Kiel (SHL). Einmütig hat der
Landtag am Freitag, 18. Juni 2004, begrüßt, dass die
Bundesmittel für die deutsche Minderheit in Nordschleswig im
laufenden Etat nicht gekürzt werden. Die Kürzung um 474.000
Euro drohte, weil auch die Minderheitenpolitik im Papier zum
Subventionsabbau der Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) und
Peer Steinbrück (SPD) auf die Streichliste geraten war. Danach
hätten in den Jahren von 2004 bis 2006 jährlich jeweils vier
Prozent der Bundesmittel für die deutsche Minderheit eingespart
werden sollen. Mittlerweile habe ihm der Staatssekretär des
Innern versichert, dass die Kürzung nicht weiter verfolgt
werde, berichtete Finanzminister Ralf Stegner (SPD) dem Landtag
auf Antrag der FDP.
Die Förderung der Minderheiten auf beiden
Seiten der deutsch-dänischen Grenze dürfe nicht als Subvention
betrachtet werden, so die einhellige Meinung im Plenum. Sie
leiste einen wichtigen Beitrag für das Zusammenwachsen der
Grenzregion. Kritisiert wurde das Vorgehen der FDP bei diesem
sensiblen Thema: Ihr Informationsbedürfnis hätten die
Liberalen auch mit einer Kleinen Anfrage statt mit einem
Berichtsantrag stillen können, so die Meinung der übrigen
Landtagsparteien. Dadurch dass das Thema auf die Tagesordnung gehoben
wurde, sei die Minderheitenpolitik der Gefahr ausgesetzt worden,
in eine parteipolitisch gefärbte Debatte hineingezogen zu
werden, so die Kritik.
Zum Abschluss der Debatte präsentierte die CDU-Abgeordnete
Caroline Schwarz dem Plenum ein Fax des Bundestagsabgeordneten
der Union Dietrich Austermann. Demnach habe der
Haushaltsausschuss des Bundes beschlossen, die Kürzungen für
die Förderung der deutschen Minderheit nicht nur für 2004,
sondern auch für die Folgejahre zurück zu nehmen.
Stimmen aus
der Debatte:
Ekkehard Klug (FDP): "Warum
war die Landesregierung nicht in der Lage, von vornherein eine
Herausnahme der deutschen Volksgruppe aus dem
Koch-Steinbrück-Papier zu erreichen?"
Ulf Hielmcrone (SPD): Die
Minderheiten erbringen eine wichtige Dienstleistung, nämlich
die der bewussten engen Verzahnung von Nachbarstaaten und –nationen.
Caroline Schwarz (CDU): Die
Deutsche Volksgruppe ist an einem Punkt angekommen, an dem
Einsparungen an die Substanz gehen.
Irene Fröhlich (Grüne): Wenn es
nach den Grünen gegangen wäre, dann hätten die
Minderheitenmittel niemals zur Disposition gestanden.
Anke Spoorendonk (SSW):
Minderheitenförderung ist eine staatspolitische Verantwortung
und eine gesamtgesellschaftliche Verpflichtung. Ein Abbau der
Förderung der Minderheiten durch den Bund würde die
vorbildliche Minderheitenpolitik des Landes konterkarieren.