Top 07:
Entwurf eines Gesetzes
zur Änderung des Hochschulgesetzes (HSG) – Einführung der
Juniorprofessur – sowie zur Änderung des Landesbeamtengesetzes
(LBG)
Gesetzentwurf der
Landesregierung |
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Top 13:
Einführung einer
zentralen Abiturprüfung
Antrag der Fraktion der CDU |
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Zusage für
Junior-Professuren -
Absage an Studiengebühren
Landtag berät zwei Themen
der Hochschulpolitik
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Kiel (SHL). Der Landtag hat sich in der Ersten Lesung für die
Einführung der sogenannten Junior-Professur und gleichzeitig
erneut gegen Studiengebühren ausgesprochen. Mit der
Junior-Professur, die die bisher übliche Habilitation auf lange
Sicht abgeschaffen soll, haben die Parlamentarier am Freitag, 20.
Juni 2003, die Umsetzung des Hochschulrahmengesetzes auf
Landesebene voran gebracht. Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave
(SPD) bezeichnete den Schritt als kleine "akademische
Kultur-Revolution". Sie betonte jedoch, dass es sich dabei um
einen fließenden Prozess handele. Einer von der CDU und FDP beantragten
Einführung von Studiengebühren erteilte die Ministerin
eine deutliche Absage.
Die Länder sollten sich nicht das Recht nehmen lassen, so Jost
de Jager (CDU), selber Studiengebühren erheben zu können.
"Das hat nichts damit zu tun, dass wir die Kosten für die
Finanzierung der Hochschulen abwälzen wollen auf die
Studierenden." Er bedauerte die Abschaffung der Habilitation.
"Damit wird ein seit anderthalb Jahrhunderten bewährtes
System - ohne Not - in die Tonne gedrückt."
Jürgen Weber (SPD) stellte einen Vergleich auf: In Deutschland
würden Professoren im Schnitt mit 41 Jahren berufen, in Europa
mit 31 Jahren. Die Einführung der Junior-Professur sei eine
"Abkehr vom 19. Jahrhundert". Das gebührenfreie
Erststudium solle auf jeden Fall beibehalten werden. "Wir
wollen keinen Einstieg in Studiengebühren."
Ekkehard Klug (FDP) forderte Unterstützung für die Klage
einiger Länder gegen das Verbot von Studiengebühren. Er könne
sich vorstellen, aus Kostengründen weggefallene Studienplätze -
etwa im Bereich der Medizin - an zahlungswillige Studenten zu
vergeben. "Warum soll man diesen Weg nicht einmal versuchen?" Das Hochschulrahmengesetz bezeichnete er als
"technokratisch".
Angelika Birk (Grüne) freute sich über mehr Rechte und
Selbständigkeit für den wissenschaftlichen Nachwuchs.
"Jetzt kommt es auf das klein Gedruckte an." Dabei setze
sie auf entsprechende Übergangsregelungen. Zum Thema
Studiengebühren forderte sie einen gesellschaftlichen Konsens.
Generell gelte: "Wir brauchen mehr und nicht weniger
Studierende in Deutschland."
Anke Spoorendonk (SSW) begrüßte die Umsetzung des
Hochschulrahmengesetzes. Zwar sei die Junior-Professur
fortschrittlich, die Verbeamtung auf Zeit halte sie jedoch nicht
für innovativ. Zu Gebühren an den Hochschulen sagte sie:
"Wir meinen, dass Studiengebühren generell Studienwillige
abschrecken."
Beschlussfassung:
Der Gesetzentwurf der Landesregierung zum Hochschulgesetz wurde
einstimmig an den Bildungsausschuss überwiesen.
Der Antrag der CDU und FDP
wurde mit den Stimmen von SPD, Grünen und SSW abgelehnt.
Hintergrund:
Die
Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses zum
Universitätsprofessor soll neu gestaltet werden. Geregelt
wird das vom neuen Hochschul-Rahmengesetz des Bundes, das
der Landtag für Schleswig-Holstein umsetzt. Geplant ist
die Einführung einer Juniorprofessur, die an die Stelle
der alt hergebrachten Habilitation treten soll.
Qualifizierte Absolventen sollen möglichst unmittelbar
nach Studienabschluss einen auf maximal sechs Jahre
befristeten Vertrag erhalten, um früher als bislang
üblich Professor zu werden und eigenverantwortlich in
Forschung und Lehre arbeiten zu können. Dadurch sollen
junge Top-Wissenschaftler im Lande gehalten werden.
Im Rahmen eines Bund-Länder-Programms soll in den
kommenden drei Jahren jede Juniorprofessur mit 60.000 Euro
gefördert werden. In Schleswig-Holstein sind bisher 22
Stellen ausgeschrieben, von denen bis Februar dieses
Jahres 13 besetzt waren. |
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Nord-CDU bleibt allein mit
Forderung nach Zentralabitur
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Kiel (lno/SHL). Mit ihrer Forderung nach einem Zentralabitur
steht die CDU im Schleswig-Holsteinischen Landtag weiterhin allein. Alle anderen Fraktionen sprachen sich am Freitag,
20. Juni 2003, gegen die zentrale Abschlussprüfung aus. Der Norden hinke damit den meisten
Bundesländern hinterher, beklagte die CDU-Bildungspolitikerin Sylvia
Eisenberg. Zwölf von 16 Ländern hätten das Zentralabitur bereits oder
wollten es einführen. Es gehe um mehr Gerechtigkeit und Transparenz,
sagte Eisenberg: "Landesweit einheitlich gestellte Prüfungsaufgaben auf der Basis
gesicherter Standards und Zielvorgaben sind schlicht und einfach gerechter, weil sie an alle Oberstufenschüler die gleichen
Anforderungen stellen".
Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) lehnte das Zentralabitur
ab. Das Land gehe andere Wege, um in den Prüfungen Vergleichbarkeit,
Qualitätssicherung und Gerechtigkeit zu gewährleisten. Die dezentral
gestellten Aufgaben würden bereits durch die Schulaufsicht geprüft und
genehmigt, sagte Erdsiek-Rave. Und der
SPD-Abgeordnete Henning Höppner betonte, Schleswig-Holsteins Gymnasien
seien leistungsstark und prüfungserfahren.
Auch der FDP- Bildungspolitiker Ekkehard
Klug lehnte die Initiative der Union ab: "Ein Zentralabitur bietet
keine Gewähr für ein hohes Niveau gymnasialer Bildung". Ziel
müsse sein, fügte Angelika Birk (Grüne) hinzu, mehr Anreize zum
Qualitätswettbewerb zu schaffen und nicht neue
"Zwangsveranstaltungen". Die SSW-Vorsitzende im Landtag,
Anke Spoorendonk, sah ein weiteres Problem mit dem Zentral-Abi als
nicht beseitigt an, nämlich "das Problem der Zensuren-Gebung
in den Griff zu bekommen".
Hintergrund:
Sieben der 16
Bundesländer geben über ihre Bildungsministerien zentral
die Aufgaben für die schriftlichen Abiturprüfungen vor:
Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Saarland, Thüringen,
Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Über die
Einführung des Zentralabiturs wird auch in Hessen,
Niedersachsen, Berlin und Brandenburg nachgedacht.
Befürworter betonen, durch die zentralen
Prüfungen würde die Vergleichbarkeit der Reifezeugnisse
erhöht und damit eine größere Gerechtigkeit und mehr
Leistungsanreize geschaffen. Demgegenüber verweisen
Kritiker darauf, dass zentral vorgegebene Tests zu einem
auf stures Fakten-Lernen ausgerichteten Unterricht
führten. |
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