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Auf dieser Seite: Giftmüll-Deponie Schönberg

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Dringlichkeitsantrag der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN: 
Gefährdungen durch die Giftmüll-Deponie Schönberg
Die Debatte ist für Donnerstag, 17.30 Uhr, vorgesehen


Giftmüll-Studie: Landtag schätzt Gefahrenpotential unterschiedlich ein

SPD und Grüne fordern sofortige Schließung der Deponie Schönberg / CDU, FDP und SSW sehen 
derzeit keine unmittelbaren Gefahren

Kiel (SHL/lno) Schleswig-Holsteins Umweltminister Christian von Boetticher hat Befürchtungen im Raum Lübeck im Hinblick auf ein erhöhtes Krebsrisiko wegen der nahe gelegenen Mülldeponie in Schönberg (Nordwestmecklenburg) zurückgewiesen.  „Es gibt keinerlei Ansatz für eine Gesundheitsbeeinträchtigung der Bevölkerung im Nahbereich der Deponie", sagte der CDU-Politiker im Landtag. Anlass der kontrovers geführten Debatte im Rahmen eines von den Grünen gestellten Dringlichkeitsantrages war eine neue Studie der Universität Greifswald über die mögliche Gefährdung von Mensch und Natur durch die knapp 30 Jahre alte Deponie, auf der über Jahre auch Giftmüll gelagert wurde. Die Wissenschaftler hatten ermittelt, dass die Zahl der zwischen 1983 bis 2004 bei Beschäftigten registrierten Krebserkrankungen um 80 Prozent über dem statistisch zu erwartenden Wert lag. Ausdrücklich wurden in der Studie aber keine Rückschlüsse über die Ursache der Erkrankungen genannt.

Im Plenum entzündete sich eine emotionale Diskussion zwischen Rot-Grün auf der einen Seite und CDU, FDP und SSW auf der anderen Seite. Während SPD und Grüne die Schließung und Sanierung forderten, warnten die Redner der anderen Fraktionen vor Populismus und Panikmache. 

Angelika Birk (Grüne) zog aus der Untersuchung klar das Fazit: „Das Grund- und Trinkwasser einer ganzen Region in Mecklenburg-Vorpommern und in der Lübecker Region ist gefährdet. Deshalb muss die Deponie sofort geschlossen werden", forderte sie. „Wer jetzt noch behauptet, es gehen von der Deponie keine Gefahren aus, handelt unverantwortlich", schloss Olaf Schulze (SPD) an. Alle Gesundheits- und Umweltrisiken müssten „sofort und rückhaltlos" aufgeklärt und weitere Untersuchungen vorgelegt werden.

Unter Kontrolle behalten...

„Derzeit gibt es keine Gefährdung des Grundwassers oder des Lübecker Trinkwassers", erklärte Axel Bernstein (CDU). Der betriebene Teil der Deponie entspreche den rechtlichen und technischen Erfordernissen. Im Rahmen des Bevölkerungsschutzes müsse aber eine ständige Überprüfung stattfinden. „Es ist richtig und wichtig, dass die Erkenntnisse, die der Landesregierung vorliegen, offen gelegt werden und dort, wo es Defizite gibt, abgearbeitet werden", mahnte auch Lars Harms (SSW) zu Augenmaß. Die Studie sei ein „Warnsignal" dafür, dass Handlungsbedarf bestehe. 

Auch Günther Hildebrand (FDP) lehnte eine sofortige Schließung ab. „Wir werden die Brunnen und das Trinkwasser in der Umgebung der Deponie und damit auch in Lübeck unter Kontrolle behalten – auch wenn es bislang keinen Nachweis für eine Gefährdung des Lübecker Trinkwassers gegeben hat", sagte Hildebrand.

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Hintergrund:
  In einem Dringlichkeitsantrag fordern die Grünen einen Regierungsbericht über die mögliche Gefährdung von Mensch und Natur durch die Mülldeponie Ihlenberg, die auch unter ihrem alten Namen Schönberg bekannt ist. Die Deponie liegt wenige Kilometer östlich von Lübeck in Mecklenburg-Vorpommern. Auf der Deponie sind seit 1978 etwa 17 Millionen Tonnen Hausmüll und gewerblicher Abfall gelagert worden.
  Anlass des Vorstoßes ist eine Studie der Uni Greifswald. Sie besagt, dass zwischen 1983 und 2004 von 460 Deponie-Mitarbeitern 18 an Krebs erkrankt sind. Laut statistischem Mittel hätte es nur 10,3 Fälle geben dürfen. Die Untersuchung weist auf dem Gelände der Deponie krebserregende Stoffe wie Vinylchlorid, Benzol und Dioxine nach. Die Forscher sprechen laut Medienberichten von einem „moderat erhöhten Krebsrisiko" bei den Beschäftigten. Sie betonen aber zugleich, dass aufgrund des relativ geringen Beobachtungszeitraums von 22 Jahren und der geringen Fallzahlen auch rein statistische Abweichungen von der Norm denkbar sind. Die Studie erlaube zudem keine Rückschlüsse über die Ursache der Erkrankungen – hierzu seien weitere Untersuchungen nötig.

  Lübecker Bürgermeister fordert Stillegung

In die Studie einbezogen wurden auch Krankheitsdaten der Bevölkerung im Umkreis von 25 Kilometern, damit auch aus Lübeck und aus dem Süden des Kreises Ostholstein. Hier fanden die Wissenschaftler keine Hinweise auf erhöhte Krebserkrankungs-Raten.
  In Lübeck warnen Umweltaktivisten bereits seit Jahrzehnten vor den Gefahren der Deponie. Sie verweisen darauf, dass das Grundwasser von Ihlenburg in Richtung der Hansestadt abfließt. Zwischenzeitlich hat Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) von der Schweriner Landesregierung eine vorübergehende Stilllegung der Deponie gefordert.
  Derzeit arbeiten 165 Beschäftigte bei der Ihlenburger Abfallentsorgungs-GmbH und einer Tochtergesellschaft, die dem Land Mecklenburg-Vorpommern gehören.

Stichwort: Dringlichkeitsantrag
 
Die Tagesordnung einer Landtagssitzung wird zwölf Tage vor Tagungsbeginn im Ältestenrat festgelegt. Ein Beratungsgegenstand, der nicht auf der Tagesordnung steht, kann nur dann kurzfristig eingeschoben werden, wenn der Landtag die Dringlichkeit feststellt. Dazu sind zwei Drittel der abgegebenen Stimmen nötig. Gleichzeitig mit der Abstimmung über die Dringlichkeit wird die Einordnung des
Gegenstandes in die Tagesordnung vorgenommen.

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde:
Klimaschutz/Kernenergie

Dringlichkeit:
Giftmüll-Deponie Schönberg

Außerdem notiert: 
Wirtschaftsminister Werner Marnette legt Amtseid ab

I n n e n  / R e c h t

1. Lesungen:
Wohnraum-Gesetz
Terrorismusbekämpfung
Wahlgesetz
Brandschutz-Gesetz
(ohne Aussprache)
Anträge:
Sport- und Justizvollzug
Minderheitenpolitik
Integrationskonzept
(ohne Aussprache)
Bericht:
BVG-Verfahren
(ohne Aussprache)

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

2. Lesung:
Medienstaatsvertrag
(ohne Aussprache)
Anträge:
Schulgeld / Privatschulen
Ausbildungssituation
Regionalschulen / Gemeinschaftsschulen
UK S-H-Sanierung
Bericht:
Hochschulen / Erichsen-Kommission

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

Aktuelle Stunde:
Klimaschutz/Kernenergie

Dringlichkeit:
Giftmüll-Deponie Schönberg

Antrag:
Milchmengen-Saldierung
Berichte:
Nachwachsende Rohstoffe
Gesundheitscheck in der Agrarpolitik

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Anträge:
Sozialgesetzbuch II
Stationäre Versorgung
Fürsorgeeinrichtungen
Jugendaustausch
(ohne Aussprache)

F i n a n z e nt

2. Lesung:
Sparkassengesetz
Berichte:
Finanzlast des Landes
(ohne Aussprache)
Investitionsbank
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
Tariftreuegesetz
Energiepolitik / Strompreise

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Anträge:
Parl.-Forum Südliche Ostsee
EU-Reformvertrag
Bericht:
Ostseebericht