Ziel des
Computer-Spiels: Ein Staatswesen so zu regieren, dass sich seine Bürger
letztendlich im "Paradies" fühlen. Dabei müssen die Finanzen im
Auge behalten sowie Bildung, Industrie, Umwelt und vier weitere
Faktoren sorgfältig aufeinander abgestimmt werden. Wer sein Volk
hingegen schlecht regiert, der muss mit einem Putsch rechnen. Das
trat für eine der beiden Landtagsgruppen im ersten Durchgang
schon nach drei von zwölf simulierten Jahren ein: das Volk hatte
die Nase voll. Endstand: 0 und 72 Punkte für die beiden Teams des
Landtags - 77 und
81 Punkte für die Hauptschüler.
Während im ersten
Durchgang ein Industrieland simuliert wurde, ging es bei der
zweiten Partie um ein Schwellenland. Diesmal bildeten die
Abgeordneten Jürgen Weber (SPD), Jost de Jager (CDU), Ekkehard
Klug (FDP), Karl-Martin Hentschel (Grüne) und Silke Hinrichsen (SSW)
vorsorglich eine übergroße Koalition und hielten immerhin eine
Legislaturperiode durch. Nach fünf Jahren muckte das Volk dann
aber wieder auf, während die Hauptschüler-Teams auf 57 und 67 Punkte
nach zwölf Regierungsjahren kamen.
Neues Ziel: "Wetten, dass..."
Sollen wir unser Land
also künftig von der Klasse 9a aus Malente regieren lassen? Nein,
meint Klassenlehrer Wilfried John. Doch: Der Wettbewerb zeige,
dass Hauptschüler mehr können, als viele – vor allem auch
Arbeitgeber – denken. "Ecopolicy" verlange den
Teilnehmern einen hohen Grad an vernetztem Denken ab, eine
anspruchsvolle intellektuelle Leistung. Das hätten er und die
Schüler zeigen wollen, denn: "Hauptschüler werden
überproportional oft einfach abgestempelt.", so John. Die
Folge: von den 19 Schülern aus seiner Klasse hätten erst fünf
eine Lehrstelle. "Und das ist noch ein gutes Ergebnis",
so John.
Mit "Ecopolicy" wollen
John und seine Schüler auch weiter für das Image der Hauptschule
werben. Dem Sieg gegen die Landespolitiker war schon eine Partie
auf Kreisebene voraus gegangen, mit ähnlich klarem Ausgang. Jetzt
möchten die 15- bis 16-jährigen Schüler gegen Bundespolitiker antreten,
am liebsten im
Rahmen der ZDF-Unterhaltungssendung von "Wetten, dass...".
Außerdem ist ein landesweiter Wettbewerb im Gespräch.