswig-Holsteins Schulabgänger alle einen Ausbildungsplatz bekommen. "2006 ist die Zahl der Ausbildungsplätze um sieben Prozent gestiegen", so Erdsiek-Rave in einer von der FDP gestellten Anfrage zur Situation der beruflichen Ausbildung. Die Ministerin zeigte sich überzeugt, dass diese Zahl in diesem Jahr noch übertroffen werde. Gute Noten für die Ausbildung im Lande erteilte die Ministerin vor allem den Berufsschulen: Deren hohe "Durchlässigkeit" beim Erwerb von Schulabschlüssen und die "vielfältige Praxis" bezeichnete sie als "beispielgebend". Erdsiek-Rave warb vor diesem Hintergrund erneut für den Ausbau aller Berufsschulen zu regionalen Bildungszentren, in denen Erstausbildung und Weiterbildung Hand in Hand gehen. Unisono würdigten auch die Abgeordneten die Ausbildungsleistungen der Berufschulen. Gleichzeitig wurde im Plenum aber eine mangelnde Präsenz dieser Schulart in der öffentlichen Wahrnehmung bedauert; dies werde der Bedeutung der Berufschule nicht gerecht. Kritische Stimmen galten der allgemeinen Ausbildungssituation im Land: So warben insbesondere die Oppositionsparteien angesichts der hohen Zahl von Schulabgängern ohne dualen Ausbildungsplatz für eine Flexibilisierung und Modernisierung der Ausbildungsbedingungen und -möglichkeiten. Union und SPD monierten unter anderem die hohe Zahl der Ausbildungsabbrecher. Die Landesmittel für die berufliche Bildung haben sich von 1990 bis 2005 von 145,6 Millionen Euro auf 192,8 Millionen erhöht. Der Löwenanteil kam dabei aus dem Haushalt des Bildungsministeriums. Hierzu gehören auch die Gehälter der Lehrer. Seit 1990 hat sich die Zahl der Jugendlichen, die im traditionellen dualen System ausgebildet werden, von 66.596 auf 54.376 verringert. Demgegenüber ist die Schülerzahl an den Vollzeit-Berufsschulen (Berufsfachschule und Berufliches Gymnasium) gestiegen: 1990 waren es 14.480, 2005 dann 20.910. Die Antwort zur Großen Anfrage wurde an den Bildungsausschuss und mit beratend an den Wirtschaftsausschuss überwiesen. Stimmen aus dem Plenum: Ekkehard Klug (FDP): Die berufliche Bildung ist für die Funktionsfähigkeit der Wirtschaft von zentraler Bedeutung. Für 86.000 junge Bürger des Landes ist sie die Ausgangsbasis für den Weg ins Berufsleben. Sylvia Eisenberg (CDU): Es wird viel zu häufig vergessen, dass die berufliche Bildung den Weg zu allen Schulabschlüssen bietet. Dieses Nischendasein zeigt sich daran, dass sich im Landtag lediglich fünf Prozent aller Bildungsdebatten mit der beruflichen Bildung befassen. Jutta Schümann (SPD): Trotz des Bündnisses für Arbeit gibt es keinen Grund zur Entwarnung auf dem Ausbildungsmarkt: 25 bis 30 Prozent der Ausbildungsverträge werden vorzeitig aufgelöst; ein Großteil vor Ende der Probezeit. Angelika Birk (Grüne): Neben den aktuellen Schulabgängern gibt es die Bugwelle der Altbewerber. Deren Zahl liegt bei 57 Prozent. Dieses Problem kann das duale System nicht allein lösen. Deshalb muss man sich Gedanken über die beruflichen Lernfelder der Zukunft machen. Anke Spoorendonk (SSW): Es kann nicht angehen, dass heute ein Drittel aller Abiturienten den Umweg über das Berufliche Gymnasium machen müssen, um die allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Dies sollte Aufgabe der allgemeinbildenden Schulen sein. |
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