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Studierfähigkeit von Bachelor- und 
Masterstudiengängen sicher stellen
Antrag der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN – Drs. 16/2713

Bald mehr Zeit für den Bachelor?

Kiel (SHL/16.7.) Studenten von Bachelor- und Masterstudiengängen können auf Erleichterungen hoffen. Der Landtag sprach sich auf Antrag der Grünen mit Mehrheit für Nachbesserungen bei den Studienanforderungen aus. So könnte die Arbeitsbelastung für die Studenten vermindert und in begründeten Ausnahmefällen, etwa für Teilzeit-Berufstätige oder junge Eltern, wieder ein achtsemestriges Bachelor-Studium zugelassen werden. Allerdings wies Wissenschaftsminister Jörn Biel (CDU) darauf hin, dass die Verantwortung dafür im Rahmen der Hochschulautonomie bei den Hochschulen selbst liegt. Das Ministerium habe keinen direkten Einfluss mehr.

Im Schnitt jeder dritte Bachelor-Student breche vorzeitig ab, weil der Lehrstoff der alten achtsemestrigen Diplom- und Magisterstudiengänge ohne Änderung in den sechssemestrigen Bachelor-Abschluss hineingepresst worden sei, kritisierten die Grünen. Entsprechend gebe es an Universitäten und Fachhochschulen überfüllte Hörsäle, zu viele Prüfungen und eine hohe Durchfallquote. Zudem werde der Bachelor seinem Anspruch nicht gerecht, ein berufsqualifizierender Abschluss zu sein. Weitere Forderungen der Oppositionsfraktion: Studenten soll der gleiche Schutz bei Krankmeldungen zustehen wie Beschäftigten. Und die Studienberatung sowie die pädagogische Qualität der Lehrveranstaltungen müssten verbessert werden.

Wissenschaftsminister Jörn Biel (CDU) erklärte dagegen, die Grünen vermittelten „einen unzutreffenden Eindruck über die Bachelor- und Masterstudiengänge". Die Umstellung verlaufe gut, die Hochschulen würden an Nachbesserungen arbeiten. Außerdem könne er nicht verstehen, „warum Studenten weniger arbeiten sollen als gleichaltrige junge Menschen, die einen Beruf ergriffen haben".

Der Antrag wurde an den Bildungsausschuss überwiesen.

Stimmen aus dem Plenum:

Angelika Birk (Grüne):
Studenten dürfen nicht zu Versuchskaninchen der neuen Studiengängen werden. Besonders beunruhigend ist die Entwicklung in Fächern mit jahrelang gewachsenem Mangel an wissenschaftlich gebildeten Fachkräften, zum Beispiel in Naturwissenschaften.

Niclas Herbst (CDU):
Natürlich gibt es Probleme. Das ist bei einer Reform dieser Größe auch nicht verwunderlich. Man sollte den Hochschulen aber Zeit geben, die bereits beschlossenen Zielvereinbarungen umzusetzen.

Jürgen Weber (SPD):
Die Umsetzung an den Hochschulen läuft nicht glatt. Das war bei einer Reform dieser Größenordnung auch nicht anders zu erwarten. Die Probleme gehen allerdings mancherorts an die Substanz. Deswegen ist eine kritische Zwischenbilanz richtig und sinnvoll.

Ekkehard Klug (FDP):
Die Hochschulen schotten sich wie Kleingärten von der Außenwelt ab, die keine Mobilität mehr ermöglichen, weil die spezifischen Anforderungen an jeder Uni sehr verschieden sind. Die Lösung liegt in der Abkehr vom Dogma der Zweistufigkeit von Bachelor und Master.

Anke Spoorendonk (SSW):
Es muss möglich sein, alle Studiengänge auch als Teilzeitstudiengänge an den Hochschulen anzubieten. Nur so kann den Studierenden, die zum Beispiel aufgrund von Nebenjobs oder Kinderbetreuung nicht die Möglichkeit haben, Vollzeit zu studieren, ein offizieller Studienrahmen geboten werden.


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