Ein
Beispiel sei die gesetzlichen Neuregelung der
Eingliederungshilfe. Sie wurde vom Land an die Kommunen
übertragen. Das kann zu 15 verschiedenen Auffassungen
führen, wie Leistungen für Menschen mit Behinderung
gewährt werden sollen. Eine „unübersichtliche
Regelung", wie der Beauftragte findet.
Kritik an neuer Bauordnung
Nachteile
für Behinderte sieht er auch in der jüngst neu gefassten
Landesbauordnung: Wenn versäumt wurde, Bauten
barrierefrei zu gestalten, gebe es keine Möglichkeit,
Barrierefreiheit nachträglich wirksam durchzusetzen. „Welchem
mobilitätseingeschränkten Schüler nützt das hilflose
Schulterzucken von Planern, wenn er die Fachräume seiner
Schule nicht erreicht, weil kein Fahrstuhl eingebaut
wurde?", fragt Hase. Hier seien „zwingende
Regelungen" nötig.
Als Erfolg
wertet der Landesbeauftragte, dass die Zahl kommunaler
Beauftragter für Menschen mit Behinderung im
Berichtszeitraum von 19 auf 26 gestiegen ist. Außerdem
konnte die Arbeit der Servicestellen verbessert werden.
Neue Aufgaben sieht Hase vor allem in der Umsetzung der
UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen. Er
fordert dazu einen Aktionsplan des Landes. Aber Menschen
mit Behinderung müssten auch selbst aktiv werden.
Debatten zum
Behindertenbeauftragten:
plenum-online November
2008 (Ansiedlung beim Landtag), Dezember
2008 (Wiederwahl)
Mehr Info zum
Behindertenbeauftragten im
Internetauftritt
des Landtages
Stichwort: Landesbeauftragter
für
Menschen mit Behinderung
Das Amt des
Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung gibt es
in Schleswig-Holstein seit 1988. Dr. Ulrich Hase (53) hat
den Posten seit 1997 inne. Seit dem 1. Januar 2009 ist das
Amt beim Landtag angesiedelt, der Hase für sechs Jahre
gewählt hat. Zuvor war der Beauftragte dem
Sozialministerium angegliedert. Hase und seine vier
Mitarbeiter wollen erreichen, dass die rund 460.000
Menschen mit Behinderung in Schleswig-Holstein ihr Leben
selbstbestimmt und gleichberechtigt gestalten können. Um
dies zu erreichen, berät er Betroffene und ihre
Interessenverbände und gibt Hinweise an Landespolitik und
-verwaltung. Hase ist seit frühester Kindheit nahezu taub
und hat den Beruf des Hörgeschädigtenpädagogen gelernt.