Kiel (SHL). Vor dem Hintergrund rückläufiger
Unternehmensgewinne der schleswig-holsteinischen Agrar-Betriebe
hat die Landesregierung dem Landtag den Agrarreport 2003
vorgelegt. 2001/2002 seien die Erträge in der Landwirtschaft um
16 Prozent im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum zurückgegangen, sagte Umweltminister Klaus Müller (Grüne) am
Freitag, 20. Juni 2003. Trotzdem lägen die Einkommen der
hiesigen Bauern aber nach wie vor über dem Bundesdurchschnitt.
Laut Verbraucherschutzministerin Heide Moser (SPD), die zu dem
Thema "Verbraucherverhalten" sprach, sind die Preise
für Lebensmittel im ersten Halbjahr 2003 um 1,1 Prozent
gesunken.
Der Unternehmensgewinn im Wirtschaftsjahr 2001/2002 lag bei
36.000 Euro, so Müller. Zwar seien die Erträge rückläufig
– und daran werde sich wohl auch in Zukunft nicht viel ändern
– doch diese Zahlen seien vor dem Hintergrund eines
außerordentlich ertragreichen Vorjahres zu betrachten. Den
Rückgang bei den Lebensmittelpreisen bezeichnete Ministerin
Moser auf den ersten Blick als gut. Auf lange Sicht würde sich
dieser Trend jedoch negativ auf die Qualität der Nahrungsmittel
auswirken.
Die agrarpolitischen Sprecher der Opposition kritisierten
insbesondere zu hohe Ausgleichszahlungen und Subventionen im
Bereich der ökologischen Landwirtschaft. 58 Prozent der
Einkommen, oder 22.000 Euro, bestünden aus Ausgleichszahlungen,
merkte Günther Hildebrand (FDP) an. Und sein Parlamentskollege
Peter Jensen-Nissen (CDU) warf der Ministerpräsidentin in Bezug
auf die konventionelle Landwirtschaft vor: "Sie
haben Land- und Ernährungswirtschaft in diesem Land als ihre
Stiefkinder behandelt."
Die Redner von SPD, Grünen und SSW warnten vor
Schwarzmalerei. "Wir sollten uns davor hüten, die
Erwerbsmöglichkeiten in der Landwirtschaft schlecht zu
reden", sagte Friedrich-Carl Wodarz (SPD). Ähnlich sah
dies Lars Harms (SSW): "Der Landwirtschaft geht es – auf
lange Sicht – verhältnismäßig gut." Und Detlef Matthiessen
(Grüne) forderte den Ausbau der Öko-Landwirtschaft. Er sehe
besondere Gefahr durch große Handelsketten und
"Landwirtschafts-Imperialismus".
Ende 2001 gab es in Schleswig-Holstein etwas über
19.000 Bauernhöfe, davon 10.000 Vollerwerbsbetriebe. 400
Höfe betrieben ökologischen Landbau. Der ökologisch
bewirtschaftete Anteil an der gesamten Agrarfläche betrug
damit 2,3 Prozent.
Der Bericht wurde einstimmig zur abschließenden Beratung dem
Agrarausschuss zugeleitet.