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Auf dieser Seite: UK S-H

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Dringlichkeitsantrag (eingereicht am 07.07.2010) 
Universitäten in Schleswig-Holstein nicht 
gegeneinander ausspielen
Antrag der Fraktionen von B´90/Die Grünen, SPD, Die Linke und SSW – Drucksache 17/727
Änderungsantrag der Fraktionen von CDU und FDP –
Drucksache 17/734

Rettung für Lübecker Uni: 
Lob, aber auch Vorwürfe 
für die Landesregierung

Kiel (SHL/09.07.) Mit Freude und Erleichterung hat der Landtag auf die am Vortag verkündete Rettung der Mediziner-Ausbildung an der Uni Lübeck reagiert. CDU und FDP, aber auch Vertreter der Opposition werteten die Einigung zwischen Land und Bund als Erfolg. Allerdings machten Rot-Grün, Linke und SSW der Landesregierung auch schwere Vorwürfe: Sie habe mit ihren Kürzungsplänen „Porzellan zerschlagen", indem sie eine ganze Region in Angst versetzt und die Atmosphäre in der schleswig-holsteinischen Hochschullandschaft vergiftet habe.

Am Vorabend hatten Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, Wissenschaftsminister Jost de Jager (beide CDU) und FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki mit Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) eine Lösung im seit sechs Wochen schwelenden Streit um die geplante Streichung der Medizin-Fakultät in der Hansestadt vereinbart. Inhalt: Der Bund schießt jährlich 25 Millionen Euro extra in den Norden.

  Linke: „Druck von Tausenden" 
  hat  Wirkung gezeigt

Letztlich habe sich der massive Protest in der Hansestadt ausgezahlt, betonte Antje Jansen (Linke) in der von der Opposition per Dringlichkeit beantragten Debatte. Erst „der Druck von Tausenden" habe die Landesregierung zum Einlenken gezwungen. Unter anderem hatten am 16. Juni rund 14.000 Studenten und Hochschulmitarbeiter in Kiel ihrem Unmut gegen die geplanten Kürzungen im Bildungsbereich Luft gemacht. Der Demonstrationszug endete vor dem Landtag (Foto). Jürgen Weber (SPD) warf dem Kabinett vor, die Universitäten in Kiel und Lübeck durch das Sparkonzept gegeneinander aufgebracht zu haben: „Das Problem ist nicht Kiel und Lübeck, sondern Carstensen und die Landesregierung."

Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU), wehrte sich gegen den Vorwurf, die Region „in Geiselhaft" genommen zu haben. Die Einigung der Landesregierung mit dem Bundesbildungsministerium sei „Teil eines Diskussionsprozesses, der letzten Dezember im Kanzleramt begonnen hat." Damals hatte die Landesregierung ihre Zustimmung zum schwarz-gelben Wachstumsbeschleunigungsgesetz an die Bedingung geknüpft, dass der Bund die Einnahmeausfälle für den Landeshaushalt ausgleicht.

Nun sollen zusätzlich 25 Millionen Euro pro Jahr vom Bund in die Forschungslandschaft Schleswig-Holstein fließen. Unter anderem übernimmt der die Trägerschaft für das Kieler Institut für Meereskunde (IFM-Geomar), das von der Leibniz-Familie in die überwiegend aus Berlin gespeiste Helmholtz-Forschungsgemeinschaft wechselt. Minister de Jager kündigte zudem ein mit Bundesgeld gefördertes GEOMAR-Erweiterungsgebäude (rund 45 Millionen Euro) und ein Forschungsschiff für die Kieler Meeresforscher (rund drei Millionen Euro) an. Die Lübecker Uni soll Stiftungsuniversität werden. Details sollen in den nächsten Monaten erarbeitet werden.

  Wissenschaftsminister de Jager kündigt 
  „Hochschulmedizinkonzept 2020" an

Dadurch bleiben zunächst alle Medizinstudienplätze im Lande erhalten, so der Minister weiter. Näheres soll ein „Hochschulmedizinkonzept 2020" regeln, das im September vorliegen soll. De Jager wies jedoch darauf hin, dass der Spardruck auch nach der Berliner Einigung bestehen bleibe. Denn: „Wir können unsere Wissenschaftslandschaft nur mit Hilfe Dritter aufrecht erhalten."

Vor diesem Hintergrund stellte de Jager wie auch Grünen-Fraktionschef Robert Habeck das Kooperationsverbot im Bildungsbereich zwischen Bund und Ländern in Frage. „Wir brauchen einen Hochschullastenausgleich, in dem alle drin sind", so Habeck. Wolfgang Kubicki (FDP) ergänzte: „Kein Bundesland kann sich aus eigener Kraft ein Forschungscluster leisten, das weltweite Bedeutung hat." Seine Folgerung: „Wir müssen das Grundgesetz ändern."

Der CDU-Abgeordnete Daniel Günther (CDU) lobte die Landesregierung für ihren „beharrlichen Einsatz" und ihre „Standhaftigkeit". Anke Spoorendonk (SSW) erinnerte an die geplante Schließung der wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge in Flensburg: „Wir brauchen ein klares Signal nach Außen, um deutlich zu machen, dass auch dieser Baustein für die Hochschulentwicklung in Schleswig-Holstein unabdingbar ist."

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Stichwort:
Die Tagesordnung einer Landtagssitzung wird zwölf Tage vor Tagungsbeginn im Ältestenrat festgelegt. Ein Beratungsgegenstand, der nicht auf der Tagesordnung steht, kann nur dann kurzfristig eingeschoben werden, wenn der Landtag die Dringlichkeit feststellt. Dazu sind zwei Drittel der abgegebenen Stimmen nötig. Gleichzeitig mit der Abstimmung über die Dringlichkeit wird die Einordnung des Gegenstandes in die Tagesordnung vorgenommen.

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Themen-Übersicht

A k t u e l l e s

Aktuelle Stunde: - - -

Dringlichkeit:  
Uniklinkum S-H

Außerdem notiert: - - -

I n n e n  / R e c h t

2. Lesung:

Funktionszulagen Landtag
1. Lesungen:
Ministergesetz
Wahlgesetz / Wahlalter
Vermessungs- und Katasterverwaltung
(ohne Aussprache)
Sachanträge:
Regierungsbeteiligung an Sparplänen
"Street-Viewing" / Google
Freiwilligendienste
Berichtsanträge:
Sicherungsverwahrung
Justiz-Dolmetscher
Regierungsberichte:

Justizvollzugsanstalten

Bäderverordnung

Jugendkriminalität
(ohne Aussprache)

W i r t s c h a f t  /
V e r k e h r  /  E n e r g i e

Ausschuss-Empfehlung:
Landes-Regulierungsbehörde
(ohne Aussprache)
Sachanträge:
AKW- Laufzeiten
Frauen in Führung
Berichtsanträge:
Mittelstandsoffensive
Stromnetz-Entwicklung
(ohne Aussprache)
Regierungsbericht:

Erneuerbare Energien

F i n a n z e n

2. Lesung:

Dataport
(ohne Aussprache)
Sachanträge:
HSH Nordbank
Parlamentsinformation / Sparhaushalt
Regierungsbericht:

Kommunalfinanzen

 B i l d u n g  /  K u l t u r  / W i s s e n s c h a f t

2. Lesung:

Essen in KiTas und Schulen
(ohne Aussprache)
1. Lesung:
Bibliotheken- /Pressegesetz
Große Anfrage:
Archiv-Wesen
Anträge:
Europaschulen
Lehrkräfte-Austausch mit Hamburg
Ethik- / Religionsunterricht
Stipendienprogramm / Bafög

S o z i a l e s  / A r b e i t  / G e s u n d h e i t

2. Lesung:

Meldegesetz / Amt für Soziale Dienste
(ohne Aussprache)
Sachanträge:
Ambulante Behandlung
Hebammen
Uni-Klinikum Lübeck

 A g r a r  /  U m w e l t  / 
F o r s t e n

1. Lesung:
Umweltverträglichkeits-
prüfung

(ohne Aussprache)
Sachanträge:
Lebensmittelüberwachung
Biomasse

 E u r o p a  / 
M i n d e r h e i t en

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