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Top 13 : 
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Grundwasserabgabengesetzes (GruWAG)
Gesetzentwurf der Landesregierung

Drucksache: 15/3491
-Plenarprotokoll-
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       gemeinsame Beratung mit
Top 27: 
Grundwasserentnahmeabgabe (GruWAG)
Bericht der Landesregierung

Drucksache: 15/3492


Top 29: 
Umsetzung des Programms „Fahrradfreundliches Schleswig-Holstein"
Bericht der Lan
desregierung
Drucksache: 15/3494
-Plenarprotokoll-
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Grundwasser-Preise sollen steigen
Landesregierung legt Gesetzentwurf vor

Kiel (SHL). Das Land will künftig eine höhere Grundwasser-Entnahme-Abgabe (GruWAG) kassieren. Dies prangerte die Opposition von CDU und FDP am Mittwoch, 16. Juni 2004, als neuerlichen Griff in die Taschen der Bürger an. Rot-Grün und SSW verwiesen dagegen auf die gestiegenen Kosten für den Grundwasserschutz und die marode Lage der Landesfinanzen. Mit der Änderung des Grundwasserabgaben-Gesetzes in der von der Landesregierung vorgeschlagenen Form würden sich die Gebühren auf den Kubikmeter Grundwasser von 5,1 auf elf Cent verdoppeln. Betriebe, die eigene Anlagen zur Grundwasser-Entnahme betreiben, sollen von der Erhöhung ausgenommen werden. Für Großabnehmer sind Sondertarife vorgesehen.

Besonders kritisiert wurde von der Opposition, dass mit der Gesetzesänderung die Zweckbindung der eingenommen Gebühren an Maßnahmen für den Gewässerschutz fallen soll. Künftig sollen dafür nur noch 75 statt wie bisher 100 Prozent der GruWAG zur Verfügung stehen. Das übrige Viertel würde direkt in der Kasse von Finanzminister Ralf Stegner (SPD) landen. Damit sei – angesichts der schlechten Finanzlage im Land – "die nächste Erhöhung nach Kassenlage" zur Sanierung des Landeshaushaltes vorprogrammiert, argwöhnte Ursula Sassen (CDU). "Ein kläglicher Versuch die rot-grünen Haushaltslöcher zu kaschieren", stimmte Günther Hildebrand (FDP) in die Kritik ein. Auch der SSW-Abgeordnete Lars Harms, der eine Erhöhung der GruWAG im Prinzip begrüßte, erklärte: Einer Aufhebung der strikten Zweckbindung werde der SSW nur bei einer zeitlichen Befristung zustimmen.

Müller: "Erhöhung mit viel Augenmaß"

Dagegen verteidigte Umweltminister Klaus Müller (Grüne) in seinem Bericht zum Thema die Aufhebung der Zweckbindung angesichts der Haushaltslage als angemessen. Diese sei auch laut Urteil des Bundesgerichtshofes verfassungsrechtlich unbedenklich. Zudem erfolge die Erhöhung "mit viel Augenmaß". Auf den durchschnittlichen Verbraucher kämen pro Jahr 2,70 Euro Mehrkosten zu, auf Gewerbebetriebe höchstens 100 Euro, rechnete Müller vor.

Schleswig-Holstein hätte auch nach einer Erhöhung im Bundesvergleich noch immer den zweitniedrigsten Preis für Trinkwasser, wies auch Helmut Jacobs (SPD) Bedenken der Opposition zurück, die GruWAG könne der Konjunktur im Norden schaden. Auf die Lenkungswirkung der Abgabe verwies Detlef Matthiessen (Grüne): Wasser sei eine endliche Ressource. Die GruWAG halte zum sparsamen Umgang mit dem kostbaren Rohstoff Grundwasser an.

Auf einstimmigen Landtagsbeschluss wird der Umwelt-Ausschuss über den Gesetzesantrag und den Bericht des Umweltministers zur GruWAG weiterberaten.

Hintergrund:
  Der Landtag hat im Dezember 2003 mit rot-grüner Mehrheit auf Antrag der Landesregierung eine Erhöhung der Grundwasser-Entnahmeabgabe beschlossen. Seit 1. Januar 2004 zahlen private Wasserkunden 11 Cent pro Kubikmeter Grundwasser (zuvor: 5,1 Cent). Für einen „Durchschnittsverbraucher" von 150 Litern pro Tag ergibt sich dadurch nach Regierungsangaben eine jährliche Zusatzbelastung von 2,60 Euro. Im Vorjahr sind durch die Abgabe 12,7 Millionen Euro in den Landeshaushalt geflossen. Schleswig-Holstein ist eines von zehn Bundesländern, die einen solchen „Wassergroschen" erheben. Nach Berlin (31 Cent) ist die schleswig-holsteinische Abgabe (gemeinsam mit Baden-Württemberg und Brandenburg) die höchste.
  Die Regierung legt dem Landtag einen Entwurf zur Änderung des Grundwasserabgabengesetzes vor. Das Umweltministerium will damit die oben genannten Änderungen für den Zeitraum nach 2005 festschreiben. Hintergrund: Die Anhebung ist Teil des Landeshaushalts 2004/05 und hätte damit ab 2006 keine Rechtsgültigkeit mehr.

mehr Informationen: "plenum-online", Dezember 2003
(www.sh-landtag.de/plenumonline/dez03/text
e/06_14_haushal.htm)

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Zahlen aus dem Fahrradland
 Nummer Eins
Opposition: Zu wenig Geld für Radwegebau

Kiel (SHL). Zum wiederholten Mal in dieser Legislaturperiode hat sich der Landtag am Mittwoch, 16. Juni 2004, mit dem Fahrrad-Verkehr in Schleswig-Holstein beschäftigt. Dem komme im Land zwischen den Meeren eine nicht zu unterschätzende touristische Bedeutung zu, so die einhellige Meinung im Plenum. Bis auf die Liberalen betonten die Sprecher aller Fraktionen darüber hinaus auch die Bedeutung des Radverkehrs für die Verbesserung der Verkehrssituation in den Ballungsräumen. Während SPD und Grüne in der Debatte jedoch vor allem auf die Erfolge der rot-grünen Förderpolitik für den Radverkehr verwiesen, kritisierten CDU und FDP: Die Hauptlast für den Radwegebau trage nicht das Land, sondern die Gemeinden - und auf die wälze Rot-Grün immer wieder finanzielle Lasten ab. Angesichts der desolaten Finanzlage sei auf der kommunalen Ebene inzwischen kaum noch Geld für den Radwegebau vorhanden.

Anlass der Debatte war ein von Rot-Grün beantragter Bericht zum Landesprogramm "Fahrradfreundliches Schleswig-Holstein". Demnach ist Schleswig-Holstein im Bundesvergleich Fahrradland Nummer Eins. Kein anderes Bundesland habe eine so hohe Radwegedichte, stellte Verkehrsminister Bernd Rohwer (SPD) fest. So seien 80 Prozent aller Bundes- und 50 Prozent aller Landesstraßen mit Radwegen ausgestattet. Um die Qualität des Radverkehrs weiter zu verbessern, arbeite sein Ministerium derzeit an einem Plan für ein landesweites Radverkehrswegenetz. Daneben gebe es eine ganze Reihe von Initiativen, vom Fahrradforum über die Fahrradmitnahme in Nahverkehrszügen bis zur neuen Tourismusbroschüre "Bett & Bike", die das Land finanziell gefördert hat.

Den Bericht des Ministers hat der Landtag einstimmig zur abschließenden Beratung in den Umweltausschuss überwiesen.

Stimmen aus der Debatte:

Hans-Jörn Arp (CDU): Wir brauchen keine weiteren Prospekte, wir brauchen Investitionen - und die werden gekürzt. Wir brauchen gut ausgebaute Radwege quer durch unser Land. Da fehlen bisher Konzepte.

Hermann Benker (SPD):  Schleswig-Holstein hat eine vorbildliche Vernetzung der Radwege durchgesetzt, die es sonst im Bundesgebiet so nicht gibt.

Christel Aschmoneit-Lücke (FDP): In sieben Jahren wurden 150 Kilometer neue Radwege gebaut. Das sind gerade einmal 21 Kilometer pro Jahr - obwohl es ein Schwerpunkt rot-grüner Verkehrspolitik ist.

Karl-Martin Hentschel (Grüne): In Schleswig-Holstein ist der Anteil der Verkehrsinvestitionen für den Radverkehr nicht gekürzt worden - trotz schwieriger Haushaltslage.

Lars Harms (SSW): Das größte Problem ist immer noch die geringe tägliche Nutzung. Das Fahrrad muss ein echter Verkehrsträger werden, das ist nicht zum Null-Tarif zu haben.

Hintergrund:
  Das Fahrrad kann hat Zukunftspotenzial, sowohl als Verkehrsmittel als auch im Tourismus. Insbesondere in Ballungsräumen kann es zur Lösung von Verkehrsproblemen beitragen: So nimmt das Rad beispielsweise beim Parken nur ein Fünftel und beim Fahren nur ein Zehntel des Raumes in Anspruch, den ein Auto benötigt. Ein mit dem Fahrrad zurückgelegter Kilometer kostet die öffentliche Hand nur einen Cent, während ein Personenkilometer im Auto, im Bus oder in der Bahn das zehn- bis 20-fache kostet. 42 Prozent der Urlauber in Schleswig-Holstein nutzen das Fahrrad.
  Eine Voraussetzung für den Wechsel in den Sattel ist eine intakte Infrastruktur. Die Landesregierung nennt in ihrem vom Landtag beantragten Bericht als einen Schwerpunkt die Schaffung eines einheitlichen, flächendeckenden Radverkehrsnetzes. Für die Planung dieses Netzes sind beim zuständigen Verkehrsministerium insgesamt 200.000 Euro veranschlagt.
  80 Prozent der Bundesstraßen (1.270 Kilometer) und 50 Prozent der Landesstraßen (2.088 Kilometer) sind in Schleswig-Holstein mit einem Radweg ausgestattet. Die Regierung weist darauf hin, dass seit Erstellung des Programms „Fahrradfreundliches Schleswig-Holstein" im Jahr 1998 bis zum Jahresende 2004 insgesamt 150 Kilometer neue Radwege an Landesstraßen entstanden sein werden. Investitionsvolumen: 22,7 Millionen Euro. Hinzu kommen 78 Projekte innerhalb geschlossener Ortschaften, davon neun in Kiel und fünf in Lübeck.

mehr Informationen: "plenum-online",(www.sh-landtag.de/plenumonline/januar2004/
texte/30_18_grenzweg_radverkehr.htm)
mehr Informationen: "plenum-online",(www.sh-landtag.de/
plenumonline/februar03/
texte/10_26_fahrrad_strandparken.htm)

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