Stegner bestätigt Verkauf der LEG-Mehrheitsanteile
Landtag verlangt
detaillierte Informationen
Kiel (SHL). Der kürzlich von
der Landesregierung angekündigte Verkauf ihrer Mehrheitsanteile
an der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) hat die FDP auf den
Plan gerufen. Mittels eines Dringlichkeitsantrages, der am
Mittwoch von allen Fraktionen gebilligt worden war, hoben die
Liberalen das Thema auf die Tagesordnung. In der Aussprache
bestätigte Finanzminister Ralf Stegner (SPD) am Donnerstag, 19.
Juni 2003, das Vorhaben, demnach der neu gegründeten HSH Nordbank
die Landesanteile in Höhe von 50,7 Prozent- angeboten wurden. Der
Kaufpreis stehe noch nicht fest, sagte Stegner.
Er versprach, dem Parlament
rechtzeitig ein verlässliches Wertgutachten vorzulegen. Bis Ende
August soll das Geschäft getätigt sein. Weiter kündigte der
Finanzminister an, vor einer Veräußerung den Geschäftsbereich
Regionalentwicklung auszugliedern und ihn als GmbH mit
Landesbeteilung fortzuführen. Damit werde das "effektive
Instrument" der Landesplanung erhalten und konzentriert
weitergeführt. Geschlossen forderte der Landtag die
Landesregierung auf, dem Landesrechnungshof das Wertgutachten und
die Vertragsentwürfe vorzulegen. Dort sollen sie bis zum 11.
August geprüft werden, damit der Landtag in den Ausschüssen vor
der August-Tagung (27.- 29.) über detaillierte Fakten beraten
kann.
Die LEG bildet mit fünf
Tochterunternehmen den LEG-Unternehmensverbund, der nach eigenen
Angaben über rund 22.000 Mietwohnungen in 60 Städten und
Gemeinden verfügt. Kommt das Geschäft zustande, würde die
Nordbank insgesamt rund 60 Prozent an der LEG halten. Den Rest
besitzt die Hamburger B&L Immobilien AG.
Hauptredner: Heiner
Garg (FDP), Ursula Kähler (SPD), Hans-Jörn Arp (CDU), Monika
Heinold (Grüne), Anke Spoorendonk (SSW), Minister Ralf Stegner
(SPD)
Hintergrund:
Die
Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) ist ein umfassender
Dienstleister im Bereich Grundstücke und Immobilien. Die
Gesellschaft mit Sitz in Kiel betreut Wohnungs- und
städtebauliche Projekte, besorgt die Vermietung und
Bewirtschaftung von Wohnraum und ist als
Immobilien-Verkäufer tätig. Die LEG bildet mit fünf
Tochterunternehmen den LEG-Unternehmensverbund. Dieser
Verbund wies im Jahre 2001 eine Konzernbilanzsumme von
1,229 Milliarden Euro und einen Umsatzerlös von 8,9
Millionen Euro auf. Der LEG-Verbund verfügt nach Eingaben
über 22.000
Mietwohnungen in 60 Städten und Gemeinden. Rund 550
Mitarbeiter sind für das Unternehmen tätig.
Die
Landesregierung plant, den Landesanteil an der LEG von
50,07 Prozent zum 31. August an die neu gegründete HSH
Nordbank AG zu veräußern. (mehr
Infos: "plenum-online",
Mai 2003)
mehr Infos: Webauftritt
der Landesentwicklungsgesellschaft
mbH
(www.leg-sh.de)
Stichwort:
Die
Tagesordnung einer Landtagssitzung wird circa eine Woche
vor Tagungsbeginn im Ältestenrat festgelegt. Ein
Beratungsgegenstand, der nicht auf der Tagesordnung steht,
kann nur dann kurzfristig eingeschoben werden, wenn der
Landtag die Dringlichkeit feststellt. Dazu sind zwei
Drittel der abgegebenen Stimmen nötig. Gleichzeitig mit
der Abstimmung über die Dringlichkeit wird die Einordnung
des Gegenstandes in die Tagesordnung vorgenommen.
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