zurück zur aktuellen Ausgabe von plenum-online

plenum-online wird während der Tagung ständig aktualisiert. Betätigen Sie bitte bei Aufruf einer Seite die Funktion "Neu laden" , "Aktualisieren" oder "reload", um ggf. die neueste Fassung zu erhalten.  

Auf dieser Seite: Aufsichtsrat HSH Nordbank 

xxx

Top 30:
Besetzung des Aufsichtsrates der HSH Nordbank
Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Regierungsmitglieder bleiben dem Aufsichtsrat der HSH Nordbank fern

Kiel (SHL/16.07.) Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) und Innenminister Lothar Hay (SPD) werden nicht wieder in den Aufsichtsrat der HSH Nordbank zurückkehren. CDU und FDP lehnten einen entsprechenden Grünen-Antrag ab. Die SPD stimmte ebenfalls dagegen, begründete ihr Votum aber einzig mit der Koalitionsdiziplin. In der Sache unterstützten die Sozialdemokraten ebenso wie der SSW die Grünen-Forderung. Auch der CDU-Abgeordnete, Landtagspräsident Martin Kayenburg, der der Abstimmung fernblieb, signalisierte seine Zustimmung.

Anfang Juli waren Wiegard und Hay ebenso wie der Hamburger Finanzsenator Michael Freytag (CDU) aus dem von Ex-Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper geleiteten Aufsichtsrat der Bank ausgeschieden. Für die beiden schleswig-holsteinischen Minister rücken der Chef der Investitionsbank, Lutz Koopmann, und Hans-Werner Blöcker (Vereinigte Asphalt-Mischwerke, Büdelsdorf) nach. Damit habe sich die Landesregierung „aus dem Staub gemacht, zu einem Zeitpunkt, in dem die Existenz des Landes auf Gedeih und Verderb an die Bank gekoppelt ist", kritisierte die Grünen-Finanzexpertin Monika Heinold. Es sei „skandalös", dass das Land im wichtigsten Kontrollgremium des Kreditinstituts nicht mehr vertreten ist.

Ähnlich äußerte sich Birgit Herdejürgen (SPD). Regierungsmitglieder gehörten in den Aufsichtsrat, eine Übermittlung von Auskünften über die Bank an die Politik über Dritte berge das „hohe Risiko des Informationsverlustes", kritisierte sie. Für Lars Harms (SSW) hätte das Land nur einen der beiden Ministerplätze mit einem Vertreter der Wirtschaft besetzen sollen. Der andere Platz wäre „mit einer Person, die die politische Verantwortung übernimmt" richtig besetzt gewesen, meinte Harms.

FDP: „Mehr Sachverstand" im Aufsichtsrat

Tobias Koch (CDU) lobte dagegen die neue „hochkarätige Besetzung des Expertengremiums" im HSH-Aufsichtsrat. Das Land halte nicht an überholten Landesbankstrukturen fest, sondern sei die treibende Kraft, wenn es darum geht, sinnvolle und notwendige Veränderungen vorzunehmen. Auch Heiner Garg (FDP) meinte, der Aufsichtsrat habe nun „mehr Sachverstand als vorher".

Finanzminister Rainer Wiegard (CDU) warf Grünen, SPD und SSW „fehlenden detaillierten Sachverstand" vor. Auch wenn er nun nicht mehr im Aufsichtsrat sitze, bleibe die politische Verantwortung für die Kontrolle der HSH Nordbank weiterhin beim Finanzminister, versicherte Wiegard. Die Landesregierung nehme ihre Verantwortung zudem über das neue Kontrollgremium des Gesellschafterausschusses wahr, in dem die Anteilseigner neben den Spitzen von Vorstand und Aufsichtsrat vertreten sind.

Druckversion

zurück zum Textanfang

Hintergrund:
Die Grünen üben scharfe Kritik am Rückzug der Landesregierung aus dem Aufsichtsrat der HSH Nordbank: „Die Regierung darf sich nicht aus der Verantwortung für die Geschäftspolitik stehlen", lautet die Forderung. Als Wichtiger Anteileigner, der gerade einer milliardenschweren Kapitalerhöhung zugestimmt hat, „muss das Land unmittelbar im Aufsichtsrat seine Kontrollfunktion wahrnehmen, um die Umsetzung des neuen Geschäftsmodells mit deutlicher regionaler Ausrichtung aktiv zu begleiten".

Ein Sprecher des Finanzministeriums verwies demgegenüber darauf, dass es mit dem Gesellschafterausschuss ein neues Kontrollgremium gebe, in dem die Anteilseigner neben den Spitzen von Vorstand und Aufsichtsrat vertreten sind. Auf diesem Wege könne auch der Finanzminister Einfluss nehmen. Er müsse nicht zwingend im Aufsichtsrat sein, um die Bank zu kontrollieren.

  Wiegard und Hay ziehen sich zurück

Nach der Anfang des Monats beschlossenen Umbesetzung rücken aus Schleswig-Holstein der Chef der Investitionsbank, Lutz Koopmann, und Hans-Werner Blöcker (Vereinigte Asphalt-Mischwerke, Büdelsdorf) in den Aufsichtsrat, dessen Führung Ex-Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper übernimmt. Die Kieler Minister Rainer Wiegard (Finanzen/CDU) und Lothar Hay (Inneres/SPD) scheiden ebenso aus wie der Hamburger Finanzsenator Michael Freytag (CDU).

Die SPD-Fraktion bekräftigte ihre Überzeugung, dass das Land im Aufsichtsrat politisch vertreten sein sollte. Wenn darauf verzichtet werde, bleibe der Finanzminister dennoch gegenüber dem Parlament für alle die Bank betreffenden Fragen verantwortlich. Die Landesregierung müsse dann über eine Änderung der Landeshaushaltsordnung sowie in der Satzung des Gesellschafterausschusses umfassende Informations- und Berichtspflichten gegenüber dem Parlament festschreiben.

  War der Aufsichtsrat nicht kritisch genug?

Unterdessen sind die bisherigen Aufsichtsratsmitglieder unter verstärkten Druck geraten. Ein Anfang Juli an die Öffentlichkeit gelangtes internes Gutachten der Wirtschaftsprüfer KPMG spricht von der „fehlenden Nachvollziehbarkeit einer kritischen Auseinadersetzung (…) im Aufsichtsrat". Die HSH hatte sich mit Risikopapieren verspekuliert und hat deswegen allein im vergangenen Jahr einen Verlust von 2,7 Milliarden Euro eingefahren.

Vorherige Debatten zum Thema HSH Nordbank:
plenum-online Juni 2009 - HSH-Untersuchungsausschuss und Landesbanken-Neuordnung
plenum-online
Mai 2009 - Dringlichkeit und  Regierungsbericht
plenum-online,
April 2009

zurück zum Textanfang

* * * * *

 

Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Sonderseite zur Auflösung des Parlaments:
16.07.2009 - Der Ta g im Schleswig-Holsteinischen Landtag

Parlamentsauflösung:
Dringlichkeitsantrag 
Fr., 17.07.: Vorzeitige Beendigung der 16. Wahlperiode

Mo., 20.07.: Die Abstimmung

Do., 23.07.: Vertrauensfrage

Regierungserklärung...
...zum AKW Krünmmel

Dringlichkeitsantrag zu Sonderzahlungen an der HSH Nordbank

Dringlichkeitsantrag zu  
Strukturkonzept UK SH

Außerdem notiert: 
Der Landtag trauert um... 
...Kurt Böge und 
Prof. Dietrich Wiebe

I n n e n  / R e c h t

2. Lesungen:

Wahlgesetz
(ohne Aussprache)
Archivierung von Justizakten
(ohne Aussprache)
Gerichtsorganisationsgesetz
(ohne Aussprache)
1. Lesungen:
Schuldenregelung: Aufnahme in Verfassung u. Klage
"Genetische Diskriminierung"
Landratswahl
Untersuchungshaft
Medien-Staatsvertrag
(ohne Aussprache)
Baugesetzbuch
(ohne Aussprache)
Vollzugsbeschwerde-Gesetz
(ohne Aussprache)
Freiwillige Gerichtsbarkeit
(ohne Aussprache)
Fideikommiss
(ohne Aussprache)
Wahlen:
Präsident Finanzgericht
(ohne Aussprache)
Präsident Sozialgericht
(ohne Aussprache)
Datenschutzbeauftragter
(ohne Aussprache)
Große Anfrage:
Unterkünfte für Flüchtlinge
Anträge:
Resettlement - Flüchtlingspolitik
Zusammenarbeit von
Polizei und 'Zoll

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  T e c h n i k

Anträge:
CCS-Projekt
Investitionshilfen Mittelstand
Schiffbau
Tourismus
(ohne Aussprache)
Ausbildungssituation
(ohne Aussprache)
Berichte:

Bildungsfreistellungs-Gesetz
(ohne Aussprache)

Fehmarnbeltquerung
(ohne Aussprache)

LKW-Maut
(ohne Aussprache)

Ladenöffnungszeiten Kiel
(ohne Aussprache)

F i n a n z e n

2. Lesung:

Zweiter Nachtragshaushalt
1. Lesung:
Einheitliche Ansprechpartner
Anträge:
HSH Nordbank: Prüfverfahren
HSH Nordbank: Aufsichtsrat

Schuldenbremse

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

Anträge:
AKW Krümmel
FSJ Politik
Bericht:

Bericht des Behinderten- Beauftragten

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

Anträge:
Bachelor / Master
DDR-Geschichtsunterricht
Lehrkräfte an Schulen
(ohne Aussprache)
Berichte:

Anwerbung von Lehrkräften
(ohne Aussprache)

Berufliche Bildung
(ohne Aussprache)

Wissenschaftsminister-
Konferenz

(ohne Aussprache)

Lärmschutz in Bildungseinrichtungen
(ohne Aussprache)

Landesmuseen Schloss Gottorf
(ohne Aussprache)

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
E n e r g i e  / F o r s t e n

1. Lesung:
Landeswaldgesetz

 E u r o p a  / O s t s e e –
k o o p e r a t i o n

Wahl:
Ausschuss der Regionen
(ohne Aussprache)