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Für Ausweitung des
Informatik-Unterrichts
fehlen Lehrer
Kiel (SHL/13.07.) Das
Schulfach Informatik wird in Schleswig-Holstein zunächst nicht
weiter ausgebaut. Die FDP stieß mit ihrer Forderung nach einer
solchen Einrichtung als reguläres Unterrichtsfach in der
Sekundarstufe I und als Profilfach in der Oberstufe auf Skepsis.
Redner von CDU, SPD und Grünen empfahlen stattdessen, die
Lehrinhalte fächerübergreifend einzubauen, etwa im Mathematik- oder im
Technikunterricht. Der SSW stand dem Fach hingegen grundsätzlich
kritisch gegenüber.
Der Unterricht rund um Computer wird in Schleswig-Holstein bislang nur in
der Oberstufe als Grundkurs unterrichtet. In der Abitur-Prüfung
kann es als drittes oder viertes Prüfungsfach gewählt werden. In
acht Bundesländern gibt es Informatik-Leistungskurs. Diese hintere
Position Schleswig-Holsteins im Ländervergleich hat die Liberalen
auf den Plan gerufen. Ihr Bildungsexperte Ekkehard Klug (FDP) warb
dafür, Informatik ab der 5. Klasse zu unterrichten. Außerdem solle
bei der Einstellung von Lehrern Informatik nicht mehr, wie bislang
üblich, als zusätzliches drittes Erweiterungsfach angerechnet,
sondern mit den anderen Fächern gleichgestellt werden.
CDU, SPD und Grüne betonten zwar auch die Bedeutung
des Fachs, sprachen sich aber gegen eine einseitige Ausweitung des
Fächerkanons aus. Informatik könne nur stufenweise und im Einklang
mit den anderen Fächern ausgebaut werden. Die von der FDP
geforderte Etablierung der Informatik in der neuen Profiloberstufe
als vierstündiges "Profil gebendes Fach" scheitere
zurzeit ohnehin daran, dass es gar nicht genug ausgebildete Lehrer
gebe. Darum müsse erst die Aus- und Fortbildung der Lehrer an der
Kieler Universität gestärkt werden. Für den SSW gehört
Informatik hingegen nicht zur Allgemeinbildung. Viel wichtiger sei
die Vermittlung von Medienkompetenz.
Der Bildungsausschuss berät weiter.
Weitere
Hauptredner: Sylvia
Eisenberg (CDU), Jürgen Weber (SPD), Karl-Martin Hentschel
(Grüne), Anke Spoorendonk (SSW), Bildungsministerin Ute
Erdsiek-Rave (SPD)
Hintergrund:
Die FDP spricht sich
für die Stärkung des Schulfaches Informatik aus. So soll
der Umgang mit Computern, wo technisch möglich, bereits
ab dem 5. Schuljahr unterrichtet werden. In der neuen
Profil-Oberstufe wollen die Liberalen Informatik
vierstündig als "Profil gebendes Fach" und
zweistündig als "Profil ergänzendes Fach"
anbieten. Zudem unterstützt die FDP den Antrag der Kieler
Uni auf einen Bachelor-Master-Lehramtsstudiengang
Informatik. Und: Bei der Einstellung von Lehrern soll
Informatik nicht mehr, wie bislang üblich, als
Erweiterungsfach angerechnet, sondern mit den anderen
Fächern gleichgestellt werden.
Im Lande gibt es bislang noch kein Lehramtsstudium
für das Fach Informatik. Das Fach wird bislang nur in der
Oberstufe als Grundkurs unterrichtet. In der Abi-Prüfung
kann es als drittes oder viertes Prüfungsfach gewählt
werden. Acht Bundesländer haben bereits den
Informatik-Leistungskurs, darunter Hamburg und Bremen.
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