"Wir halten eine Gemeindefinanzreform für
überfällig", sagte Klaus-Peter Puls (SPD). Er forderte
eine sichere, von der Konjunktur unabhängige Gewerbesteuer, zum
Beispiel durch eine Besteuerung der Mieten und eine Gewerbesteuer
für Freiberufler. Der Änderungsantrag der CDU enthalte nicht das
Kern-Element des Koalitions-Entwurfes, nämlich die konjunktur-unabhängigen
Einnahmen.
CDU: Gewerbe-Steuerumlage zurückziehen
Peter Lehnert (CDU) gab die Schuld an den
dramatischen Entwicklungen bei der Gewerbesteuer den rot-grünen
Regierungen in Bund und Land. Er forderte deshalb insbesondere die
Rücknahme der von der Bundesregierung beschlossenen
Gewerbesteuer-Umlage. Statt dessen sollten die Kommunen mit drei
Prozent statt wie bisher mit 2,2 Prozent an den Einnahmen bei der
Umsatzsteuer beteiligt werden.
Günther Hildebrand (FDP) würdigte einige Punkte
des Entwurfes der Regierungskoalition. Jedoch: "In
entscheidenden Punkten sind wir anderer Meinung." So sei eine
erhöhte Beteiligung der Kommunen an der Einkommens- und
Körperschaftssteuer die wirksamere Lösung. Grund: Die
Gewerbesteuer verhindere nur notwendige Investitionen. "Kühe,
die man melken will, soll man nicht schlachten", so das Fazit
des FDP-Politikers.
Monika Heinold (Grüne) forderte zur Unterstützung
für das rot-grüne Modell auf, da es insbesondere auf den
Forderungen der Kommunen basiere. Die Einnahmen der Gemeinden
würden so konjunktur-unabhängiger und damit kalkulierbarer.
Jedoch: Auch die Kommunen müssten sich Gedanken darüber machen, wo
noch Einsparmöglichkeiten bestünden. Der Änderungsantrag der CDU
lasse "die Kommunen im Regen stehen".
Anke Spoorendonk (SSW) erwähnte, dass der Anteil
der Kommunen an den gesamten Steuereinnahmen von 14 Prozent im
Jahre 1980 auf unter zwölf Prozent im vergangenen Jahr zurück
gegangen sei. Sie forderte, die geplante Zusammenlegung von
Arbeitslosen- und Sozialhilfe müsse langfristig überarbeitet
werden.
Finanzminister Ralf Stegner (SPD) mahnte, die
geplanten Änderungen dürften nicht zu Lasten der Länder gehen.
Eine modernisierte Gewerbesteuer müsse die Interessen der kleinen
und mittleren Unternehmen berücksichtigen. "Wir haben alle
gesündigt, aber ihr Sündenregister haben wir noch lange nicht
erreicht", entgegnete der Minister auf die Vorwürfe der CDU,
Rot-Grün sei für die Finanzmisere der Kommunen verantwortlich.