Auf dieser Seite: Programm zur Ausbildungsfähigkeit

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6-Punkte-Programm zur Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit und Berufsorientierung
Antrag der Fraktion der CDU
Antrag der Fraktionen von SPD und B`/Grüne – Drs. 15/3525
Drucksache: 15/3511
-Plenarprotokoll-

Mehr Bildung vor der Ausbildung
Opposition und Koalition legen Programme vor

Kiel (SHL) Ein "Sechs-Punkte-Programm zur Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit und Berufsorientierung" der CDU hat im Landtag am Donnerstag, 17. Juni 2004, ein geteiltes Echo hervorgerufen. Die Christdemokraten streben an, zukünftige Auszubildende bereits in den Schulen besser für bevorstehende Aufgaben in der Arbeitswelt zu qualifizieren. Fast 18 Prozent der Betriebe konnten im Jahr 2002 ihre Ausbildungsplätze wegen der mangelnden Qualifikation der Bewerber nicht besetzen, kritisierte Sylvia Eisenberg (CDU) in der Begründung. Die rot-grüne Koalition warnte davor, Bildungsdefizite grundsätzlich den Schulen anzulasten und legte einen eigenen Ziel-Katalog vor. Mit beiden Anträgen wird sich der Bildungsausschuss befassen.

Die Union schlägt unter anderem vor, in der Schule stärker auf Allgemeinbildung zu achten. Schule und Wirtschaft sollen im Rahmen regionaler Bündnisse enger zusammenarbeiten und die Lehrpläne an den Schulen sich stärker am späteren Arbeitsleben orientieren – etwa durch die Einbeziehung der Betriebe in die Gestaltung der Lerninhalte und durch Praktika. Ebenso soll die Lehreraus- und -fortbildung mehr Wert auf betriebspraktische Inhalte legen. Die Hauptschule schließlich soll beispielsweise durch eine landesweite zentrale Abschlussprüfung gestärkt werden.

Die Regierungskoalition betonte in der Sache die gleichen Ziele zu verfolgen, sah aber andere Wege zur Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit vonnöten - und konterte mit einem sieben Punkte umfassenden Antrag. Darin wird insbesondere die Bedeutung der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Politik bei der beruflichen Qualifikation junger Menschen in den Vordergrund gestellt und bereits ergriffene Maßnahmen zur Stärkung der schulischen Bildung aufgelistet. Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) betonte, generell könne nicht immer nur alles auf die Schulen geschoben werden - "das ist zu billig". Auch die Ausbildungsseite habe bisweilen überzogene Ansprüche: Der Dialog zwischen Auszubildenden, Schulen, Politik und Wirtschaft müsse intensiviert werden.

Hauptredner: Sylvia Eisenberg (CDU), Helmut Jacobs (SPD), Ekkehard Klug (FDP), Angelika Birk (Grüne), Anke Spoorendonk (SSW)

Hintergrund:
  Die CDU-Fraktion legt dem Landtag einen Sechs-Punkte-Plan zur Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit schleswig-holsteinischer Schüler vor. Die Union beruft sich auf die Bundesagentur für Arbeit, nach deren Angaben 15 Prozent der deutschen Jugendlichen nicht ausbildungsfähig seien und deshalb keine Lehrstelle fänden. Im Jahr 2002 haben nach Darstellung der Christdemokraten 17,8 Prozent der Betriebe im Lande Ausbildungsplätze aufgrund der geringen Qualifikation der Bewerber nicht besetzen können. Bemängelt werden unter anderem mangelndes Allgemeinwissen und fehlende Motivation.
  Deswegen schlägt die CDU unter anderem vor, in der Schule stärker auf Allgemeinbildung, insbesondere die Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen zu achten. Schule und Wirtschaft sollen im Rahmen regionaler Bündnisse (wie der Lübecker „Pateninitiative Schule & Arbeit") enger zusammenarbeiten. Die Lehrpläne an den Schulen sollen sich stärker am späteren Arbeitsleben orientieren – etwa durch die Einbeziehung der Betriebe in die Gestaltung der Lerninhalte und durch Praktika. Ebenso soll die Lehreraus- und -fortbildung mehr Wert auf betriebspraktische Inhalte legen. Die Hauptschule schließlich soll beispielsweise durch eine landesweite zentrale Abschlussprüfung gestärkt werden.

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