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Erneuerbare Energien:
Landesregierung bekräftigt 100plus-Prozent-Ziel
Eignungsflächen für Windkraftanlagen
werden vergrößert
Kiel (SHL/07.07.) Die
Landesregierung ist fest entschlossen, den Anteil der erneuerbaren
Energien an der Stromerzeugung in Schleswig-Holstein bis 2020
deutlich über 100 Prozent des heimischen Verbrauchs zu steigern
und die Position des Landes als Stromexporteur zu festigen. Das
geht aus einem von den Grünen geforderten Bericht hervor, den
Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) im Plenum vorstellte. Der
Minister kündigte an, dass ab sofort auf 1,5 Prozent der
Landesfläche Windenergie-Anlagen betrieben werden dürfen. Bisher
lag der Anteil bei einem Prozent.
Dies sei faktisch
sogar eine Verdopplung der Fläche, da derzeit nur 0,75 Prozent
genutzt werden, erklärte de Jager. Er forderte gleichzeitig ein
Konzept für Offshore-Windparks sowie eine Beschleunigung des
Netzausbaus: „Die bisherigen Gesetzesgrundlagen reichen dafür
bisher nicht aus." In dem Bericht verweist sein Ministerium
auf das Energiekonzept der Koalition aus dem März. Demnach soll
die Energieversorgung der Haushalte und Unternehmen in
Schleswig-Holstein in Zukunft „gleichermaßen zuverlässig,
klimafreundlich und bezahlbar" sein. Hintergrund ist das von
der EU fixierte mittelfristige Klima-Ziel, die CO2-Emissionen
bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu reduzieren.
Für Detlef Matthiessen (Grüne) setzt die
Energiepolitik der Landesregierung dagegen nach wie vor falsche
Schwerpunkte: „Atomenergie verlängern und der Neubau von
Kohlekraftwerken geht in die falsche Richtung", sagte er.
Im Wirtschaftsausschuss wird abschließend über
den Bericht beraten.
Weitere
Redner: Jens
Magnussen (CDU), Olaf Schulze (SPD), Oliver Kumbartzky (FDP),
Ranka Prante (Linke), Lars Harms (SSW)
Hintergrund:
Die Landesregierung betont ihr Ziel, den Anteil der
erneuerbaren Energien an der schleswig-holsteinischen
Stromerzeugung bis 2020 deutlich über 100 Prozent des
heimischen Verbrauchs zu steigern. Allein die
schleswig-holsteinischen Windkraftanlagen werden in zehn
Jahren voraussichtlich doppelt so viel Strom erzeugen, wie
im Lande verbraucht wird, so dass der Norden noch mehr zum
„Stromexporteur" wird. Das geht aus einem Bericht
des Wirtschaftsministeriums hervor, den die Grünen
beantragt haben.
Darin
verweist die Landesregierung auf ihr Energiekonzept aus
dem März. Demnach soll die Energieversorgung der
Haushalte und Unternehmen in Schleswig-Holstein in Zukunft
„gleichermaßen zuverlässig, klimafreundlich und
bezahlbar" sein. Hintergrund ist das von der EU
fixierte mittelfristige Klima-Ziel, die CO2-Emissionen
bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent zu reduzieren. Die
Bundesregierung will die Treibhausgase mittelfristig sogar
um 40 Prozent drosseln.
Vision vom
europäischen
"Supergrit" rückt näher
Das so
genannte Repowering – also der Austausch der derzeit
rund 2.600 Windräder durch weniger, aber dafür stärkere
Anlagen – werde bis 2020 weit vorangeschritten sein,
ebenso wie die Windernte durch Off-Shore-Anlagen in Nord-
und Ostsee, heißt es weiter im Regierungskonzept. Auch
der „großen Vision" von einem europäischen
Supergrit – einem rund 6.000 Kilometer langen Stromkabel
in der Nordsee – werde man ein großes Stück näher
kommen, und Schleswig-Holstein werde von diesem
Großprojekt profitieren.
Durch die
geplante Ausdehnung der Wind-Eignungsflächen an Land von
derzeit einem Prozent auf 1,3 Prozent werde sich die
Landwindkapazität von derzeit 2.700 Megawatt auf rund
6.500 Megawatt im Jahre 2020 erhöhen. Hiervon erhofft
sich das Wirtschaftsministerium auch einen erheblichen
Anstieg der Zahl der Arbeitsplätze in dieser Branche.
Zielmarke ist eine Arbeitsplatz-Zahl von über 10.000.
Allerdings
müsse das Land zugleich auch in moderne konventionelle
Kraftwerke, investieren, heißt es weiter. Die Kernenergie
ist als Brückentechnologie aus Sicht der Landesregierung
ebenfalls vorerst unverzichtbar und stellt einen
erheblichen Wirtschaftsfaktor dar. In ihrem Energiekonzept
spricht sich die Regierung dafür aus, Reststrommengen von
älteren auf jüngere Kernkraftwerke zu übertragen. Das
Land erhofft sich hiervon zusätzliche Einnahmen, die dann
in erneuerbare Energien wie Wind und Biomasse fließen
sollen, ebenso wie in intelligente Speicher-, Transport-
und Leitungstechnologien.
Debatte zum Thema:
plenum-online September
2009
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