Debatte um
Lehrkräfte-
Austausch mit Hamburg
Kiel (SHL/09.07.) Eine breite
Mehrheit im Landtag steht der Forderung der SPD nach einem Austausch
von Lehrern und Referendaren zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein
skeptisch gegenüber. Mit diesem Schritt wollen die Sozialdemokraten
beispielsweise auf längere krankheitsbedingte Ausfallzeiten von
Pädagogen reagieren. Der grenzüberschreitende Einsatz von Lehrern sei mit
einem zu hohen Verwaltungsaufwand verbunden, hieß es aus den Reihen
der CDU, und auch die Liberalen sahen keinen „Extra-Regelungsbedarf"
für eine derartige Kooperation. In dieselbe Richtung argumentierte
Bildungsminister Ekkehard Klug (FDP): Es gebe „keine
Hemmnisse", jemanden aus Hamburg für eine Vertretung
einzustellen.
Der SPD-Abgeordnete Martin Habersaat verteidigte den
Vorstoß. Es müsse pragmatisch und schnell gehandelt werden, um
etwaigen Unterrichtsausfall in
der Metropolregion zu verhindern und so die Unterrichtsversorgung
insgesamt zu verbessern. Zuspruch erhielt
Habersaat von den Grünen und der Linken. Kritische Töne kamen
hingegen vom SSW, der vor einem Lehrermangel durch eine mögliche
Abwerbung von Lehrern seitens der Hansestadt warnte. Auch Minister
Klug hatte auf den „harten Wettbewerb" im Bildungsbereich
hingewiesen. Schleswig-Holstein, das derzeit lediglich 64 Prozent
seiner Referendare selber ausbilde, könne sich keine Abwanderung
von Lehramtskandidaten leisten.
Der Antrag wurde zur Beratung an den
Bildungsausschuss überwiesen.
Weitere Hauptredner: Heike
Franzen (CDU), Cornelia Conrad (FDP), Ines Strehlau (Grüne), Ellen
Streitbörger (Linke), Anke Spoorendonk (SSW)