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Informatik als Unterrichtsfach in der Schule
Antrag der Fraktion der FDP – Drs. 16/1496


Für Ausweitung des Informatik-Unterrichts
fehlen Lehrer

Kiel (SHL/13.07.) Das Schulfach Informatik wird in Schleswig-Holstein zunächst nicht weiter ausgebaut. Die FDP stieß mit ihrer Forderung nach einer solchen Einrichtung als reguläres Unterrichtsfach in der Sekundarstufe I und als Profilfach in der Oberstufe auf Skepsis. Redner von CDU, SPD und Grünen empfahlen stattdessen, die Lehrinhalte fächerübergreifend einzubauen, etwa im Mathematik- oder im Technikunterricht. Der SSW stand dem Fach hingegen grundsätzlich kritisch gegenüber.

Der Unterricht rund um Computer wird in Schleswig-Holstein bislang nur in der Oberstufe als Grundkurs unterrichtet. In der Abitur-Prüfung kann es als drittes oder viertes Prüfungsfach gewählt werden. In acht Bundesländern gibt es Informatik-Leistungskurs. Diese hintere Position Schleswig-Holsteins im Ländervergleich hat die Liberalen auf den Plan gerufen. Ihr Bildungsexperte Ekkehard Klug (FDP) warb dafür, Informatik ab der 5. Klasse zu unterrichten. Außerdem solle bei der Einstellung von Lehrern Informatik nicht mehr, wie bislang üblich, als zusätzliches drittes Erweiterungsfach angerechnet, sondern mit den anderen Fächern gleichgestellt werden.

CDU, SPD und Grüne betonten zwar auch die Bedeutung des Fachs, sprachen sich aber gegen eine einseitige Ausweitung des Fächerkanons aus. Informatik könne nur stufenweise und im Einklang mit den anderen Fächern ausgebaut werden. Die von der FDP geforderte Etablierung der Informatik in der neuen Profiloberstufe als vierstündiges "Profil gebendes Fach" scheitere zurzeit ohnehin daran, dass es gar nicht genug ausgebildete Lehrer gebe. Darum müsse erst die Aus- und Fortbildung der Lehrer an der Kieler Universität gestärkt werden. Für den SSW gehört Informatik hingegen nicht zur Allgemeinbildung. Viel wichtiger sei die Vermittlung von Medienkompetenz.

Der Bildungsausschuss berät weiter.

Weitere Hauptredner: Sylvia Eisenberg (CDU), Jürgen Weber (SPD), Karl-Martin Hentschel (Grüne), Anke Spoorendonk (SSW), Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD)


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