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Top 38:
Für eine
zeitgemäße Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte an
schleswig-holsteinischen Schulen
Antrag der
Fraktionen von CDU, SPD, FDP und Bündnis 90 /
Die GRÜNEN, SSW
Kiel (SHL/23.07.)
Die Geschichte der deutschen Teilung
und des Unrechtsregimes in der DDR soll nach Auffassung
der Landtagsfraktionen noch stärker im
Schulunterricht berücksichtigt werden. Ein entsprechender
Antrag wurde ohne Aussprache an den Bildungsausschuss überwiesen.
Hintergrund: Geschlossen fordern die Fraktionen des Landtages die
Landesregierung auf, die Geschichte der deutschen Teilung
und des Unrechtsregimes in der DDR noch stärker im
Schulunterricht zu berücksichtigen. Die Lehrpläne in
Fächern wie Geschichte, Wirtschaft/Politik oder Deutsch
sollen entsprechend nachgebessert werden. Zudem empfehlen
die Abgeordneten, dass Schulen Kontakte zu Opfern des
DDR-Regimes aufnehmen sollen, und dass die Schüler mehr
als bisher Gedenkstätten, etwa an der ehemaligen
innerdeutschen Grenze, besuchen sollen. Auch Kontakte zu
Schulklassen in ostdeutschen Partnerstädten werden
angeregt.
Zur
Begründung verweisen die Landtagsfraktionen auf eine Reihe
von Untersuchungen, die belegen, dass vor allem junge Leute
wenig über die deutsche Geschichte zwischen 1949 und 1989
wissen. So haben Berliner Forscher im vergangen Jahr eine
Untersuchung vorgelegt, bei der rund 5.000 Schüler in
Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Bayern sowie in Ost- und
West-Berlin befragt wurden. Ergebnis: Fast überall wussten
die Jugendlichen sehr wenig über die DDR. So sagten nur
rund 45 Prozent der Ost-Schüler nein zur Aussage: "Die
Staatssicherheit war ein normaler Geheimdienst, wie ihn
jeder Staat hat." Nur 38 Prozent in Brandenburg und
Ost-Berlin wussten, dass die DDR-Regierung nicht durch
demokratische Wahlen legitimiert war. Im Westen waren es
zwischen 56 und 62 Prozent. 64 Prozent der Schüler im
Westen, 71 im Osten sagten, das Thema DDR komme im
Unterricht „zu wenig" oder „überhaupt nicht"
vor.
In einer
jüngst vorgelegten Emnid-Umfrage bezeichnete mehr als die
Hälfte der Ostdeutschen (57 Prozent) die DDR positiv. 49
Prozent der befragten Ostdeutschen fanden, dass die DDR mehr
gute als schlechte Seiten hatte, zudem gaben acht Prozent im
Osten an, die DDR habe fast nur gute Seiten gehabt. Von den
Befragten aus den alten Ländern schließen sich nur 18
Prozent der positiven DDR-Sicht an.