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Polizeireform
auf dem parlamentarischen Prüfstand
Landtag weitgehend einig / mehr Beamte für
"Streife"
Kiel (lno/SHL). Der schleswig-holsteinische Landtag hat die
Weichen für eine Reform der Landespolizei gestellt. Nach den Vorstellungen der Landesregierung sollen die
Organisations-Einheiten
mit Führungs- und Stabsaufgaben von 24 auf elf Einheiten reduziert werden.
Acht
neue Flächendirektionen mit Sitz in Kiel, Neumünster, Flensburg, Husum, Itzehoe, Bad Segeberg, Lübeck und Ratzeburg seien vorgesehen,
sagte Innenminister Klaus Buß (SPD/Foto) am Donnerstag, 17. Juni 2004. Weitere
Direktionen sind in Eutin (Aus- und Fortbildung) sowie in Kiel mit einem neuen Landespolizeiamt und dem Landeskriminalamt geplant.
Dadurch werde der Personalbestand auf der Führungs- und Stabsebene
in den nächsten Jahren um 25 Prozent auf 1.034 Stellen reduziert,
betonte der Innenminister. 160 Beamte sollen künftig den Ermittlungs-
und Streifendienst vor Ort verstärken. Die
Polizei kann künftig angemessener reagieren und wird auf
moderne Zeiten eingestellt, so Buß: " Wir leisten
der Polizei in Schleswig-Holstein einen guten Dienst".
Weitgehende
Einigkeit - punktuelle Kritik
Alle Fraktionen des Landtags begrüßten grundsätzlich den
Reformvorschlag. Der CDU-Abgeordnete Klaus Schlie (Foto)
kritisierte aber
eine fehlende Begründung für die künftige Zahl der Direktionen;
die Neuorganisation der polizeilichen
Regionalebene sei nicht nachvollziehbar. Generell seien die
Beschlüsse der Reformkommission zu hektisch umgesetzt worden.
Schlie: "Wir tragen das Gesetz mit, aber nicht nach dem
Motto: Die Mehrheit zählt, wir peitschen das durch."
Die Reform sei nicht der Weisheit letzter Schluss, befand
auch FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki (Foto)
und zeigte sich besorgt, dass die neue Struktur
zu weiteren Einsparungen bei der Polizei und damit zu einem Stellenabbau führen könnte.
"Es darf keinen Ausverkauf von
polizeilichen Aufgaben geben. Es darf keinen weiteren Stellenabbau
im Vollzugsbereich geben. Es darf keine Einbußen bei der
Ermittlungsarbeit geben", so Kubicki.
Demgegenüber lobten
die Redner von Rot-Grün, Thomas Rother (SPD/Foto) und Irene Fröhlich
(Grüne/Foto), die bisherige Transparenz des Verfahrens.
Viele Führungskräfte der Polizei haben
sich bei der Entwicklung der Reform selbst in Frage gestellt;
ihnen gebührt hoher Respekt, sagte Rother und beschied: Durch
die Reform könne eine komplette Führungsebene entfallen -
"das ist echter Bürokratieabbau". Und Fröhlich
betonte, dass die Ansprechpartner der Polizei vor Ort für die
Bürger bestehen blieben. Durch die Bündelung von Stabsaufgaben
könnten jetzt zusätzliche Kräfte den operativen Dienst
verstärken.
Die
Gleichbehandlung des Landespolizeiamtes und des
Landeskriminalamtes ist fraglich und muss geklärt werden,
forderte Silke Hinrichsen (Foto)
von der SSW-Landtagsgruppe für die
weitere Beratung im Innen- und Rechtsausschuss, an den der
Gesetzentwurf überwiesen wurde.
Hintergrund:
Die Landesregierung will die
schleswig-holsteinische Landespolizei umstrukturieren und
damit Kapazitäten für die bürgernahe Polizeiarbeit
freimachen. Vorgesehen ist laut dem Entwurf zum
Polizei-Organisationsgesetz die Reduzierung der
Organisationseinheiten mit Führungs- und Stabsaufgaben
von 24 auf elf. Dies sollen die acht neuen
Flächendirektionen mit Sitz in Kiel, Neumünster,
Flensburg, Husum, Itzehoe, Bad Segeberg, Lübeck und
Ratzeburg, die Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung
in Eutin sowie das neue Landespolizeiamt und das
Landeskriminalamt in Kiel sein. Hierdurch, so die
Schätzungen des Innenministeriums, wird der
Personalbestand auf der Führungs- und Stabsebene in den
nächsten Jahren um 25 Prozent auf 1.034 Stellen
reduziert. Dieser Bereich wird damit um 347 Stellen
verkleinert, von denen 160 den Ermittlungs- und
Streifendienst vor Ort verstärken sollen.
Durch die Umgestaltung entstehen laut
Innenministerium ab 2006 jährliche Kosten von 50.000 Euro
für Mieten. Dies soll durch den sozialverträglichen
Abbau von ein bis zwei Stellen gegenfinanziert werden.
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