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Auf dieser
Seite: Milch
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Top 23:
Milchmengensaldierung
stoppen
Antrag der
Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN |
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Milch-Antrag wird
im
Fachausschuss weiter beraten
Kiel (SHL/18.07.) Eine breite
Mehrheit im Landtag sieht in einem Stopp der
Milchmengensaldierung keine geeignete Maßnahme, um stabilere
Preisen zu erhalten. Wie bereits in der letzten Tagung (siehe
plenum-online, Juni 2008)
mussten sich die Grünen den Vorwurf anhören, zu
planwirtschaftlich zu denken.
Zudem fordern die Grünen, den Umrechnungskurs des
Gewichts der gelieferten Milch in Liter von 1,02 Kilogramm
pro Liter auf 1,03 Kilo zu erhöhen. Und: Die Pläne der
EU zur Quotenerhöhung sollen zurückgenommen werden. Nach
gegenwärtigen Planungen soll das 1984 eingeführte
Quotensystem, das jedem Bauern eine feste Liefermenge
vorschreibt, im Frühjahr 2015 entfallen. Das Plenum
verständigte sich darauf, den Antrag im Umwelt- und
Agrarausschuss weiter zu beraten.
Im Rahmen der Saldierung können die Liefermengen
von Bauern, die ihre Quote nicht ausschöpfen, mit der
zuviel gelieferten Milch anderer Bauern verrechnet werden.
Nur die über diesen Saldo hinausgehenden Mengen
unterliegen dann der so genannten Superabgabe. Hierbei
zahlen die Milchproduzenten für jedes Kilogramm
Überlieferung eine Strafe in Höhe von etwa 30 Cent an
den EAGFL (Europäischer Ausrichtungs- und Garantiefonds
Landwirtschaft). Durch den Wegfall der Saldierung würde
diese Superabgabe ab dem ersten Kilogramm Überlieferung
fällig werden – und der Reiz zur Mehr-Produktion
sinken.
Hauptredner: Detlef
Matthiessen (Grüne), Claus Ehlers (CDU), Ulrike Rodust (SPD),
Günther Hildebrand (FDP), Lars Harms (SSW), Agrarminister,
Christian von Boetticher (CDU)
Hintergrund:
Die Grünen wollen den
Milchpreis stabilisieren, indem die Menge der Milch, die
auf den Markt kommt, stärker begrenzt wird. Hierzu
schlagen sie eine Reihe von Maßnahmen vor. Ein zentraler
Punkt: Die Grünen im Landtag wollen das System der
Saldierung von Milchmengen stoppen.
Im Rahmen der Saldierung können die Liefermengen
von Bauern, die ihre Quote nicht ausschöpfen, mit der
zuviel gelieferten Milch anderer Bauern verrechnet werden.
Nur die über diesen Saldo hinausgehenden Mengen
unterliegen dann der so genannten Superabgabe. Hierbei
zahlen die Milchproduzenten für jedes Kilogramm
Überlieferung eine Strafe in Höhe von etwa 30 Cent an
den EAGFL (Europäischer Ausrichtungs- und Garantiefonds
Landwirtschaft). Durch den Wegfall der Saldierung würde
diese Superabgabe ab dem ersten Kilogramm Überlieferung
fällig werden – und der Reiz zur Mehr-Produktion
sinken.
EU-Quote
nicht erhöhen
Zudem fordern die Grünen, den Umrechnungskurs des
Gewichts der gelieferten Milch in Liter von 1,02 Kilogramm
pro Liter auf 1,03 Kilo zu erhöhen. Und: Die Pläne der
EU zur Quotenerhöhung sollen zurückgenommen werden. Nach
gegenwärtigen Planungen soll das 1984 eingeführte
Quotensystem, das jedem Bauern eine feste Liefermenge
vorschreibt, im Frühjahr 2015 entfallen.
Hintergrund der Diskussion sind die
aktuellen Proteste der Milchbauern gegen die von ihnen als
zu niedrig empfundenen Verkaufspreise im Einzelhandel:
Ende Mai haben bundesweit Milchbauern mit Lieferboykotts
und der Blockade von Molkereien auf ihre Situation
aufmerksam gemacht. Nach Angaben des Bundes Deutscher
Milchviehhalter (BDM) haben sich 70 Prozent der deutschen
Milchbauern an dem Streik beteiligt. Ihr Vorwurf: Der
zwischen den Molkereien und dem Einzelhandel vereinbarte
Abnahmepreis, bringe die Landwirte an ihr Existenzminimum.
Sie verweisen auf gestiegene Energie- und Futterpreise.
Medienberichten zufolge bekamen die Bauern im Lande im
April 38 Cent und im Mai zum Teil weiniger als 30 Cent
für den Liter Milch. Zur Kostendeckung sei aber ein
Literpreis von 43 Cent nötig, heißt es.
350.000
Kühe produzieren jährlich knapp
2,5 Milliarden Liter Milch im Land
Aufgrund der Proteste haben mehrere Einzelhandelsketten
Anfang des Monats ihre Milchpreise angehoben.
Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) hat die
Beteiligten zu mehreren "Milch-Gipfeln" nach
Berlin geladen. Dabei haben sich Politik und
Verbandsvertreter ebenfalls für eine Abschaffung der
Saldierung ausgesprochen und weitere Quotenerhöhungen
abgelehnt.
Der Milchpreis wird in Verhandlungen zwischen den
deutschlandweit rund 100 Molkereien und ihren Abnehmern
ausgehandelt. Die 100.000 Milchbauern in Deutschland
wiederum sind in der Regel durch langfristige Verträge,
zum Beispiel als Genossenschaftsmitglieder, an die
Molkereien gebunden und erhalten von ihnen einen Anteil am
Gewinn, das so genannte Milchgeld.
Nach Angaben der Landwirtschaftskammer gibt es in
Schleswig-Holstein rund 5.400 Milchbauern. Ihre 350.000
Kühe produzieren jährlich knapp 2,5 Milliarden Liter
Milch.
vorherige
Debatte zum Thema:
plenum-online, Juni 2008
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