Ausschüsse sollen Dauerlösung
für GRAMARK-Projekt finden
Kiel (SHL/11.07.)
Die grenzüberschreitende deutsch-dänische Arbeitsvermittlung
GRAMARK mit ihren beiden Büros in Flensburg und Leck wird Ende des
Jahres als Modellprojekt endgültig eingestellt. Allerdings hat sich
der Landtag darauf verständigt, in den Ausschüssen für Soziales,
Europa und Wirtschaft eine Lösung zu suchen, wie die Erfahrung und
Kompetenz der GRAMARK-Mitarbeiter dauerhaft erhalten werden
beziehungsweise in andere Projekte einfließen kann. Hintergrund:
Die Finanzierung des Modellprojekts, entnommen aus dem Programm ASH
2000 (Arbeit für Schleswig-Holstein), läuft Ende Dezember aus und
wird nicht mehr verlängert. Medienangaben zufolge sind in den sechs
Jahren seit Auflegung des Projekts insgesamt 857.000 Euro in GRAMARK
geflossen.
Im Einklang mit den Rednern aller Fraktionen
bescheinigte Arbeitsminister Uwe Döring (SPD) den
GRAMARK-Mitarbeitern, Bewegung in den deutsch-dänischen
Arbeitsmarkt gebracht zu haben. Zugleich wies er aber darauf hin,
dass die Dauerförderung eines Modellprojekts unzulässig sei –
zumal bereits schon zwei Mal eine Verlängerung gewährt wurde. Bei
der Suche nach einer Dauerlösung gelte es, so Döring, die
"Aufgaben und nicht Institutionen in den Vordergrund zu
stellen".
Die Vorsitzende des SSW im Landtag, Anke Spoorendonk,
die das Thema auf die Tagesordnung gehoben hatte, hob die große und
wachsende Bedeutung des dänischen Arbeitsmarktes für
Schleswig-Holstein hervor. Sie argumentierte damit, dass über die
Hälfte der zurzeit etwa 5.000 deutschen Berufspendler durch GRAMARK
vermittelt worden seien. Spoorendonk bezweifelte, ob private
Stellenvermittler, die sich zwischenzeitlich entlang der Grenze
angesiedelt haben, die Aufgaben ähnlich umfangreich und neutral
wahrnehmen können, wie eine von öffentlicher Hand
getragene Einrichtung. Dies betreffe insbesondere die erworbene
Kompetenz der Mitarbeiter sowie die neutrale Beratung in
steuerlichen und rechtlichen Fragen.
GRAMARK – die Abkürzung steht für
"grenzüberschreitender Arbeitsmarkt" – wird seit 2001
vom Unternehmensverband Unterelbe-Westküste und der
Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein betrieben. An den Standorten
Flensburg und Leck ist jeweils ein Mitarbeiter tätig, der vor allem
Fachkräfte für das Handwerk nach Norden vermitteln und die
Bewerber in Steuer- und Rechtsfragen berät.