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Auf dieser Seite: Parlamentsinformation zur Haushaltssanierung

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Top 37:
Dem Parlament müssen Hintergrundpapiere und Risikoanalysen zur Verfügung gestellt werden!

Antrag der Fraktion B´90/DIE GRÜNEN – Drucksache 17/702
Änderungsantrag CDU und FDP – Drs. 17/724
Änderungsantrag der Fraktion des SSW – Drs. 17/733

Landesregierung wird nur „maßgebliche" Hintergrundpapiere zum Sparkonzept 
dem Parlament übergeben

Kiel (SHL/08.07.) Die Landesregierung wird nur die für die Spar-Entscheidungen der Haushaltsstrukturkommission „maßgeblichen Unterlagen" dem Parlament zur Verfügung stellen. CDU und FDP setzten einen entsprechenden Antrag gegen die Stimmen der Opposition durch. SPD, Grüne, Linke und SSW, die einen Einblick in sämtliche Hintergrundpapiere und Risikoanalysen gefordert hatten, kritisierten diese Haltung in einer emotional geführten Debatte harsch. Das Parlament werde „veralbert" und die Demokratie „verhöhnt".

Grüne und SSW hatten dagegen gefordert, die gesamten rund 2.500 Seiten zu erhalten, die zu den Ende Mai vorgestellten Ergebnissen der Kommission geführt haben. Sie reagierten damit auf eine Äußerung von Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) in der Juni-Sitzung. Auf die Frage, ob er die Unterlagen auch der Opposition zur Verfügung stellen würde, sagte der Minister damals laut Protokoll: „Da machen wir mal den Praxistest. Stellen Sie doch einen Antrag!"

„Wir sind Stellvertreter der Bevölkerung und müssen darauf bestehen, dass das Parlament alle Informationen bekommt, die es für seine Entscheidungen braucht" mahnte Grünen-Fraktionschef Robert Habeck. Und die SSW-Fraktionsvorsitzende Anke Spoorendonk meinte, ein „fruchtbarer und ergebnisoffener Dialog" sei nur möglich, „wenn dem Landtag zumindest jene Hintergrundpapiere zur Verfügung gestellt werden, die die Haushaltsstrukturkommission und der Landesrechnungshof erhalten haben".

Weitere Redner: Tobias Koch (CDU), Birgit Herdejürgen (SPD), Katharina Loedige (FDP), Ulrich Schippels (Linke), Innenminister Klaus Schlie (CDU)

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Hintergrund:
Die Grünen fordern die Landesregierung auf, alle Schriftstücke, die Grundlage der Beratungen in der schwarz-gelben Haushaltsstrukturkommission waren, dem gesamten Parlament zur Verfügung zu stellen. Sie kritisieren, dass die internen Dokumente, die bis zu 1.500 Seiten umfassen sollen, zwar an die Chefs der Koalitionsfraktionen und auch an den Präsidenten des Landesrechnungshofes gegangen sind, jedoch nicht an Vertreter der parlamentarischen Opposition: „Die Abgeordneten des Landtags, welche durch die von ihnen beschlossene Schuldenbremse zur Konsolidierung des Landeshaushaltes verpflichtet sind, haben ein Anrecht auf mindestens die gleichen Informationen wie der Landesrechnungshof", heißt es in dem Grünen-Antrag.

Auslöser dieser Grünen-Forderung ist die Fragestunde zur geplanten Schließung der Medizinerausbildung an der Uni Lübeck im Juni. Dort hatte Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU) erklärt, er habe ein Papier mit Risiko-Einschätzungen an die Haushaltskommission übergeben. Es sei „bei dem Verfahren inkludent", dass ein Teil des Parlaments und der Rechnungshof die Papiere erhalten habe, ein anderer Teil des Landtages jedoch nicht, so der Minister. Auf die Frage, ob er die Unterlagen auch der Opposition zur Verfügung stellen würde, sagte der Minister laut Protokoll: „Da machen wir mal den Praxistest. Stellen Sie doch einen Antrag!"

Fragestunde zum Hochschulstandort Lübeck:
plenum-online
Juni 2010

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