Auf dieser Seite: Verlässliche Grundschule  -  Deutsche Minderheit

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Top 22: 
Sicherung der Unterrichtsqualität im Rahmen der "Verlässlichen Grundschule"
Antrag der Fraktion der FDP
Antrag der Fraktionen von SPD und B`/Grüne – Drs. 15/3526

Drucksache: 15/3504
-Plenarprotokoll-
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Top 21: 
Bericht zur Förderung der deutschen Minderheit in Nordschleswig
Antrag der Fraktion der FDP
Drucksache: 15/3503
-Plenarprotokoll-
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Grundschulen: Verlässlichkeit nur durch ein Mehr Betreuung?
Liberale sehen keinen verbesserten Unterricht / 
 Rot-Grün fordert 250 neue Lehrerstellen bis 2007

Kiel (SHL). Unterricht von 8.00 bis 12.00 Uhr – das will die Landesregierung im Rahmen der Verlässlichen Grundschule garantieren. Die Liberalen hingegen befürchten, dass dabei andere wichtige Angebote wie etwa Förderstunden auf der Strecke bleiben könnten und forderte am Donnerstag, 17. Juni, die Landesregierung auf, dies zu verhindern. Die rot-grüne Koalition legte mit einem eigenen Antrag nach und verlangte bis zum Jahr 2007 insgesamt 250 neue Planstellen.

Die Verlässliche Grundschule ist bereits zum Beginn des Schuljahres 2003/2004 an 106 Schulen im Hamburger Randgebiet eingeführt worden. Ob diese Einführung der festen Unterrichtszeiten eine Qualitätsverbesserung gegeben hat, ist zwischen Regierung und Opposition umstritten. Die Christdemokraten stimmten dem Ziel der Verlässlichkeit zwar grundsätzlich zu, sahen aber bislang nur eine Betreuung der Schüler als gegeben.

In alternativer Abstimmung setzte sich der Antrag von Rot-Grün mit Unterstützung des SSW gegen den Antrag der FDP durch. Die CDU unterstützten die Liberalen vergeblich.

Stimmen aus der Debatte:

Ekkehard Klug (FDP): Aus der Verlässlichen Grundschule soll keine vernachlässigende Grundschule werde. Die Schulen dürfen keine Aufbewahrungsanstalten werden.

Henning Höppner (SPD): Mit der Verlässlichen Grundschule  können die 45-Minuten-Häppchen im Schultag in eine kindgerechte Rhythmisierung der Lernzeiten überwunden werden.

Sylvia Eisenberg (CDU): Will man Verlässlichkeit garantieren ohne zusätzliche Lehrerstunden, so kommt unter dem Strich nur ein Mehr an Betreuung, aber kein Mehr an Bildung heraus.

Angelika Birk (Grüne): Schule darf sich beispielsweise nicht nach Busfahrzeiten richten, sondern umgekehrt.

Anke Spoorendonk (SSW): Den Schulen muss so viel Luft zum Atmen gelassen werden, dass sie Vor-Ort gerechte Lösungen entwickeln können.

Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD): Das Geld ist knapp, daraus müssen wir das Beste machen. Die überwiegende Mehrheit der Schulen macht bei dem Projekt kreativ mit.

Hintergrund:
  Die Landesregierung hat am Anfang des laufenden Schuljahres mit der Einführung so genannter „Verlässlicher Grundschulen" begonnen, in denen für die 1. und 2. Klasse ein fester Unterrichtsblock von 8 bis 12 Uhr, für die 3. und 4. Klasse von 8 bis 13 Uhr garantiert werden soll. Die Schulen erhalten dafür pro Klasse mit 22 Schülern 1,1 Lehrerstunden zusätzlich. Zunächst ist das Projekt nur im Hamburger Randgebiet eingeführt worden; innerhalb der nächsten vier Jahre soll es jedoch Flächen deckend Anwendung finden.
  Die FDP befürchtet negative Auswirkungen auf andere Schulangebote. So sollen beispielsweise Förderstunden und Integrationskurse (wie Deutsch als Zweitsprache), aber auch der Hauptschulunterricht an Grund- und Hauptschulen nach Willen der Liberalen durch die Unterrichtsgarantien der „Verlässlichen Grundschule" keine Kürzungen erfahren.

mehr Informationen: "plenum-online", Februar 2003
(www.sh-landtag.de/plenumonline/februar03/
texte/20_25_verla
essliche_schule.htm)

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Landtag an der Seite der 
Deutschen Minderheit
Appell aus Kiel: Nordschleswig darf nicht
unter Kürzungen leiden

Kiel (SHL). Einmütig hat der Landtag am Freitag, 18. Juni 2004, begrüßt, dass die Bundesmittel für die deutsche Minderheit in Nordschleswig im laufenden Etat nicht gekürzt werden. Die Kürzung um 474.000 Euro drohte, weil auch die Minderheitenpolitik im Papier zum Subventionsabbau der Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) und Peer Steinbrück (SPD) auf die Streichliste geraten war. Danach hätten in den Jahren von 2004 bis 2006 jährlich jeweils vier Prozent der Bundesmittel für die deutsche Minderheit eingespart werden sollen. Mittlerweile habe ihm der Staatssekretär des Innern versichert, dass die Kürzung nicht weiter verfolgt werde, berichtete Finanzminister Ralf Stegner (SPD) dem Landtag auf Antrag der FDP.

Die Förderung der Minderheiten auf beiden Seiten der deutsch-dänischen Grenze dürfe nicht als Subvention betrachtet werden, so die einhellige Meinung im Plenum. Sie leiste einen wichtigen Beitrag für das Zusammenwachsen der Grenzregion. Kritisiert wurde das Vorgehen der FDP bei diesem sensiblen Thema: Ihr Informationsbedürfnis hätten die Liberalen auch mit einer Kleinen Anfrage statt mit einem Berichtsantrag stillen können, so die Meinung der übrigen Landtagsparteien. Dadurch dass das Thema auf die Tagesordnung gehoben wurde, sei die Minderheitenpolitik der Gefahr ausgesetzt worden, in eine parteipolitisch gefärbte Debatte hineingezogen zu werden, so die Kritik.

Zum Abschluss der Debatte präsentierte die CDU-Abgeordnete Caroline Schwarz dem Plenum ein Fax des Bundestagsabgeordneten der Union Dietrich Austermann. Demnach habe der Haushaltsausschuss des Bundes beschlossen, die Kürzungen für die Förderung der deutschen Minderheit nicht nur für 2004, sondern auch für die Folgejahre zurück zu nehmen.

Stimmen aus der Debatte:

Ekkehard Klug (FDP): "Warum war die Landesregierung nicht in der Lage, von vornherein eine Herausnahme der deutschen Volksgruppe aus dem Koch-Steinbrück-Papier zu erreichen?"

Ulf Hielmcrone (SPD): Die Minderheiten erbringen eine wichtige Dienstleistung, nämlich die der bewussten engen Verzahnung von Nachbarstaaten und –nationen.

Caroline Schwarz (CDU): Die Deutsche Volksgruppe ist an einem Punkt angekommen, an dem Einsparungen an die Substanz gehen.

Irene Fröhlich (Grüne): Wenn es nach den Grünen gegangen wäre, dann hätten die Minderheitenmittel niemals zur Disposition gestanden.

Anke Spoorendonk (SSW): Minderheitenförderung ist eine staatspolitische Verantwortung und eine gesamtgesellschaftliche Verpflichtung. Ein Abbau der Förderung der Minderheiten durch den Bund würde die vorbildliche Minderheitenpolitik des Landes konterkarieren.

Hintergrund:
  Die Ministerpräsidenten Roland Koch (Hessen, CDU) und Peer Steinbrück (Nordrhein-Westfalen, SPD) haben im Rahmen eines Vorschlagspakets zum Subventionsabbau im Bundeshaushalt gefordert, die Mittel für die deutsche Minderheit in Dänemark bis 2006 schrittweise zu kappen. Für das laufende Jahr sehen die beiden Regierungschefs Kürzungen von 474.000 Euro vor. Der Bundeshaushalt 2004 beinhaltet insgesamt 8,73 Millionen Euro für die deutschen Nordschleswiger. Das Land schießt im laufenden Jahr rund 1,6 Millionen zu. Weitere Beiträge kommen vom dänischen Staat. Das Geld wird hauptsächlich für Schulen, Kindergärten und Kultureinrichtungen verwendet.
  Die FDP-Fraktion hat von der Landesregierung einen Bericht zu dem Thema angefordert und will wissen, welche Schritte das Kabinett unternommen hat, um die ausreichende Bezuschussung der Minderheit sicherzustellen.

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