Hintergrund:
SPD und Grüne wollen erreichen, dass die Hälfte des Geldes,
welches durch die Verkürzung des Wehrdienstes eingespart
wird, an die Länder geht, damit diese die
Jugendfreiwilligendienste ausbauen können. Zudem fordern
die Oppositionsfraktionen die Landesregierung auf, sich am
Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 zu
beteiligen.
Thema Jugendfreiwilligendienste
Ab dem 1.
Juli müssen Wehrpflichtige und Zivildienstleistende nur
noch sechs statt zuvor neun Monate einrücken. Das hat die
schwarz-gelbe Koalition im Bund im Juni beschlossen. Durch
den bevorstehenden Zivi-Mangel befürchten die
Wohlfahrtsverbände jedoch Personalengpässe im
Pflegebereich. Vor diesem Hintergrund haben CDU und FDP
die Möglichkeit geschaffen, dass Zivis freiwillig ein
halbes Jahr dranhängen können.
Der
Vorstoß der schleswig-holsteinischen Sozialdemokraten
zielt nun darauf ab, die Personal-Lücke durch junge Leute
aufzufüllen, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)
oder ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) ableisten.
Die Freiwilligendienste richten sich an junge Menschen im
Alter zwischen 16 und 27 Jahren. Die Dienstzeit dauert in
der Regel zwölf Monate und beginnt am 1. August oder am
1. September eines Jahres. Die Mindestdauer beträgt sechs
Monate, die Höchstdauer 18 Monate. Die Teilnehmer
arbeiten ganztägig als überwiegend praktische Hilfskraft
in gemeinwohlorientierten Einrichtungen. Deutschlandweit
absolvieren derzeit rund 25.000 junge Leute ein FSJ oder
FÖJ. Der Landtag hat zuletzt im Januar über die
Sparpläne beim FÖJ debattiert.
Letzte Debatte
zum Thema FÖJ: plenum-online Januar
2010
Thema Jahr der Freiwilligentätigkeit
Anlässlich
dieses Europäischen Jahres ruft die SPD die
Landesregierung auf, alle von der EU zu diesem Zweck
bereitgestellten Mittel abzurufen und kozufinanzieren
sowie im Lande mehr Mittel für das Ehrenamt zur
Verfügung zu stellen.
Im Rahmen
des Europäischen Jahres soll Ehrenämtlern aus ganz
Europa nach Angaben der EU-Kommission die Möglichkeit
geboten werden, zusammenzutreffen und sich über in
anderen Ländern bewährte Verfahren auszutauschen.
Bürgern, die wenig über die Freiwilligentätigkeiten
wissen, sollen damit vertraut gemacht und ermuntert
werden, sich ebenfalls freiwillig zu engagieren. Und
schließlich sollen die Freiwilligen dank des
Europäischen Jahres mehr Anerkennung erhalten.
Die Europäische
Kommission will sechs Millionen Euro für das Europäische
Jahr selbst sowie zwei Millionen für die Vorbereitung im
Jahr 2010 bereitstellen.