
In seiner letzten Tagung vor der
sitzungsfreien Zeit hat sich der Landtag ein intensives
Arbeitsprogramm auferlegt. Wie in den letzten Monaten nimmt
die Finanzpolitik in den Beratungen wieder einen breiten Raum
ein. So wird das Parlament gleich am Mittwoch in der ersten
Debatte des Tages die immer tiefer klaffenden Haushaltslöcher
in den Kommunen unter die Lupe nehmen und auf Grundlage eines
von SPD und Grünen geforderten Berichts der Landesregierung
diskutieren, wie diese zugeschüttet werden können (…gehe
zu).
Als Vorbild in Sachen "Demonstration des
Sparwillens" wollen die Spitzenpolitiker im Landtag
vorangehen. So sollen die Funktionszulagen der
Vorsitzenden und Parlamentarischen Geschäftsführer der
Fraktionen sowie des Landtagspräsidenten und seiner
Stellvertreterinnen um jeweils zehn Prozent sinken. Nach den
Ausschussberatungen gilt es als sicher, dass am Donnerstag das
Abgeordnetengesetz dahingehend einvernehmlich geändert wird.
Im Zuge dieser Gesetzesänderung werden aber auch verschiedene
weiterführende Forderungen der Opposition zur Sprache kommen.
So wurde bereits in der Juni-Tagung bemängelt, dass sich
führende
Mitglieder der Landesregierung nicht in ausreichendem Maße am
eigenen Sparkurs beteiligen (…gehe
zu).
Ebenfalls am Donnerstag wird sich das Plenum
mit einem vom SSW vorgelegten Bibliotheken-Gesetz
befassen. Ziel ist es, das bestehende Bücherei-System
strukturell und finanziell dauerhaft auf sichere Standbeine zu
stellen (…gehe
zu). Das Archivwesen im Lande – speziell
in den Kommunen – ist von funktionierenden Strukturen
dagegen anscheinend weit entfernt. Obwohl es eine gesetzliche
Archivierungspflicht gibt, wird Kritik laut, dass bei den
Archiven „in den letzten zehn Jahren massiv gespart
wurde". Die Landesregierung verweist in ihrer Antwort auf
eine Große Anfrage zum Thema auf die prekäre Haushaltslage
– eine lebhafte Debatte ist auch hier vorprogrammiert (…gehe
zu).
Nicht neu, aber seit Jahren bundesweit in der
Diskussion, sind Vorstöße zur Absenkung des Wahlalters.
Hierzu liegt erneut ein von SPD und Grünen eingereichter Entwurf zum
Landeswahlgesetz auf dem Tisch, der es bereits 16-Jährigen
zubilligen soll, über die Zusammensetzung des
Schleswig-Holsteinischen Landtages mitentscheiden zu können.
Dieser Vorschlag war zuletzt im Mai 2009 debattiert worden,
hatte aber keine Mehrheit bekommen (…gehe
zu).
Passend zum bevorstehenden Start in die
Ferienzeit werden sich die Abgeordneten am Freitag gegen 16:00
Uhr beim letzten Thema dieser Juli-Tagung mit der Bäderverordnung
befassen. Grundlage der Beratung wird die von der
CDU/FDP-Koalition geforderte Einschätzung der Landesregierung
sein, ob sich ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts in
Mecklenburg-Vorpommern zur Bäderverkaufsordnung auf
Schleswig-Holstein auswirkt. Die Richter im Nachbarland hatten
die großzügigen Regelungen zu Sonntagsöffnungen in
Ferienorten gekippt. Diese erlaubten vielen Geschäften, an
bis zu 49 Sonntagen im Jahr zu öffnen. In Schleswig-Holstein
gibt es eine ähnliche Bestimmung in 72 Kur- und
Tourismusorten. (…gehe
zu).